International

Obamas düstere Bilanz – und was sie mit dem Aufstieg von Donald Trump zu tun hat

Barack Obama hat sein Land aus der Finanzkrise geholt. Aber es gibt eine andere, dunklere Seite seiner Bilanz. Sie erklärt auch den Aufstieg Donald Trumps.

Publiziert: 25.10.16, 11:51 Aktualisiert: 10.11.16, 09:40

Veit Medick, Washington

Obama geht – was hinterlässt er? Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Ein Artikel von

Wo Barack Obama in diesen Tagen auch auftritt – ein Eigenlob ist immer dabei. Die US-Wirtschaft, so der Präsident, habe sich in seiner Amtszeit entscheidend erholt. «Wir sind heute eine stärkere Nation als vor meinem Antritt», schwärmt Obama.

Es stimmt, dass er in Teilen seiner Wirtschaftspolitik Erfolge vorweisen kann. Die Zahl der Jobs ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, das Bruttoinlandsprodukt stetig gewachsen. Pro Kopf konsumieren die Amerikaner wieder mehr als vor der Finanzkrise 2008 – die Steuereinnahmen sprudeln. Spiegel-Online-Kolumnist Thomas Fricke spricht von einem «kleinen Wunder» Obamas.

Aber warum geben dann so viele Amerikaner an, nichts von diesem Aufschwung zu spüren? Warum zieht es sie ins Lager des Milliardärs Donald Trump, der Obama vorhält, das Land ökonomisch ruiniert zu haben? Um den Frust zu verstehen, hilft ein Blick auf die andere Seite von Obamas Wirtschaftsbilanz.

Die wahre Arbeitslosenstatistik

Bild: Reuters

Was im Wahlkampf häufig untergeht: In den USA gibt es zwei Arbeitslosenstatistiken. Die eine, die so genannte «U3», ist jene, die Obama in der Regel zitiert. Sie umfasst alle Amerikaner, die sich temporär als jobsuchend gemeldet haben. Vor Obamas Amtsantritt lag diese Quote bei 7,8 Prozent, jetzt liegt sie bei fünf Prozent – ein Top-Wert. Das Problem: Diese Statistik lässt sowohl Langzeitarbeitslose aus, als auch jene Amerikaner, die resigniert haben und gar nicht mehr nach einer Stelle suchen.

Nur in der selten zitierten «U6» rechnet das Arbeitsministerium auch die «Vergessenen» mit ein. Für Obama sind diese Daten heikel: Die umfassendere Arbeitslosenquote liegt mit knapp 10 Prozent rund doppelt so hoch wie die «U3». Fast 6 Millionen Amerikaner fallen in die Schattenstatistik. Zwar gab es auch in der «U6» in den vergangenen Jahren eine Erholung. Allerdings hat sie gerade mal das Niveau erreicht, das sie vor dem Finanzcrash 2008 hatte.

Die sinkende Erwerbsquote

Bild: AP/FR61802 AP

Eine weitere Statistik, die von Obama nur ungern thematisiert wird, ist die so genannte «work force participation rate». Die Quote, die bemisst, wie viele arbeitsfähige Amerikaner tatsächlich arbeiten gehen oder wenigstens einen Job suchen, ist seit Jahren rückläufig. Unter Obama ging es jedoch besonders schnell nach unten. Standen bei seinem Amtsantritt noch 65,7 Prozent der Erwachsenen für den Arbeitsmarkt bereit, sind es inzwischen nur noch 62,9 Prozent – so wenig, wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Die besten Bilder von Barack Obama

Sicher: Der Wegfall industrieller Jobs spielt eine Rolle, die Alterung der Gesellschaft ebenfalls. Es gibt also strukturelle Effekte, für die Obama wenig kann. Aber selbst bei den Demokraten glauben einige, dass Obamas stetiger Ausbau staatlicher Transferleistungen den Trend zur Inaktivität zusätzlich beschleunigt haben könnte.

Ein Blick auf Männer im besten Erwerbsalter zeigt, wie dramatisch die Entwicklung ist: In der Altersgruppe zwischen 25 und 54 Jahren arbeiten heute prozentual weniger Amerikaner als zu Zeiten der Grossen Depression. Unter Männern ohne Uni-Abschluss ist inzwischen jeder fünfte US-Bürger so sehr entmutigt, dass er die Jobsuche aufgegeben hat. Für die Demokraten ist gerade Letzteres ein gewaltiges Problem: Männer ohne Studium gehörten lange zu ihren loyalen Wählern. Inzwischen bilden sie das Rückgrat von Donald Trumps Kampagne.

