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Schneider-Ammann besucht Ivanka Trump und ist beeindruckt von ihrer Kompetenz

18.07.17, 21:34 19.07.17, 07:33

Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat in Washington drei Minister der Trump-Regierung und die Präsidententochter Ivanka Trump getroffen. Er ist der erste Bundesrat, der in der US-Hauptstadt zu formellen Arbeitsgesprächen mit der neuen Regierung zusammengekommen ist.

Bild: KEYSTONE

«Die US-Regierung – insbesondere auch Präsident Trump – weiss um die wirtschaftlichen Vorteile der Schweiz, das öffnet Türen und ermöglicht interessante Gesprächspartner», sagte Schneider-Ammann am Dienstag vor Medienvertretern in Washington.

Thema der Gespräche waren die Handelsbeziehungen. Zudem warb der Wirtschaftsminister für das Berufsbildungssystem der Schweiz. Mit dem amerikanischen Handelsminister Wilbur Ross sprach Schneider-Ammann über die starke Zunahme des Handels und der Investitionen der Schweiz in den USA.

Schweizer Unternehmen schaffen in den USA laut Schneider-Ammann rund eine halbe Million Arbeitsplätze. Auch tätigten diese Unternehmen hohe Forschungsausgaben in den USA. Schneider-Ammann legte Ross auch dar, dass die Schweizer Wirtschaft abhängig sei von einer Philosophie der offenen Märkte und dass bilaterale Freihandelsabkommen für das Land wichtig seien.

«Minister Ross hat mir den Eindruck vermittelt, dass er das Prinzip der offenen Märkte hochhalten will», sagte der Bundesrat nach dem Treffen. Ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA scheiterte 2006. Bevor man mit einem neuen Vorschlag an die US-Partner gelange, müsse die Schweiz zuerst gründlich ihre Hausaufgaben machen, sagte Schneider-Ammann.

Zusammenarbeit in der Berufsbildung

In seinen Treffen mit Bildungsministerin Betsy DeVos, Arbeitsminister Alexander Acosta und Präsidententochter Ivanka Trump stand das Thema Bildung im Vordergrund. Die Schweiz und die USA haben 2015 eine Absichtserklärung zur bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung unterzeichnet.

Das Schweizer System lasse sich nicht einfach auf die USA transferieren, sagte Schneider-Ammann. Die US-Gesprächspartner hätten sich aber sehr positiv über die Massnahmen geäussert, mit welchen verschiedenen Partnern in den USA Fachwissen über das Schweizer Berufsbildungssystem vermittelt werde.

Einige in den USA niedergelassene Tochterunternehmen von Schweizer Firmen gingen zusammen mit lokalen Bildungseinrichtungen mit gutem Beispiel voran und hätten eigene Berufslehrprogramme lanciert.

Lob für Trumps Tochter

Besonders an Ivanka Trumps Kompetenzen im Bereich Bildung zeigte sich der Wirtschaftsminister beeindruckt. Er hatte der 36-jährigen Beraterin im Weissen Haus das Schweizer Berufsbildungssystem vorgestellt und fand nach den gemeinsamen Gesprächen lobende Worte für die Tochter des US-Präsidenten:

«Die Frau hat mir ausserordentlich Eindruck gemacht, sie kennt die Berufsbildungsszenerie.»

Bundesrat Johann Schneider-Ammann

Ivanka Trump habe Fragen gestellt, auf die man nur komme, wenn man sich wirklich mit dem Thema beschäftige. Die Präsidententochter habe enormen Willen gezeigt, einen Beitrag zu leisten zur Beschäftigung der jungen Menschen in den USA, sagte Schneider-Ammann.

Habe sich laut Schneider-Ammann gut geschlagen: US-Präsidententochter Ivanka Trump. Bild: AP/AP

«Wenn man mit ihr am Tisch sitzt, muss man sich gut vorbereitet haben. Mein Kompliment an die Präsidententochter, die sich einiges an Kritik gefallen lassen muss», so der Wirtschaftsminister.

Einladung in die Schweiz für Ivanka

Schneider-Ammann lud Ivanka Trump auch in die Schweiz ein. Sie habe sich von der Idee eines Abstechers in die Schweiz sehr angetan gezeigt. «Wir werden ihr einen Vorschlag machen, wie wir unser System bestmöglich vorführen», sagte der Wirtschaftsminister.

Ein genauer Termin für die Reise der Trump-Tochter in die Schweiz ist noch nicht bekannt. Man wisse aber, dass sie gerne Ski fahre, sagte Schneider-Ammann, so lasse sich doch die ungefähre Jahreszeit des Besuches planen.

