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Gipfeltreffen in Peking: Wladimir Putin, Xi Jinping und Sergej Lawrow. Bild: AP/POOL SPUTNIK KREMLIN

«Neue Seidenstrasse»: Wie China mit 900 Milliarden Dollar die Welt erobern will

In Peking feiert China mit der «neuen Seidenstrasse» das grösste Entwicklungsprogramm seit dem Marshallplan. Europa und Deutschland sind skeptisch – haben dem Ehrgeiz der Chinesen aber bislang nichts entgegenzusetzen.

15.05.17, 04:34 15.05.17, 12:23

Bernhard Zand, Peking

Ein Artikel von

China rief, und fast alle sind gekommen: Mehr als hundert Länder von vier Kontinenten haben Delegationen geschickt, von Spanien bis Nordkorea, von Chile bis Tadschikistan. Wladimir Putin ist eingeflogen, Burmas Aussenministerin Aung San Suu Kyi, Rodrigo Duterte, der Präsident der Philippinen, und aus Berlin die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Die Pekinger erdulden an diesem Wochenende Strassensperren, Sicherheitsvorkehrungen und eine Polizeipräsenz wie seit Jahren nicht mehr.

Grosses Stelldichein in Peking. Bild: AP/Xinhua

Der Anlass des Gipfeltreffens: Die Kommunistische Partei feiert die «Neue Seidenstrasse», die von Staatschef Xi Jinping ausgerufene Initiative, welche die Staaten entlang Chinas alter Handelsrouten zu Lande und zur See enger an das Reich der Mitte binden soll.

Mit einem Volumen von rund 900 Milliarden Dollar ist es das grösste Investitionsprogramm seit dem Marshallplan, mit dem die USA nach dem Zweiten Weltkrieg dem zerstörten Westeuropa wieder auf die Beine halfen. China will im eurasischen Ausland in Pipelines und Kraftwerke investieren, es geht um ein Netzwerk aus Strassen, Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen zwischen Asien und Europa – also um Infrastruktur. Und es geht um Chinas Ruhm und Einfluss – also um Geopolitik.

Wer profitiert von diesem Projekt? Wer hat dabei etwas zu verlieren? Und warum sind Westeuropäer so zurückhaltend dabei, sich an der «Neuen Seidenstrasse» zu beteiligen?

Die Gewinner

Auch wenn chinesische Politiker das Gegenteil behaupten: Das grosse eurasische Hilfsprojekt soll vor allem China selbst helfen – seinen Bau-, Stahl- und Transportunternehmen, die sich hoch verschuldet und riesige Überkapazitäten aufgebaut haben. Chinas Städte und Provinzen, denen viele dieser Unternehmen gehören, verfügen selbst inzwischen über eine hervorragende Infrastruktur und haben deshalb keine grossen Aufträge mehr, um weiterhin Millionen von Arbeitern zu beschäftigen.

Von deren Know-how und dem Geld der reichen chinesischen Zentralregierung wiederum können zwischen Südasien bis Nordafrika viele Länder profitieren, die moderne Strassen und Eisenbahnen brauchen und wo – anders als in China – Stromausfälle eher die Regel als die Ausnahme sind. Warum soll davon nicht auch China etwas haben? Der Marshallplan hat ja auch nicht nur den Europäern geholfen, sondern auch der US-Wirtschaft.

Noch mehr als die Völker zwischen Laos und Marokko dürften allerdings deren Eliten von Chinas Investitionen profitieren. Wo Milliarden fliessen, versickern Millionen – das hat der Aufbau von Chinas Provinzen gezeigt, wo in den vergangenen Jahren Hunderttausende korrupter Beamter aus dem Verkehr gezogen wurden.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist in Peking zu Gast. Bild: EPA/REUTERS POOL

Die Verlierer

In Ländern wie Sri Lanka oder Kenia gehen Menschen schon heute auf die Strasse, weil sie am Rande von Seidenstrassen-Projekten um ihre Eigentums- und Bürgerrechte fürchten. China ist gut darin, Massen mit Wohnraum, Transport, Energie und Bildung zu versorgen – der Schutz individueller Menschenrechte dagegen war noch nie eine Stärke des chinesischen Systems, und für Demonstranten und politischen Widerstand hat Peking grundsätzlich kein Verständnis.

