International

So geht eine Partei-Umfrage! «Sie können auch gerne noch was Rassistisches raushauen»

Publiziert: 31.10.16, 15:25

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass der «Praktikant» einer TV-Show eine derart gelungene Umfrage macht, dass er und seine Arbeit selbst zum Thema werden.

«Die Jugend von heute … ist ganz schön schlagfertig», staunt Meedia ob des Clips der ZDF-«heute show», die einen 21-Jährigen zum Deutschlandtag der Jungen Union (JU) geschickt hat. Vollkommen zurecht: Fabian Köster zeigt uns, wie man aus einem drögen Parteitreffen im dörflichen Paderborn etwas durchaus Packendes macht – also die Quadratur des Kreises meistert.

Frei nach dem Motto «Frech siegt» beginnt er mit dem Diss durch die Hintertür, schockiert dann mit einem politisch nicht ganz korrekten Witz und fragt dann einen, bei dem die Antwort klar ist: «Kannst du mal fünf Dinge nennen, die du an Angela Merkel total geil findest?» Politik für einmal unterhaltend und beinahe menschlich, herrlich! Und nachahmenswert!

«Wie oft wurdest du schon von deiner Freundin verlassen, weil sie rausgefunden hat, dass du in der Jungen Union bist?»

Fabian Kösters Frage beim JU-Treffen

Einen Schönheitsfehler hat die Sache jedoch: Der junge Mann, der da vor der Kamera brilliert, ist kein unbeschriebenes Blatt – und auch kein Praktikant. Wie auf seiner Website nachzulesen ist, feilt Köster seit Jahren beim Poetry Slam an seiner Rhetorik und tritt auch als Comedian auf.

Als solcher begann er dann, Gags für die «heute show» zu schreiben: Seit September 2015 ist er dort «sogar» als fester Autor beschäftigt. Das Gute daran ist: So wird uns das Nachwuchstalent noch öfter mit schneidigen Umfragen wie der in Paderborn erfreuen. Oder wie in Dresden, als er für «Russia Today Kids» Wutbürger der Pegida-Fraktion interviewt hat.

Pegida in Dresden: «Ich hab doch nix gegen Ausländer!!!» Video: YouTube/ZDFlachbar

(phi)

Hol dir die App!

User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
8 Kommentare anzeigen
8
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • E. Edward Grey 01.11.2016 07:04
    Highlight Ein junger Mann welcher in Peotry-Slams seine und anderen die Sinne schärft finde ich keinen Schönheitsfehler. Journalismus mit Ausbildung ebenfalls nicht. Sonst könnte man Meldungen des Weltgeschehens auch in Facebook lesen.
    7 0 Melden
    600
  • da steppt der bär 31.10.2016 20:26
    Highlight Obwohl die Interviewer und generell die ganze heute-show brutal lustig zum anschauen sind, krieg ich jedes Mal die Krise bei der Blöd- und Lächerlichkeit vieler Interviewpartner...das kann doch jeweils nicht deren Ernst sein? :D (siehe AFD, FDP etc. Parteitage)
    25 1 Melden
    • E. Edward Grey 01.11.2016 07:10
      Highlight Probieren Sie es selbst aus und sie werden sehen. (hab in meiner Jugend mal als freier Journalist bei einer Zeitung gejobbt und kenne die Antwort bereits)
      1 0 Melden
    600
  • Hugeyun 31.10.2016 19:59
    Highlight Hat die "heute-show" nicht noch einen anderen lustigen Interviewer, den sie häufig auf Politikerkonvente schickt?
    12 0 Melden
    • alder90 31.10.2016 20:20
      Highlight Klar: Lutz van der Horst. Einfach köstlich seine Interviews.
      22 0 Melden
    • da steppt der bär 31.10.2016 20:21
      Highlight Lutz van der Horst & Carsten van Ryssen...ebenfalls beide sehr lustig :)
      14 0 Melden
    • Sauraus 31.10.2016 21:28
      Highlight Und früherhatten sie noch Martin Sonneborn. Der ist heute aber im Europaparlament.
      15 0 Melden
    600
  • Calvin WatsOn 31.10.2016 15:41
    Highlight Erfrischend herrlich dieser Jüngling Köster. Ein Name den man sich merken muss 😂😂😂👍🏻
    69 7 Melden
    600

«Yolocaust» – wenn am Holocaust-Mahnmal die Selfie-Generation vorgeführt wird

Bereits beim Namen «Yolocaust» muss man zweimal hinsehen. Hat da etwa wirklich jemand YOLO mit HOLOCAUST vermischt? Hat er. Dieser Jemand, das ist Shahak Shapira, ein israelischer Autor und Satiriker. Und was sich hinter «Yolocaust» verbirgt, macht einen für einige Momente sprachlos.

Warnung: Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder sind schockierend und enthalten sensibles Material.

Shapira übt auf der Homepage yolocaust.de scharfe Kritik an unserer Gute-Laune-Selfie-Wahn-Gesellschaft, die es sich nicht nehmen lässt, auch an historisch bedeutsamen Orten Bilder zu knipsen. Konkret heisst das: das Holocaust-Mahnmal in Berlin, das ca. 10'000 Menschen täglich besuchen und fotografieren. Einige der dort aufgenommenen Bilder und Selfies sind alles andere als dieser …

Artikel lesen