Schneider-Ammanns Besuch fällt in die «Made in the USA»-Woche, in der in den Vereinigten Staaten gefertigte Produkte gefeiert werden. Der Bundesrat sagte, er habe Verständnis dafür, dass man Handelsbilanzen, die sich ungünstig entwickelt hätten, etwas korrigieren wolle. «Aber das muss ohne Protektionismus passieren, vielmehr durch Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit», sagte der Wirtschaftsminister. (blu/sda)

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  • Spielverderber 19.07.2017 18:24
    Highlight Eeee, aaaaber, jaaa doch, Ivanka. Ich bin ein Beeeerner aus Lang, lang. Langenthal.
    3 1 Melden
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  • Spi 19.07.2017 10:33
    Highlight Bis hier der Schnee fällt, ist der Trump weg. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    4 4 Melden
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  • Helona 19.07.2017 07:50
    Highlight Gute Idee! Schweden soll im Winter sehr schön sein ;)
    5 6 Melden
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  • äti 19.07.2017 07:43
    Highlight Ich dachte, Betsy DeVos sei für Bildung zuständig. Ja he nu, jetzt ists Ivanka.
    Gibt es bald einen Trump-Tower in Zürich? Oder ein Trump-Resort in Gstaad?
    7 5 Melden
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  • HansDampf_CH 19.07.2017 07:42
    Highlight Neben dem JSA sieht halt jeder Kompetent aus
    11 3 Melden
    • Raembe 19.07.2017 09:19
      Highlight Hast Du irgendwelche schlüssige Argumente für diese Aussage
      1 5 Melden
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  • Stichelei 19.07.2017 07:28
    Highlight Nach den Saudis nun der Trump-Clan. In Südamerika und Afrika hat es noch ein paar weitere ähnliche Regimes, bei denen sich Schneider-Ammann anbiedern kann.
    14 5 Melden
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  • rodolofo 19.07.2017 07:02
    Highlight Schneider-Ammann bestätigt mit seinen Aussagen den gefühlsmässigen Eindruck, den ich von Ivanka Trump schon seit langem habe.
    Sie ist vermutlich das Beste was "The Donald" in seinem verlogenen und zwielichtigen Hochstapler-Leben überhaupt zustande gebracht hat!
    Weiss jemand etwas über ihre Mutter, die Ex-Frau von Trump? Wo ist sie? Was macht sie?
    Ich nehme an, dass sie massgeblichen Anteil daran hat, dass Ivanka Trump heute die Lichtgestalt im gruselig-versifften Männerbund rund um ihren Vater ist.
    Anders kann ich mir dieses "Wunder von Washington" beim besten Willen nicht vorstellen.
    8 5 Melden
    • Raembe 19.07.2017 09:21
      Highlight Ivana Trump hat sich von Donald vor langer Zeit scheiden lassen und ist seit dem Milliardärin und lässt sich s gut gehen
      2 1 Melden
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  • elivi 19.07.2017 01:23
    Highlight Wirtschaftliche vorteile is fast ne beleidigung von ne regierung wie diese -_-

    Und anscheinend hatte er nicht allzuviele erwartungen... Als 'berater' des weisen hauses is es ja nicht selbstverstädlich dass man ahnung hat.
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  • Gelöschter Benutzer 19.07.2017 00:09
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  • Gelöschter Benutzer 19.07.2017 00:09
    Highlight (2/3)
    So verwundert es auch nicht, dass er in Trump zuerst einmal wirtschaftliches Potential für die Schweiz sieht - und macht sich so zwar nicht zum Clown in der Bundesratsmanege, aber mit Sicherheit zum beweglichsten Schlangenmenschen:
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  • Gelöschter Benutzer 19.07.2017 00:07
    Highlight (1/2)
    "Die US-Regierung - insbesondere auch Präsident Trump - weiss um die wirtschaftlichen Vorteile der Schweiz, das öffnet Türen und ermöglicht interessante Gesprächspartner», meint BR Schneider-Ammann.

    Dass JSA bezüglich menschlicher Integrität bei seinen Gesprächspartnern nicht allzu hohe Massstäbe ansetzt, wissen wir ja spätestens seit seinen Plaudereien mit dem chinesischen Präsidenten.
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  • Grundi72 18.07.2017 21:44
    Highlight Falls Ivanka noch nicht weiss wo sie in der Schweiz übernachten möchte, ich hätte da noch ein nettes Gästezimmer in meinem Haus 😍
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    • Pedro Salami 19.07.2017 00:02
      Highlight you dreamer du
      13 2 Melden
    • SemperFi 19.07.2017 06:17
      Highlight Die Dame spielt ja wohl eher nicht in Ihrer Liga. 😂 Wobei, Ihr Selbstvertrauen hat ja offensichtlich trumpsche Dimensionen, von da her könnte es schon passen. Halten Sie uns dann auf dem Laufenden!
      14 3 Melden
    • Grundi72 19.07.2017 07:14
      Highlight SemperFi: What happens in my Gästezimmer stays in my Gästezimmer 🤘
      8 0 Melden
    • SemperFi 19.07.2017 07:51
      Highlight @Grundi72: Akzeptiert, der Gentleman geniesst und schweigt👍🏼
      5 1 Melden
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