Die steigenden Schulden

Bild: Jon Elswick/AP/KEYSTONE

Ein drittes Feld, das Obama in der Regel übergeht, ist das Thema der Staatsschulden. Kein Wunder: Als er im Jahr 2008 übernahm, sassen die USA auf einem Schuldenberg von rund zehn Billionen Dollar, in seiner Amtszeit hat er sich auf knapp 20 Billionen Dollar verdoppelt. Die Staatsverschuldung beträgt heutzutage mehr als einhundert Prozent der Wirtschaftsleistung Amerikas.

Es ist umstritten, wie sehr die Verschuldung den USA schadet. Dass die USA trotz ihrer gewaltigen Miesen noch immer sehr einfach Staatsanleihen emittieren können, zeigt, dass der Rest der Welt Amerikas Wirtschaft als äusserst robust ansieht. Zudem geht der Schuldenanstieg nicht allein auf das Konto Obamas, Programme aus der Präsidentschaft George W. Bushs belasteten sein Anfangsbudget nicht unwesentlich. Doch Obama selbst pumpte nach der Finanzkrise Hunderte Milliarden Dollar in die Wirtschaft. Zudem setzte er teure Steuersenkungen durch, weitete die Arbeitslosenhilfe aus und stockte die Militärausgaben massiv auf. Vieles von dem mag positive Folgen gehabt haben – aber als disziplinierter Haushälter wird der 44. US-Präsident kaum in die Geschichte eingehen.

Das schwache Wachstum

Bild: JUSTIN LANE/EPA/KEYSTONE

Richtig ist: Obama hat die US-Wirtschaft nach dem Finanzcrash 2008 rasch wieder angekurbelt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs unter ihm jährlich rund zwei Prozent. Das Problem des Präsidenten: Obama ist der einzige Präsident in der Geschichte der USA, der nie drei Prozent schaffte. Ein Malus, der hängen bleibt.

Seine Leute sehen darin kein Problem, sie verweisen darauf, dass die Folgen der massiven Krise ein robusteres Wachstum nicht zugelassen hätten. Richtig ist aber auch, dass die Konjunktur in den USA nach schweren Einbrüchen in der Regel kräftig nach oben schnellt. Nach der Krise 1982 wuchs die US-Wirtschaft unter Ronald Reagan zum Beispiel um knapp fünf Prozent.

Die Liste der dunklen Seite der Obama-Jahre liesse sich fortsetzen: Amerikanische Studenten starten heute mit höheren Schulden ihre Berufskarriere als vor seinem Amtsantritt. Systemfehler in seiner Krankenversicherung führen im kommenden Jahr bei vielen Amerikanern zu einem dramatischen Anstieg der Selbstbeteiligung. Die Löhne liegen – inflationsbereinigt – nur unwesentlich höher als vor 20 Jahren. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. «Nicht alles ist Obamas Schuld. Auf etlichen Feldern hat der republikanisch dominierte Kongress blockiert und Fortschritte aktiv verhindert», gibt Paul K. Sonn vom «National Employment Law Project» zu bedenken. Aber auch er mahnt: «Es ist noch viel Arbeit zu tun.»

Die Mahnung dürfte vor allem an Hillary Clinton gehen. Wenn die Demokratin im November siegen sollte, wird sie sich Obamas Versäumnisse genau anschauen müssen. Ansonsten dürften die Republikaner in vier Jahren neue Argumente in der Hand haben.

Zusammengefasst: Es gibt eine Bilanz seiner Präsidentschaft, die Barack Obama gern verschweigt. Auch wenn es unter ihm wirtschaftlich generell bergauf ging, sprechen einige Faktoren eine andere Sprache. Bei den Schulden, der Erwerbsquote und auch einigen Arbeitslosenstatistiken schneidet er schlecht ab. Diese Entwicklung dürfte viele Wähler in die Arme von Donald Trump getrieben haben.

Ikonische Bilder

Donald Trump

Donald Trump – das Comeback des Hetzers

Trump, Sanders und das Ende des American Dream

Auch wenn du es eigentlich gar nicht sehen willst ... hier kommt Donald Trump! NACKT!

