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Eines von Escobars Nilpferden in der Nähe der Hacienda Napoles in Kolumbien. Bild: EPA

Aus vier wurden 50: Escobars Nilpferde terrorisieren Kolumbien

31.07.17, 10:13 31.07.17, 10:35

Er war der grösste Gangsterboss der Geschichte: Pablo Escobar. Mit Kokain-Schmuggel verdiente Escobar in den 80er-Jahren Unmengen Geld. Damit baute er sich die berühmte Hacienda Napoles. Neben einer Kartbahn und einem Flugplatz beherbergte Escobars Villa auch einen Zoo.

Als Escobar 1993 von der Polizei erschossen wurde, hinterliess er diverse exotische Tierarten in seinem Zoo. Alle wurden in andere Einrichtungen verlegt. Alle ausser die vier Nilpferde. Mittlerweile sollen sich die drei Weibchen und das Männchen derart vermehrt haben, dass mittlerweile 50 Flusspferde in der Nähe der in einen Themenpark umgewandelten Hacienda leben. 

Pablo Escobar. Bild: AP NY

Doch die Tiere beschränken sich nicht nur auf das Gebiet um Pablo Escobars ehemaligen Sitz. Einige wurden in 150 Kilometer Entfernung gesichtet. Ein Bulle Namens «Pepe» wurde von der kolumbianischen Armee erschossen. Die Nilpferde tauchen immer wieder vor der örtlichen Grundschule auf und verbreiten Angst und Schrecken unter den Bauern.

Empfindliches Ökosystem

Welchen Einfluss die Tiere auf das Ökosystem Kolumbiens haben könnten, ist unbekannt. In Afrika, wo die Tiere mittlerweile vom Aussterben bedroht sind, zeigt sich jedoch, dass eine grosse Herde der Tierart durchaus Auswirkungen auf die Umwelt hat. Die Nilpferde fressen Unmengen an Gras und ihre Ausscheidungen düngen die Flüsse. 

Übersteigt die Anzahl Tiere einen gewissen Grenzwert, nimmt der Nährstoffgehalt in den Gewässern stark zu. In der Folge wachsen vermehrt Algen in den Flüssen und diese entziehen den Gewässern Sauerstoff. Jegliche andere Vegetation stirbt aus, darunter leiden wiederum die Fische.

«Wir sind gerade Zeuge eines beängstigenden natürlichen Experiments, in dem sich zeigen wird, was die grösste invasive Tierart der Welt aus ihrer neuen Umgebung machen kann», so der Professor von der University of California in Santa Barbara zu Vice. Welche Auswirkungen Escobars Nilpferde auf Kolumbien haben werden, muss sich also noch zeigen. (leo)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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18
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  • mamina 31.07.2017 13:23
    Highlight
    8 0 Melden
  • mamina 31.07.2017 13:09
    Highlight Die Völker des Zambesi (grösster afrikanischer Strom) erzählen sich diese Geschichte.

    http://www.sauert.net/hippo/308d.php
    12 0 Melden
    • elmasry 11.09.2017 13:47
      Highlight Woow, sehr sehr schöner text!
      0 0 Melden
  • Chääschueche 31.07.2017 11:56
    Highlight Wieder einmal werden diese Tiere wohl alle erschossen werden, weil der Mensch unfähig ist. Es würde mich erstaunen, wenn die Regierung bereit wäre alle Tiere nach Afrika - wo sie eben vom Aussterben bedroht sind - zu transportieren.

    Empfindliches Ökosystem?
    Naja...im Gegensatz zum Dummen Menschen sind gerade zu heilig.
    58 23 Melden
    • chnobli1896 31.07.2017 12:25
      Highlight Auch hier (wie so oft) passend:

      "Die Idee, dass manche Leben weniger Wert sind, ist die Wurzel allen Übels auf dieser Welt".

      In diesem Fall sind die Nilpferde wohl weniger Wert.
      32 7 Melden
    • Turi 31.07.2017 13:56
      Highlight Dazu passend der reisserische Titel: Nilpferde terrorisieren ein Land. OMG.
      34 8 Melden
    • isky 31.07.2017 15:28
      Highlight Und wie viel sind die Leben der bedrohten Fische, Reiher, ect. wert? (Schulkinder und Bauern mal ausgenommen)
      Nilpferde gehören nunmal nicht zu Kolumbiens Fauna. Der astronomisch teure Transport nach Afrika via Boot oder Flugi würde, falls überhaupt möglich, zu Lasten der Steuerzahler gehen, was unfair wäre.
      Ein Abschuss wäre daher zwar tragisch für die Tiere aber nur konsequent, zumal es das Ausmerzen eines früheren Fehlers bedeutet.
      Fahrlässig wäre es zu warten bis die Tiere eine wirkliche Plage sind und der Fluss samt natürlicher Flora und Fauna Schaden nimmt.
      32 8 Melden
    • Chääschueche 31.07.2017 16:16
      Highlight @Isky
      Die Nilpferde können nichts dafür das Sie in Kolumbien sind, der Mensch kann jedoch etwas dafür.

