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Ex-General und Russland-Freund Michael Flynn bald Sicherheitsberater? Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Trump will Ex-Geheimdienstchef Flynn als Sicherheitsberater

Donald Trump hat sich offenbar festgelegt, von wem er sich künftig in Fragen der nationalen Sicherheit beraten lassen will: Berichten zufolge bietet er Ex-General und Russland-Freund Michael Flynn den Posten an.

Publiziert: 18.11.16, 06:05 Aktualisiert: 18.11.16, 07:27

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Der designierte US-Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge den früheren Generalleutnant Michael Flynn zum Nationalen Sicherheitsberater ernennen. Das verlautete aus Trumps Team, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP sowie mehrere US-Medien berichteten. Flynn war am Donnerstag im New Yorker Trump Tower zu Besuch.

Er diente mehr als 30 Jahre in der US-Armee, ab 2012 war er Chef des Militärgeheimdienstes DIA, zwei Jahre später entliess ihn die Obama-Regierung wegen seiner Kritik an ihrer Anti-Terror-Strategie.

Von 2004 bis 2007 war Flynn in Afghanistan und dem Irak stationiert, als Kommandeur der US-Spezialkräfte jagte er im Irak den Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi, einen der Vorgänger des heutigen Chefs der Terrormiliz «Islamischer Staat», Abu Bakr al-Baghdadi (hier lesen Sie ein Interview mit Flynn über den IS). Flynn schrieb das Buch «Field of Fight» über den «globalen Krieg gegen den radikalen Islam und seine Verbündeten».

Schon während des Wahlkampfs hatte Flynn Trump in Sicherheitsfragen beraten. Er trat auch oft als Vorredner auf - und attackierte Hillary Clinton scharf. Flynn gilt zudem als Russland-Freund. Er trat als Analyst im russischen Staatssender RT auf, hielt bei dessen Jubiläumsgala eine bezahlte Rede in Moskau und dinierte mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Im Juli dieses Jahres entschuldigte er sich laut CNN für einen antisemitischen Tweet, den er über sein Konto weiterverbreitet hatte.

Den Posten des Nationalen Sicherheitsberaters hatten in der Vergangenheit unter anderem Colin Powell und Condoleezza Rice inne, seit 2013 ist Susan Rice im Amt.

Derzeitige Sicherheitsberaterin: Susan Rice Bild: OLIVER WEIKEN/EPA/KEYSTONE

Die «New York Times» berichtete am Donnerstag zudem über eine weitere mögliche Personalie im Kabinett Trumps: Demnach bereitet sich sein Schwiegersohn Jared Kushner offenbar doch auf eine mögliche Regierungsbeteiligung vor. Er habe mit seinem Anwalt darüber beraten, schreibt die Zeitung. Der 35-Jährige ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet und hatte bereits im Wahlkampf eine zentrale Rolle innerhalb des Trump-Teams.

Würde Kushner ein Amt in der Regierung übernehmen, liesse sich das mit seinen bisherigen Tätigkeiten nicht vereinbaren. Laut «Wall Street Journal» tätigte er Immobiliengeschäfte im Umfang von umgerechnet etwa 13.18 Milliarden Euro. Nun prüfen seine Anwälte angeblich rechtliche Konstruktionen für eine tragfähige Struktur.

Vor den Schlagzeilen über Kushner und Flynn hatte es bereits Berichte gegeben, wonach der Republikaner Mitt Romney als künftiger Aussenminister gehandelt wird. Am kommenden Sonntag wird er sich persönlich mit Trump treffen.

Ein anderes wichtiges Treffen hat Trump bereits hinter sich. Am Donnerstag empfing er zum ersten Mal einen amtierenden Regierungschef: den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Der zog eine positive Bilanz. «Ich bin überzeugt, dass Herr Trump eine Führungspersönlichkeit ist, zu der ich grosses Vertrauen haben kann», sagte Abe vor Journalisten.

Zum genauen Inhalt des Treffens wurde nichts bekannt. Abe sprach aber von einem «sehr offenen Gespräch», das in einer «sehr warmen Atmosphäre» stattgefunden habe. Abe traf im Trump Tower auch Ivanka Trump und Jared Kushner. Mit Donald Trump habe er weitere Treffen vereinbart, sagte Abe. Dabei sollten die Themen von beiderseitigem Interesse vertiefend beraten werden.

aar/Reuters/AP/dpa

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User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
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  • alessandro 18.11.2016 09:34
    Highlight Was wirklich schade ist, dass Obama in den 8 Jahren einen Überwachungsstaat par excellence geschaffen hat, welcher nun einem Maniac zu Füssen liegt. Angesichts der Möglichkeiten dieser illustren Personenzusammenstellung wird mir regelrecht schlecht.
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  • Radiochopf 18.11.2016 08:41
    Highlight Hört sich für mich jetzt nicht so schlecht an... bessere Beziehungen zu Russland sind definitiv gut und wohl die einzige Chance für Syrien, dass es dort wieder Frieden gibt.. mit Obama/Clinton wäre ein Frieden in Syrien gar nicht denkbar gewesen..
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  • herschweizer 18.11.2016 08:16
    Highlight Ja irgendwann musste man ja die Propaganda sein lassen. Nur von Propaganda lassen sich zwar Wählen gewinnen aber keine Probleme lösen... Und die sind langsam unübersehbar
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