US-Wahlen: Trump bezeichnet Irak-Krieg als «dicken, fetten Fehler»

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
46 Kommentare anzeigen
46
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • rodolofo 26.10.2016 08:00
    Highlight Obama hat von der Bush-Regierung einen Staatshaushalt mit einer astronomischen Schuldenlast und halb-astronomischen Ausgaben für Militär und Geheimdienste, sowie zwei "Fässer ohne Boden" in Afghanistan und im Irak übernommen.
    Auch die Regierung Reagan hat damals mit ihren Steuerentlastungen für Reiche und Super-Reiche, sowie mit ihren Deregulierungen zum heutigen Schlamassel und zur enormen Ungleichheit in der Einkommens- und Vermögens-Verteilung sehr viel beigetragen.
    Das konnte Obama unmöglich rückgängig machen!
    Noch dazu konnten die Republikanisch dominierten Parlamente alles blockieren...
    13 1 Melden
    600
  • Grundi72 25.10.2016 22:56
    Highlight Als er im Jahr 2008 übernahm, sassen die USA auf einem Schuldenberg von rund zehn Billionen Dollar, in seiner Amtszeit hat er sich auf knapp 20 Billionen Dollar verdoppelt. Die Staatsverschuldung beträgt heutzutage mehr als einhundert Prozent der Wirtschaftsleistung Amerikas..

    Good luck with that...
    20 3 Melden
    600
  • stadtzuercher 25.10.2016 18:12
    Highlight "Unter Männern ohne Uni-Abschluss ist inzwischen jeder fünfte US-Bürger so sehr entmutigt, dass er die Jobsuche aufgegeben hat. Für die Demokraten ist gerade Letzteres ein gewaltiges Problem: Männer ohne Studium gehörten lange zu ihren loyalen Wählern. Inzwischen bilden sie das Rückgrat von Donald Trumps Kampagne."

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Ausser dass gerade diese Menschen hierzulande in den Medien aufs übelste beschimpft werden, weil sie nicht doch die neoliberale Clinton wählen.
    27 6 Melden
    • rodolofo 26.10.2016 08:06
      Highlight Falsch!
      Sie werden belächelt und verspottet, weil sie so doof sind, ein total unfähiges Grossmaul zu wählen!
      Wenn ich mit einem Baupfusch nicht zufrieden bin, dann setze ich doch auf den Rechtsstaat und auf Profis, die den Schaden beheben sollen und nicht auf einen Alkoholiker, der Nachts in der Beiz herum brüllt, wie grossartig er sei!
      Hillary Clinton ist zumindest professionell.
      Sie hat die Fähigkeiten, die es für den Präsidenten-Job braucht.
      Donald Trump hat diese Fähigkeiten eindeutig NICHT!
      9 4 Melden
    600
  • Brienne von Tarth 25.10.2016 16:29
    Highlight Wie aussagekräftig diese Statistik ist weiss ich nicht. Aber Google Trends zufolge sehen die Chancen für Trump gut aus. Klar, das sind nur die Suchanfragen, doch wieder spiegeln sie auch die Interessen des Volkes und da siehts für Trump wirklich nicht schlecht aus. (Sorry, dass das Bild nicht horizontal ist, aber sonst kann man es nicht lesen)
    8 13 Melden
    • Findolfin 25.10.2016 18:22
      Highlight Ja, aber viele Leute suchen auch einfach nach Trump, weil sie seine neusten Aussetzer sehen wollen und nicht, weil sie ihn wirklich wählen möchten.
      46 2 Melden
    600
  • Stefanie16 25.10.2016 15:02
    Highlight In der Schweiz bitte neben den offiziellen Arbeitslosenzahlen von 3% bitte alle 3 bis 6 Monate (Panelstudie) indizieren:
    * %Unterbeschäftigung in KMU mit 1 Mitarbeiter (MA)
    * % dito mit 2-5 MA
    * % dito mit 6-30 MA
    * % dito mit 31-100 MA
    * % dito mit 101-500 MA
    * % Ausgesteuerte
    * % Sozialhilfempfänger und
    * % Psychisch Kranke aufgrund von Arbeitsbedingungen (Mobbing etc.)