Aus einem anderen Grund fürchtet Indien die Seidenstrassen-Initiative: Neu-Delhi sieht sich von China eingekreist, denn einige der grössten Projekte treibt Peking ausgerechnet in Pakistan, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka voran. Indiens Premier Narendra Modi ist einer der wenigen von Chinas Nachbarn, der nicht zum Gipfel nach Peking reiste – anders als Russlands Präsident Putin, den allerdings ähnliche Sorgen plagen: Auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisien, Turkmenistan und Weissrussland investiert China in grossem Massstab und stört damit die Kreise der Weltmacht Russland.

Die Zweifler

Aus der Europäischen Union sind die Ministerpräsidenten Polens, Ungarns, Tschechiens und Griechenlands nach Peking gereist, aus Italien kam Paolo Gentiloni, aus Spanien Mariano Rajoy. Bundeskanzlerin Merkel und Premierministerin Theresa May, um deren Teilnahme sich Peking sehr bemüht hatte, lassen sich durch Minister vertreten und stehen Chinas Seidenstrassen-Plänen generell eher skeptisch gegenüber.

Das liegt zum einen an den ruppigen Methoden, mit denen China versucht, seine eigenen Interessen durchzusetzen: Am Sonntagmorgen hiess es aus europäischen Kreisen in Peking, die EU-Staaten würden ein geplantes Gipfel-Dokument über Handelsfragen nicht unterschreiben – China habe europäische Forderungen nach transparenten Ausschreibungen sowie hohen Umwelt- und Sozialauflagen zurückgewiesen.

karte: spiegel

Zum anderen stört auch die Westeuropäer der geopolitische Ehrgeiz der Chinesen, die nicht nur Indien und Russland herausfordern, sondern auch an Europas Peripherie eine eigene Agenda verfolgen: So unterhält Peking unter dem Namen «16 plus 1» ein Forum, in dem es seine Investitionen in ehemaligen Ostblockstaaten wie Ungarn, Polen und Rumänien koordiniert; ein ähnliches Format sucht Peking mit den Mittelmeer-Anrainern innerhalb und ausserhalb der Europäischen Union.

Die Skepsis der Europäer ist verständlich, denn China möchte die Handelskorridore entlang der «Neuen Seidenstrasse» nach seinen eigenen Bedürfnissen und nicht denen Berlins oder Brüssels gestalten. Allein mit Skepsis und diplomatischer Zurückhaltung wird das schwer zu verhindern sein: Europa muss Chinas geopolitischen Ambitionen eine eigene Initiative entgegensetzen oder selbst Geld und Ressourcen in die «Neue Seidenstrasse» investieren.

Den Anfang könnte die EU in Nordafrika machen, ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, von wo jährlich Tausende von Flüchtlingen und Migranten nach Europa aufbrechen: In Algeriens Hauptstadt Algier wurde vor ein paar Wochen das Minarett der El-Dschazair-Moschee fertiggestellt, mit 265 Metern eines der höchsten Bauwerke Afrikas – und krönender Abschluss eines der grössten Gebetshäuser der Welt.

Errichtet wurden Minarett und Moschee nicht von einem europäischen Unternehmen, sondern von der «China State Construction Engineering Corporation», die in Peking ihren Sitz hat  – mehr als 9000 Kilometer von Algier entfernt.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • m. benedetti 16.05.2017 12:27
    Highlight Die USA kontrollieren die Weltmeere und dagegen kann China nicht wirklich dagegen halten. Die neue Seidenstrasse ist deshalb für die USA und für Japan eine grosse Gefahr, denn es könnte sie plötzlich an den Rand des Welthandelsgeschehens befördern.
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    • Fabio74 17.05.2017 20:36
      Highlight das denk ich kaum
      die USA sind noch immer der grösste Markt der Welt neben Europa
      0 2 Melden
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  • CASSIO 16.05.2017 10:30
    Highlight "Europa und Deutschland..." es reicht, wenn Ihr "Deutschland" schreibt.
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  • Discombobulate 16.05.2017 09:34
    Highlight Ich persönlich finde es unter dem Strich eine gute Sache - schon deswegen weil es endlich einige Staaten "wagen" sich gegen die USA aufzubäumen. Aber nicht mit Kriegen und Waffen und Gewalt...