      Unfair?
      Was bist du für einer?

      "Ein Abschuss wäre daher zwar tragisch für die Tiere aber nur konsequent"
      Aha also ehm...sollten wir das also bei den Menschen auch so machen? Alles abknallen was nicht passt?
      12 26 Melden
    • Wehrli 31.07.2017 17:15
      Highlight Ab und zu ein Chäschüechli vegputzen ist ganz ok ...
      12 3 Melden
    • Silent_Revolution 31.07.2017 18:01
      Highlight isky

      "Nilpferde gehören nun mal nicht zur Fauna Kolumbiens"

      Da hast du natürlich Recht, nur laut Evolutionstheorie gehört auch der Mensch zur Fauna und kann sich nicht überall niederlassen ohne bedrohte Tierarten auszumerzen, was er eben tut.

      Selbst wenn sich die Hippos die nächsten 20 Jahre kontinuierlich vermehren, ist immer noch der Mensch die weit grössere Plage für die Flora und Fauna Kolumbiens.

      Aber um dies einzusehen müsste man sich von religiösen Dogmas lösen, die euch einreden der Mensch differenziere sich vom Tier.
      10 11 Melden
    • Binnennomade 31.07.2017 18:09
      Highlight Viele Veganer heute in den Kommentarspalten.. 😉
      17 9 Melden
    • Chääschueche 31.07.2017 18:37
      Highlight @Wehrli
      Ich glaube du und 7 weitere haben meinen Kommentar nicht verstanden... ICH will das nicht, aber Isky will die ja erschiessen da sie nicht dorthin passen... daher meine krasse Frage an ihn ob er die selbe idiotische ideologie bei Menschen die nicht passen verfolgt.
      4 8 Melden
    • Chääschueche 31.07.2017 18:42
      Highlight @Binnen
      Also ich ess gleich ein Steak. Aus echtem Fleisch 😍😍
      10 5 Melden
    • Binnennomade 31.07.2017 18:53
      Highlight Yeah! Also Kühe abknallen um sie zu essen ist okay, aber Nilpferde abknallen, damit sie ein Ökosystem nicht zerstören, nicht?
      9 3 Melden
    • isky 31.07.2017 19:45
      Highlight Von religiösen Dogmas halte ich nichts und von vorschnellen Unterstellungen noch weniger.
      Nichts desto trotz zu eurer Beruhigung: Ich bin der Erste, der die Natur an erste Stelle stellt, auch vor den Menschen. Aber die Natur besteht nicht aus von Koskbaronen eingeschleppten Neozoonen. In dem Fall sind die Hippos die Gefahr für die Natur.
      Ausserdem hat immer noch niemand die Frage beantwortet, was mit den gefährdeten Fischen, etc. passieren soll.
      Man liest viel Emotionen in euren Kommentaren aber keine Lösungvorschläge.
      Massensuizid des Homo Sapiens zählt nicht.
      8 2 Melden
    • Silent_Revolution 31.07.2017 21:02
      Highlight Die Natur besteht dann aber auch nicht aus umherfliegenden Menschen, die sich weltweit niederlassen und vermehren.

      Was passieren soll?! Im besten Fall werden sie zurückverfrachtet. Gerne mit Geldern der kolumbianischen und US Regierung die noch immer einen sinnlosen Drogenkrieg führen.

      Wenn man dafür zu geizig ist, lässt man sie gewähren, dann hat auch der Hippo ein kleines lokales Artensterben zu verantworten. Ist doch vergleichsweise zum Menschen nicht tragisch.

      Die Regulierung des Menschen ist für die weltweite und auch diekolumbianische Flora und Fauna dringender, als die der Hippos.
      3 6 Melden
    • Chääschueche 01.08.2017 10:02
      Highlight @Binnen
      Der Vergleich hinkt

      @Isky
      Den Lösungsvorschlag hast du selbst genannt... die Tiere zurück nach Afrika transportieren da es ja eine bedrohte Tierart ist und ma somit 2 Probleme bekämpfen kann.
      2 1 Melden
    • mamina 01.08.2017 10:57
      Highlight @isky Wenn jemand Fisch frisst und die Bestände bedroht so ist es, bitte schön, unsere Gattung.
      Auf diesem Planet bringt unsere Gattung mehr Mitglieder der eigenen Spezie Mensch um, als sämtliche Tiere dieser Erde Menschen umbringen.

      Die Hippos fressen keine Fische und auch keine Menschen.
      Was sie einfordern ist eine gewisse Distanz und Respekt. Dies fehlt bekannterweise unserer Spezie.

      Kommt jetzt nach dem " Ich hasse Delfine" auch "Ich hasse Hippo".
      0 1 Melden

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