    Obwohl das in der heutigen Zeit und mit den zur Verfügung stehenden technischen Methoden kein Problem wäre, wird es nicht gemacht.

    Warum wohl? Was glaubt Ihr?
    48 3 Melden
    600
  • Alex23 25.10.2016 14:28
    Highlight An Obama wird man nochmal mit feuchten Augen zurückdenken, egal wer jetzt das Ruder übernimmt. Er hat das Erbe von acht Jahren G.W. antreten müssen. Wahrlich kein Zuckerschlecken. Und er hatte jede Menge Gegenwind.
    Hut ab vor dem Mann!
    119 37 Melden
    • Cachesito 25.10.2016 15:18
      Highlight Dem Votum kann ich mich nur anschließen. Obama ist für mich einer der besten Präsidenten die die USA 🇺🇸 in letzter Zeit gehabt haben.
      55 25 Melden
    • mortiferus 25.10.2016 17:17
      Highlight Genau, nach dem der Clown die USA zur Lachnummer gemacht hat, hat man die schwarze Kasperli Puppe erstmal eingesetzt. Sozusagen ein Zückerli, eine herzeige Puppe die wieder Sympathien in der Welt bringen sollte. Die hat dann vielen US Kritikern nach dem Munde geredet. Das Resultat war also nur warme Luft. Das Wahlen in den USA manipuliert werden weis man spätestens seit Al Gore. Falls mal einer zu selbstständig wird und zu weit aus der Spur gerät, wird er Beseitigt.
      30 40 Melden
    • JackMac 25.10.2016 21:50
      Highlight Kasperli Puppe? Fehlt nur noch, dass du Negerli sagst und wenn du ihm ein 5-erli eeinschiebst, er sich verneigen muss.
      Hallo?
      Was du hier publizierst ist mehr wie warme Luft, beleidigend und zeugt von schlechter Kenntnis der USA-Vorgänge
      25 20 Melden
    • rodolofo 26.10.2016 08:16
      Highlight @ JackMac
      Ich glaube nicht, dass das mortiferus rassistisch gemeint hat.
      Ich habe selber -vor allem am Anfang von Obamas Präsidentschaft- oft vom "Chäschbi" gesprochen, weil mir die Reden von Obama wie Sonntags-Predigten vorkamen.
      (Ein anderer solcher Prediger -im Republikanischen Lager- ist übrigens Ted Cruz.)
      Im 2.Teil seiner 8-jährigen Amtszeit hat Obama aber an Profil gewonnen. Über Twitter habe ich ihm geschrieben: Dear Barak Obama, I love you! Now you are our President!
      Allerdings macht der Faschistoide Militärisch Industrielle Komplex als Staat im Staate eh, was er will (z.B. Gentech).
      6 2 Melden
    600
  • Dovahkiin 25.10.2016 13:46
    Highlight Hey watson. Ich finde es also cool, dass ihr auch die andere Seite zeigt. :)

    Muss auch einmal gesagt werden!

    Ich wünschte es gäbe irgendwo eine total neutrale und nicht wertende Zeitung. Aber nicht einmal staatliche Medien schaffen das.
    65 21 Melden
    • INVKR 25.10.2016 14:00
      Highlight Das stelle ich mir extrem langweilig und deprimierend vor. Ich lese sehr gerne unterschiedliche Meinungen, zumindest wenn sie von qualifizierten Leuten stammen. Aber wenns dir gefällt, kannst du natürlich einfach Presseagenturmeldungen lesen, die sind nicht wertend...
      38 17 Melden
    • maddiepilz 25.10.2016 14:08
      Highlight Es gibt keine absolute Neutralität.
      57 5 Melden
    • DerWeise 25.10.2016 15:16
      Highlight Eine Zeitung hat nicht neutral zu sein, sondern objektiv!

      Bsp: Basel -YB: 2:0

      neutral: Niemand hat gewonnen

      objektiv: Basel hat gewonnen.

      16 34 Melden
    • Hierundjetzt 25.10.2016 16:14
      Highlight Gibt es. Heisst Bundesamt für Statistik. Da siehst Du sogar wie hoch die Fehlerquote ist.

      Das Problem ist die Schlussfolgerungen für uns Laien. zB ist jetzt 3% Arbeitslosigkeit viel oder wenig?

