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An der Universität in Ohio fuhr ein junger Mann mit einem Auto in eine Menschenmenge und ging danach mit einem Messer auf mehrere Personen los.  Bild: HANDOUT/REUTERS

«IS»-Terrormiliz reklamiert Attacke an Ohio-Uni für sich

29.11.16, 22:30 30.11.16, 06:25

Nach der Attacke an einer Universität im US-Bundesstaat Ohio mit elf Verletzten suchen die Ermittler nach dem Tatmotiv. Die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») reklamierte die Tat unterdessen für sich.

Der Angreifer sei ein «Soldat des Kalifats» gewesen, berichtete das «IS»-Sprachrohr Amak am Dienstag unter Berufung auf eine «Sicherheitsquelle» des «IS». Ähnliche Formulierungen hatten die Dschihadisten zuletzt verwendet, wenn ein Anschlag nicht vom so genannten «Islamischen Staat» («IS») geplant war, der Angreifer aber Beziehungen zu den sunnitischen Fanatikern hatte.

Die Polizei untersuche auch Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, berichteten Medien am Dienstag unter Berufung auf Ermittler. Für konkrete Aussagen sei es aber noch zu früh, sagte der Chef der Uni-Polizei Craig Stone demnach auf einer Pressekonferenz. Doch klar sei: «Das war Absicht.»

Ein Student der Ohio State University war am Montag zunächst in eine Gruppe Fussgänger auf dem Campus in Columbus gefahren. Danach stieg er aus dem Wagen und griff Umstehende mit einem Metzgermesser an. Elf Menschen wurden verletzt. Keiner der Verletzten schwebte am Dienstag in Lebensgefahr.

Verdächtiger getötet

Der Angreifer wurde nach Behördenangaben innerhalb von weniger als einer Minute von einem herbeigeeilten Polizisten erschossen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich Ermittlern zufolge um einen aus Somalia stammenden Mann.

Sein genaues Alter war zunächst nicht bekannt. Berichten zufolge soll er höchstens Mitte 20 gewesen sein. Der Sender CNN meldete unter Berufung auf einen Ermittler, der Mann sei 2014 über Pakistan in die USA gekommen.

Ob es Mittäter gab, war zunächst unklar. Die Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras habe eindeutig ergeben, dass der Mann alleine handelte, sagte Uni-Polizeichef Stone. Auch die Bundespolizei FBI untersucht den Fall.

Politische Botschaft veröffentlicht

Nach Medienberichten hatte der Mann wenige Minuten vor seiner Attacke eine gegen die USA gerichtete politische Botschaft auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darin habe er die USA aufgefordert, ihre Einmischung in muslimischen Staaten zu beenden.

«Wir sind nicht schwach, denkt daran», schrieb er laut ABC. «Wir werden euch nicht schlafen lassen, ehe ihr den Muslimen nicht Frieden gewährt.» Die Botschaft, vermutlich auf seiner Facebook-Seite, erschien wenige Minuten vor seiner Attacke, inzwischen sei die Seite aber blockiert.

Erst im Sommer hatte die Campus-Zeitung «The Lantern» ein Porträt über einen Studenten veröffentlicht, der sich als Muslim an der Universität benachteiligt fühlte. Ob es sich um den späteren Täter handelte, war zunächst nicht klar.

Uni warnt via Twitter

Die Universitätsleitung hatte am Morgen über Twitter eine Warnung herausgegeben. Die Studenten auf dem Campus sollten fliehen, sich verstecken und kämpfen.

Der Unterricht fiel am Montag aus. Am Dienstag sollten Seminare und Vorlesungen wieder stattfinden. An der Ohio State University gibt es derzeit rund 66'000 Studierende.

Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, sprach auf Twitter sein Mitgefühl aus. «Meine Gedanken sind bei den Opfern des Angriffs», sagte Kasich und bedankte sich für schnelle und professionelle Hilfe der Einsatzteams.

Lange Liste von Gewalt

Die Liste von gewalttätigen Vorkommnissen auf Schulhöfen und den Arealen von Universitäten in den USA ist lang. Jedes Jahr werden mehrere Vorkommnisse gemeldet, bei denen Menschen verletzt oder sogar getötet werden.

Beim bislang blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule starben im Jahr 2007 an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter. Am 1. November starb in North Carolina ein 19-Jähriger bei einer solchen Gewalttat. (sda/dpa/afp)

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  • Tomb_the_Womb 30.11.2016 09:33
    Highlight Islamisches Spiel. Sich selber in die Opferrolle stellen und daraus eine Pseudorechtfertigung basteln unschuldige Menschen umzubringen.
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