International

Dallas-Attentäter schrieb mit seinem Blut «RB» an die Wand – jetzt wissen wir, was es bedeutet

11.07.16, 10:44 11.07.16, 10:54

Eine der vielen Fragen rund um Micah Johnson scheint gelöst. Wie Polizeichef David Brown am Wochenende verriet, hatte der Attentäter von Dallas mit seinem Blut die Buchstaben «RB» an die Wand geschmiert.  Das Nachrichtenportal The Daily Beast vermutet, dass er wirklich «RBG» schreiben wollte. Das Akronym steht für Red Black Green und wird gerne von militanten Black-Power-Gruppierungen verwendet. Es handelt sich um die panafrikanischen Farben.

Panafrikanische Farben.
bild: pd

Vor seinem Tod durch eine Roboterbombe hatte Johnson erklärt, er handle allein und gehöre keiner Organisation an. Offenbar hatte er sich aber intensiv um eine solche bemüht: Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan 2014 ersuchte der Veteran um Aufnahme in eine militante Schwarzen-Bewegung – wurde aber abgelehnt.

Eine geleakte Aufnahme von Johnsons Tatwaffe, wie sie die Polizei vorfand. bild via liveleaks

Im Rahmen einer Hintergrundüberprüfung war herausgekommen, dass er wegen sexueller Belästigung aus der Armee entlassen worden war. Eine Korporalin hatte ihn beschuldigt, ihre Unterwäsche gestohlen zu haben. Laut Malik Shabazz, dem ehemaligen Vorsitzenden der Black-Panther-Partei, landete Johnson durch diese Hintergrundüberprüfung auf einer schwarzen Liste (Wortspiel, Credit: «The Daily Beast»), die eine Mitgliedschaft in militanten Schwarzen-Gruppierungen im ganzen Land faktisch verunmöglichten.

Was er sich im Leben so sehr gewünscht hatte, wird ihm im Tod nun zuteil: Anerkennung der militanten Black-Power-Bewegung. Lakesia Washington von den Black Riders überschüttet Johnson auf Facebook geradezu mit Lob. Ihren Post schliesst sie mit den Worten «RBG 4 LIFE!».

Johnson folgte den Black Riders auf Facebook. Wie sehr seine eigenen Gedankengänge der Ideologie von militanten Schwarzen-Gruppierungen ähnelt, zeigt dieser Post derselben Lakesia Washington:

«Wir bestehen auf unserem Recht auf Selbstverteidigung mit allen notwendigen Mitteln und behalten uns das Recht vor, maximal gegen unsere rassistischen Unterdrücker zurückzuschlagen, unabhängig davon, wie schlecht unsere Chancen stehen. Wenn wir sowieso sterben müssen, werden wir uns ab heute wehren und nicht allein sterben! Wir wollen dafür sorgen, dass unsere rassistischen Unterdrücker ebenfalls eine Vorstellung vom Tod bekommen.»

Lakesia Washington, Black Riders (25.03.2016) quelle: facebook

Die Frage, warum Johnson RB und nicht RBG schrieb, bleibt offen. Da er mit seinem Blut schrieb, war er offenbar verletzt. Oder aber die Roboterbombe setzte seinem Taggen ein Ende.

Massaker in Dallas

Das könnte dich auch interessieren:

Aroser Hotel schickt Juden zum Duschen – der Shitstorm ist gewaltig

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Lächeln im «Reich des Bösen»

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
7Alle Kommentare anzeigen
7
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • elmono 11.07.2016 21:51
    Highlight Interessiert es eigentlich niemanden wie der Bombenroboter diesen Typen erledigt hat? Hat er ihm eine Haftmine angeschmissen ala COD? Oder war es gar kein Bombenroboter sondern einer mit MG? Ne Antwort wär Bombe😃
    8 14 Melden
    600
  • Randy Orton 11.07.2016 12:04
    Highlight RB steht doch für RasenBall? Gab es da Verbindungen zu Leipzig? Oder war der Täter mit Dosenkoffein vollgepumpt? Wir werden es sicher in Kürze erfahren.
    68 19 Melden
    600
  • Human 11.07.2016 11:36
    Highlight Das macht so viel Sinn... wir bekämpfen unsere rassistischen Unterdrücker mit *trommelwirbel* Rassismus...
    Ich verstehe warum die Leute so wütend sind, ich bin auch wütend aufgrund des Rassismus in der Welt aber das mir nun in den Sinn kommt alle Weissen zu hassen, nur weil irgendein Idiot mich mal Ni**er genannt hat darauf würde ich im Traum nicht kommen...
    114 13 Melden
    • Matthias Studer 11.07.2016 12:34
      Highlight Ja, hier nicht. In den Staaten sieht das anders aus. Da wächst man in Bezirken auf, da gibt es nur Afroamerikaner. Und oft sehen die ausser im TV nur Schwarze. Und irgendwann merkt man, es gibt auch helle Typen, die wohnen aber in einer schöneren Gegend.
      Amerika hat viele Probleme. Rassentrennung gibt es offiziell keine mehr. Inoffiziell sind ganze Stadtbezirke einer Rasse zugeordnet. Und es ist verdammt schwer aus diesem Teufelskreis auszubrechen.
      Doch im Traum passiert esbund in der Realität noch schneller.
      50 2 Melden
    600
  • EvilBetty 11.07.2016 11:20
    Highlight Villeicht wollte er ja auch brb schreiben... afk.
    59 6 Melden
    600
  • Radiochopf 11.07.2016 10:58
    Highlight @Kian Titel und Inhalt sind dann irgendwie schon verwirrend.. "Jetzt wissen wir"... um dann mit "Nachrichtenportal The Daily Beast vermutet.." den Beweis zu bringen..
    127 2 Melden
    • EvilBetty 11.07.2016 11:19
      Highlight Merci 👍
      65 3 Melden
    600

Trumps Verharmlosung des Hasses – im Wortlaut

Es war ein haarsträubender Auftritt Donald Trumps – mal wieder: 23 Minuten lang verteidigte er die rechtsextreme Horde von Charlottesville. Marc Pitzke, Korrespondent von Spiegel Online kommentiert die Pressekonferenz des US-Präsidenten.

Draussen vor der Tür des Trump Towers demonstrierten gerade Tausende New Yorker gegen Trump und seine Relativierung rechtsextremer Gewalt.

Aus Protest gegen Trumps Äusserungen nach Charlottesville haben mindestens sieben Konzern- und Verbandschefs - darunter Brian Krzanich (Intel) und Ken Frazier (Merck) - seinen informellen Wirtschaftsrat verlassen.

Mit Outsourcing haben die Rücktritte nichts zu tun: Intel kündigte erst im Februar den Bau einer Sieben-Milliarden-Dollar-Fabrik in Arizona an. …

Artikel lesen