      Und exakt hier beginnt die Medienarbeit, im Helfen von zu und Einordnen von Daten
      13 5 Melden
    • Dovahkiin 25.10.2016 21:41
      Highlight Das BFS ist keineswegs so toll wie ihr denkt und hilft bei der Vertuschung der Tatsachen gerne mit. Beispiele? Daten wie z.B. viele Schweizer sind Doppelbürger werden (vieleicht absichtlich) nicht kommuniziert. Bei der letzthin veröffentlichten Statistik zu "wieviel haben einen Migrationshintergrund" welche von allen Medien übernommen wurde, wurden alle unter 15 Jahren (also über 20%) der Bevölkerung grosszügig nicht gezählt. Die (zwangs) "Volkszählungsdaten" sind ein Witz und interessante und Relevante Daten werden nicht erhoben, dafür aber unnötiges.
      Das BFS täuscht "Laien" absichtlich.
      12 6 Melden
    • Maett 26.10.2016 01:59
      Highlight @DerWeise: Sie haben ja eine exklusive Sicht auf die Definition von Neutralität, zumal ein Fussballresultat als Tatsache zu werten ist, und die Nennung somit gar nichts anderes als neutral sein kann.

      Nehmen wir als Beispiel doch lieber die US-Wahlen.

      Neutral: Ms. Clinton und Mr. Trump sind Kandidaten
      Parteiisch: Ms. Clinton ist eine Bedrohung für den Weltfrieden und Mr. Trump für den guten Geschmack

      Neutral: keine Wertung
      Parteiisch: wertend
      7 0 Melden
    600
  • deleted_975163467 25.10.2016 13:33
    Highlight Obama ist doch auch nur ein Präsident, ergo hat er genau nichts zu sagen, sondern muss alles durch den Kongress boxen, der von Republikanern beherrscht wird. Ich mag ihn als Präsidenten, aber zum Glück kann ein Präsident nicht alles alleine entscheiden, ist ja keine Diktatur dort!!
    57 15 Melden
    600
  • Licorne 25.10.2016 13:25
    Highlight Ist es nicht so, dass auch in der Schweiz die Sozialhilfebezüger nicht in der offiziellen Arbeitslosenstatistik erscheinen? Ich glaube sogar, das ist in vielen Ländern so (Deutschland?).
    Daher kann man ihm das nicht wirklich ankreiden - die meisten Länder polieren die Arbeitslosenquote.
    72 7 Melden
    • Hierundjetzt 25.10.2016 16:16
      Highlight Wenn Sie suchen, dann schon.

      Die CH ist das weltweit einzige Land, dass Arbeitslose mittels Vollerhebung erfasst. Daher stimmen unsere Zahlen zu 100% ohne Fehlerquote
      5 27 Melden
    • Licorne 25.10.2016 18:39
      Highlight Nein, in der offiziellen Statistik des SECO werden die Ausgesteuerten nicht miteinberechnet.

      Die Sozialhilfebezüger/ Ausgesteuerten werden in einer eigenen Statistik erfasst.

      Falls ich mich irre, bitte ich um einen Link. Mein gegoogle kam zu diesem Ergebnis.
      21 0 Melden
    • Daniel Caduff 26.10.2016 11:19
      Highlight In der Schweiz werden ebenfalls 2 Werte erhoben. Einerseits die SECO Statistik, die alle Personen umfasst, die bei einem RAV gemeldet sind. Auch als ausgesteuerte Person kann man beim RAV angemeldet bleiben, muss jedoch nicht. Vorteil SECO-Statistik: Keine Hochrechnung sondern Vollerhebung.

      Die 2. Statistik ist die "ILO-Statistik", die in vielen Ländern standardisiert erhoben wird, per (Telefon-)Befragung. Vorteil: Umfasst mehr Personen, also z.B. auch Sozialhilfebezüger. Wird in der CH alle 3 Monate vom BFS gemacht.

      Infos: http://bit.ly/2eQ99XC
      0 0 Melden
    • Daniel Caduff 26.10.2016 11:26
      Highlight (Teil 2)

      Statistik ist aber immer nur ein Modell der Wirklichkeit, keine Abbildung. Beide Modelle haben ihre Stärken und Schwächen. Bsp 1: Eine Alleinerziehende Mutter, die 40% arbeitet, finanziell nicht durchkommt, aber nichts findet, um z.B. auf 60% zu erhöhen. Gemäss SECO ist diese Frau nicht arbeitslos.

