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Der Gewinner und die Bisherige: CDU-Politiker Armin Laschet und SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Bild: AP/dpa

Armin Laschet: Wer ist der Mann, der nach der SPD einen Machtwechsel ankündigt

14.05.17, 20:28 15.05.17, 08:57

Zu ruhig, zu ungefährlich: Selbst in der eigenen Partei gab es lange Zeit Zweifel, ob Armin Laschet seine CDU bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) nach vorne bringen kann. Doch der Merkel-Getreue feiert am Sonntag einen deutlichen Sieg.

Armin Laschet war schon Minister, sass im Bundestag und im EU-Parlament für die CDU. Was der 56-Jährige aber vor allem wollte: Das Amt von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Nach dem Wahlerfolg der CDU ist es in Reichweite.

Angesichts steigender Umfragewerte konnte sich der Rechtswissenschaftler und Journalist schon vor dem Sonntag vergnügt und optimistisch zeigen und hatte bereits ein «100-Tage-Sofortprogramm» in der Tasche.

Auf Vordermann gebracht

Laschet führt den mit aktuell rund 130'000 Mitgliedern grössten CDU-Landesverband seit Sommer 2012. In einem Kraftakt brachte er die NRW-CDU mühsam wieder auf Vordermann.

Die Partei war unter Norbert Röttgen bei der Landtagswahl 2012 auf ein Rekordtief von 26,3 Prozent abgestürzt. Böse Zungen sagten zunächst, Laschet sei eine Verlegenheitslösung, man habe keinen anderen Freiwilligen für die Spitze gefunden. Aber Laschet hat die CDU-Basis breit und geschickt mitgenommen und eingebunden.

Manchen Kritikern war Laschet zu zahm, zu ungefährlich. Tatsächlich hat es der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag oft schwer gehabt, sich zwischen der Amtsinhaberin und dem rhetorisch versierten FDP-Chef Christian Lindner zu profilieren.

Steht hinter der Politik von «Mutti»: Laschet und Merkel. Bild: AP/dpa

Doch im November kürte ihn die Partei dann mit satten 97 Prozent zum Spitzenkandidaten. Im Wahlkampf hat der CDU-Spitzenkandidat bei der Tonlage an Schärfe draufgesattelt – ohne die politischen Kontrahenten persönlich zu verletzen.

Verteidiger von Merkels Politik

Als NRW-Integrationsminister – 2005 bis 2010 – hat Laschet das Buch «Die Aufsteigerrepublik» verfasst, in der er Zuwanderung als Chance beschreibt.

Darin erwähnt er auch seine eigene Familien aus Aachen: Vater Heinz Laschet schuftete unter Tage, Steinkohlebergbau. Aber abends lernte der Vater, wurde Lehrer, später Schulleiter. Armin durfte studieren. Er wählte Rechtswissenschaften. Bildung sei der zentrale Schlüssel, lautet eine Laschet-Botschaft.

Der Fussballfan und Vater von drei erwachsenen Kindern ist auch CDU-Bundesvize und Stellvertreter von Angela Merkel. Der Katholik gilt als treuer Verteidiger Merkelscher Politik – auch in unruhigen Zeiten wie der Flüchtlingskrise. Die Unterstützung der Kanzlerin war ihm im Wahlkampf immer sicher. Es ging schliesslich um einen Wahlsieg in der «Herzkammer der Sozialdemokratie». (sda/dpa)

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