      Bsp 2: Der gutsituierte ex-Kadermitarbeiter, der mit 55 Jahren "reorganisiert" wird. Er gilt als arbeitslos, weil er beim RAV gemeldet ist. De facto kümmert er sich um seine VR-Mandate und erzielt weiterhin ein hohes Einkommen.

      Statistiken müssen deswegen korrekt interpretiert werden.
      0 0 Melden
    600
  • INVKR 25.10.2016 13:08
    Highlight Ich bezweifle eher, dass Arbeitssuchende dazu neigen, Trump oder generell republikanisch zu wählen. Wer auf den Sozialstaat angewiesen ist, wählt natürlich niemanden, der diesen am liebsten abschaffen würden. Habe dazu mal eine Statistik aus der Schweiz gesehen, wonach Arbeitssuchende, entgegen häufiger Vorurteile, zum überwiegenden Teil SP wählen und fast nie SVP. Man schimpft vielleicht gerne am Stammtisch über Ausländer und Linke, beisst aber trotzdem nicht die Hand die einen füttert.
    40 14 Melden
    • Hanslishans 25.10.2016 13:22
      Highlight Natürlich wählt man, wenn man nichts kann und nichts hat ,die Partei, die das Geld nur zu Gut zu verteilen weiss.
      25 60 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 25.10.2016 14:00
      Highlight @Hanslihans: Und wenn man nichts weiss und nicht selbständig denken mag, wählt man die Partei, die Unmengen an Versprechungen macht, diese dann in die Tonne schmeisst und den Konzernen tiiiief in den Allerwertesten kriecht, auf dem Buckel derer, die sie wählen.
      Ich hoffe, dass du jegliche Hilfe bzw. Unterstützung, die vom Staat kommt, ablehnst. Andererseits wärst du ja ein Heuchler. Du bist doch kein Heuchler, oder?
      57 19 Melden
    • Hanslishans 25.10.2016 14:20
      Highlight The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I.

      Du darfst mich sehr gerne zu den guten Nettozahlern dazuzählen.

      "Ich hoffe, dass du jegliche Hilfe bzw. Unterstützung, die vom Staat kommt, ablehnst. "
      Sehr gerne, wenn ich im gleichen Zuge auch all die Sozialleistungen zurückerhalte, die ich geleistet habe.
      16 33 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 25.10.2016 15:07
      Highlight @Hanslihans: Also bist du einer derer, der zu viel Kohle hat und rechts wählt, weil er schlau genug ist, zu verstehen, dass diese Parteien für ihn politisieren, auf dem Buckel der Mehrheit?
      Du weisst aber schon, was Solidarität bedeutet oder? Dir ist bewusst, dass dich das zu einem noch grösseren Heuchler macht, als ich dachte? Denn du hättest die Unterstützung des Staates nicht nötig, würdest sie aber auch nicht ablehnen. Wir leisten alle einen Beitrag zu den Sozialleistungen. Manche werden es nie brauchen, andere dringend. Solidaritätsprinzip halt. Verstehst du wohl leider nicht, schade.
      29 12 Melden
    • Hanslishans 25.10.2016 16:39
      Highlight The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I.

      Ich arbeite für mein Geld, dieses Prinzip scheint bei deinesgleichen leider oft nicht verstanden zu werden.

      "weil er schlau genug ist, zu verstehen, dass diese Parteien für ihn politisieren, auf dem Buckel der Mehrheit?"

      Ich verstehe durchaus, dass es mühsam und zum Teil auch schwierig ist, sich ein Leben aufzubauen, auf dass man stolz sein kann. Ich würde dies jedoch trotzdem jedem anraten. Man ist nicht nur ausgeglichener, es lässt sich auch durchaus besser schlafen. Neid vergiftet den Charakter, recheck yourself :)
      17 27 Melden
    • E7#9 25.10.2016 22:19
      Highlight Louie: Nach deiner Ansicht ist ein Rechtswähler der kein Vermögen besitzt im Unterschied zum Linken automatisch jemand der nicht selbständig zu denken vermag. Hat er jedoch Besitz ist er natürlich ein Heuchler. Du gibst ihm also von vornherein keine Chance ein akzeptabler Mensch zu sein. Schön für dich, dass du dich selber für so gut betrachtest um nicht mal zu merken wie arrogant dein Denken ist. Sorry wenn ich so direkt bin, aber wenn ich deine grossen und verurteilenden Worte in Ahnlehnung an Solidarität und Sozialem lese, dann glaube ich, dass du selber der grösste Heuchler von allen bist.
      17 3 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 26.10.2016 07:40
      Highlight @hansli: ou, jetzt schwingst du dich aber auf das höchste Ross, das du finden konntest, wie?
      Meinesgleichen? Was bin ich denn für einer? Soviel ich weiss, stehe auch ich jeden Morgen auf und gehe zur Arbeit. Und stolz bin ich durchaus auf mein Leben, auch ohne ein assozialer Heuchler zu sein.
      4 2 Melden
    600
  • Radiochopf 25.10.2016 13:01
    Highlight Schade, so ein Artikel hätte ich mir gerne von Herr Löpfe gewünscht! Stattdessen gab es ein Loblied auf Obamas Aussenpolitik http://www.watson.ch/Wirtschaft/Best%20of%20watson/362696469-Warum-Barack-Obama-als-grosser-Pr%C3%A4sident-in-die-Geschichte-eingehen-wird

    Obama wird ja auf jeden Fall in die Geschichte eingehen, man sollte auch mal ein wenig kritisch hinschauen statt alles zu loben.. dieser Artikel zeigt doch all zu gut, dass er innenpolitisch wenig positives bewegt hat.. über die Aussenpolitik kann man sich streiten..
    42 17 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 25.10.2016 14:02
      Highlight Dir ist aber schon bewusst, dass Obama nicht als Alleinschuldiger hingestellt werden kann, oder? Der Kongress ist fest in republikanischer Hand und hat es sich auf die Fahne geschrieben, Obama zu behindern, wo immer es möglich ist. Er hat sicher Fehler gemacht, aber nicht alles ist auf seinen Mist gewachsen.
      40 7 Melden
    600
  • Chili5000 25.10.2016 12:54
    Highlight Ich fasse es nicht das Herr oder Frau Medick hier die Amtszeit von Obama schlecht darstellen möchte. Man sollte das immer im Kontext zu seinem Vorgänger sehen. Das er mit dem Republikanisch dominierten Kongress überhaupt irgend etwas erreichen konnte ist allein schon ein Wunder. Übrigens werden die Arbeitslosenzahlen auf diese Art und Weise Weltweit ermittelt, auch hier bei uns. Und das sein Wirtschaftswachstum nicht die 3% erreicht hat? Echt jetzt? #hatersgonahate
    36 39 Melden
    • Hanslishans 25.10.2016 13:23
      Highlight He could(nt) offensichtlich.
      7 14 Melden
    • Connor McSavior 25.10.2016 13:35
      Highlight Der Hashtag am Schluss (in falschem Englisch) disqualifiziert Ihren Kommentar eigentlich schon, ich gehe aber trotzdem darauf ein: ich lese in letzter Zeit immer mehr, dass kritische Artikel und Autoren zu verschiedenen Themen immer gleich als sog. "Hate(r)" abgestempelt werden. Wo eine Meinung ist, ist immer auch eine Gegenmeinung, das gehört zur Politik und zu den Grundzügen der Menschheit. Dieser Artikel ist beleuchtet meiner Meinung nach sachlich aber kritisch eine Seite von Obamas Amtszeit, die vlt. von gewissen Leuten ungerne erwähnt wird, es aber trotzdem "verdient" hat, erwähnt zu sein
      51 5 Melden
    • Chili5000 25.10.2016 19:37
      Highlight Ich finde nicht dass es verdient ist ein schlechtes Licht auf etwas zu richten obwohl jemand praktisch nichts dafür kann. Das gleiche Beispiel wäre es, wenn jemanden erste Hilfe leistet bei einem Unfall und dann diese Person dafür kritsiert wird ihr eigenes Leben evtl. gefärdet zu haben. Das ist meine Meinung, sie ist für mich relevant, unabhägig davon ob mein Hashtäg! Falsch geschrieben ist oder nicht! Salut!
      3 2 Melden
    600
  • fischbrot 25.10.2016 12:46
    Highlight Obamas Qualität wird leider immer wieder an den höchst unrealistischen Erwartungen des amerikanischen Volkes statt an der politischen Realität gemessen.

    Mark Lilla hat zu diesem Phänomen einen fantastischen Artikel in der NZZ publiziert, welcher die amerikanische Seele auf pointierte Weise beleuchtet:

    http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgeschehen/mark-lilla-ueber-amerikas-optimismus-nein-wir-koennens-nicht-ld.123878
    40 4 Melden
    600
  • sassenach 25.10.2016 12:44
    Highlight Das Problem mit den Quoten haben alle Länder. Auch in der Schweiz werden nur die gemeldeten Arbeitslosen ausgewiesen. Sozialhilfeempfänger, Invalide, Hausfrauen ohne Job und Leute, die sich gar nicht beim Amt melden, werden nicht migezählt. Es ist auch sehr schwierig, diese Zahl zu definieren. Wie viele Hausfrauen hätten gerne einen Job, aber melden sich natürlich nicht beim RAV? Wie viele Sozialhilfebezüger sind ausgesteuerte Arbeitslose? Teilzeitinvalide ohne Nebenjob?
    33 2 Melden
    600
  • Crecas 25.10.2016 12:29
    Highlight Hätte der Autor seine Hausaufgaben gemacht, hätte er gesehen, dass die sinkende Partizipationsrate zu 95% daher stammt, dass die Babyboomer in Pension gehen.

    Damit zusammenhängend ist auch das weniger starke Wirtschaftswachstum. Viel wichtiger hier aber, dass wir in einem Tief-Wachstumsumfeld sind und die USA mehr gewachsen ist als alle westlichen Staaten. It's a relative game.

    Von "düster" würde ich hier also nie sprechen. Für die Aussenpolitik mag das eher zutreffen, aber die Wirtschaft ist definitiv das, was gut war unter Obama.
    31 14 Melden
    600
  • Lowend 25.10.2016 12:10
    Highlight Aber verglichen mit Europa geht es den USA doch um einiges besser und unter dem Strich stellt sich nach der ganze Finanzkrise des letzten Jahrzehnts eher die Frage, welche Form der Bankenrettung weniger schlecht funktioniert hat und meiner Meinung nach stehen da die Staaten, welche, wie die Schweiz und die USA, massiv Geld in die Hand nahmen und es den Banken direkt in den Rachen schoben besser da, als jene Staaten, die über die Austeritätspolitik ihre Probleme den Menschen direkt aufbürdeten und daher geht es in dem Artikel eher um einen ökonomischen Glaubenskrieg, als um Obamas Amtsführung.
    48 28 Melden
    • Zuagroasta 25.10.2016 12:34
      Highlight Meinst du Keynes ve ordoliberal? :)
      8 4 Melden
    • Hanslishans 25.10.2016 12:42
      Highlight "Aber verglichen mit Europa geht es den USA doch um einiges besser"

      Ja, denen die reich sind geht es sicherlich gut. Denjenigen, die Lebensmittelmarken benötigen und sich keine Krankenversicherung leisten können wahrscheinlich weniger.
      46 3 Melden
    • Oliver Stäuble 25.10.2016 12:55
      Highlight Den Schweizer Banken geht es trotz Staatsgarantien nicht wirklich gut. Nicht mein Problem. Obamas Wirtschaftspolitik finde ich jedoch ungenügend, weil er zuwenig Innovationen geschaffen hat. Und viel "Change" hat er auch nicht gebracht.
      17 20 Melden
    600

Der Bund überwies den Clintons eine halbe Million

Mitten im Steuerstreit spendete die Deza an die Clinton Foundation – die Wohltätigkeitsstiftung der Familie der damaligen US-Aussenministerin Hillary Clinton.

Das Jahr 2011 begann schlecht für den Schweizer Finanzplatz. Im Februar liess die US-Justiz vier Angestellte der Grossbank Credit Suisse verhaften und leitete wenig später Strafuntersuchungen gegen zehn weitere Banken ein. Schritt für Schritt erhöhten die Amerikaner den Druck auf den Bundesrat, die Banken zur Herausgabe von Kundendaten zu zwingen.

Nun zeigen Recherchen, dass die Schweiz in dieser äusserst angespannten Phase des Steuerstreits eine Spende in der Höhe von knapp einer halben …

Artikel lesen