    Übrigens, die Chinesen sind nicht nur in Algier tätig... recherchiert mal was die so im Balkan treiben und wie viel sie da investieren. Da wo ich her komme, werden z.b. riesige Autobahnen gebaut - z.t. sogar von chinesischen Arbeitern.
    6 1 Melden
    • Fabio74 17.05.2017 20:37
      Highlight das bringt aber den Länder keine Arbeit, sondern nützt nur den Chinesen.
      Kolinialismus 2.0
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  • Tropfnase 15.05.2017 13:38
    Highlight Da stinkt Trumps Mäuerchen ab dagegen 👍
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  • Liselote Meier 15.05.2017 12:38
    Highlight Nja die diplomatische Rückhaltung ist reines Theater von Deutschland und GB um die USA nicht vollkommen zu brüskieren. Bei der AIIB (Asiatische Infrastrukturinvestmentbank), welche daran Massgeblich beteiligt ist, sind beide Länder dabei und selbst der Rappenspalter Schäuble findet es eine gute Idee.

    Wer Konsequent dagegen ist, ist die USA und versucht Einfluss zu nehmen. Der Zug ist aber abgefahren wegen ihrer Unwilligkeit den IWF zu Reformieren. Bye, Bye US-Hegemonie.
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    • Fabio74 17.05.2017 20:39
      Highlight Der Zug der USA ist längst nicht abgefahren.
      Auch wenn dies einige gern hätten. Ob diese "Seidenstrasse" rentieren wird, sehen wir dann
      0 4 Melden
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  • Adrian Habegger 15.05.2017 10:43
    Highlight Solange EU-Bashing on breiten teilen der Bevölkerung zum guten ton gehört, so lange wird sich Europa auf einem absteigenden Ast befinden. Es ist zT erschreckend wieviele Konservative ihre europäischen Wurzeln ignorieren und für antike Landesgrenzen kämpfen... Die heutigen Probleme sind global und erfordern eine Gemeinsame Strategie die aber ohne ein einiges Europa von den Chinesen Russen und amerikaner bestimmt wird...
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  • Töfflifahrer 15.05.2017 07:52
    Highlight Europa wird wohl nichts unternehmen, da die intern auf keinen Nenner kommen. Jedes europäische Land will profitieren und gönnt keinem anderen Land einen Auftrag. Die reiben sich so gegenseitig auf.
    Ich hoffe ich täusche mich, denn die Schweiz muss aufpassen da nicht in den negativen Sog reingezogen zu werden.
    21 0 Melden
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  • Sensenmaa 15.05.2017 07:44
    Highlight Eigentlich kann man dazu sagen dass viele verlieren werden, ausser China und die Verbündeten
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    • Beobachter24 15.05.2017 10:21
      Highlight Was würde z.B. "Europa" verlieren?
      18 1 Melden
    • Hades69 15.05.2017 11:51
      Highlight Der einzige der Verlieren würde wäre Amerika, darum wird es hier auch so negativ aufgenommen. Denn die sind auf Ihrer Insel ohne bedeutende Rohstoffe und würden dazu ihre Seehoheit verlieren, da nicht mehr benötigt.
      Ausser sie Verbreiten auf der ganzen Welt Krieg um Ihre Rüstungsgüster abzusetzen. Oh warte...
      16 3 Melden
    • Beobachter24 15.05.2017 15:36
      Highlight "Seehoheit"?
      Die US Navy wird noch ziemlich lange die mächtigste "Seemacht" bleiben. Aber eine globale Seehoheit ist schon lange nicht mehr möglich (falls es das je war).
      Der Streit um die Vormacht im Südchinesischen Meer hat u.a. mit OBOR zu tun, aber nicht nur.

      OBOR ist eins der Mittel um den U$D als Leitwährung abzuschaffen. Wenn „one belt - one road“ mal richtig läuft, dann wird die Bedeutung des Dollars abnehmen.
      Die USA freuen sich bestimmt nicht über dieses Projekt. Es wird ihre „supremacy“ relativieren.
      11 0 Melden
    • Liselote Meier 15.05.2017 18:14
      Highlight Die Briten hatten sie durchaus, vorallem im Viktorianischem Zeitalter. Deshalb hattens auch keine Freude an Bismarcks Flotten Politik. Was ein wesentlicher Kriegsrund für der Briten im 1.WK war.

      Eine schlagfärtige Flotte ist ziemlich Kostspielig. Muss man sich auch leisten können.

      Die Inseln im Südchnesischen hat mit OBER nicht viel zu tun.

      Die Schütten Inseln auf und setzten eine Chinesische Flagge drauf, um den Anspruch auf vermutete Öl-Quellen zu beanstanden.

      Ist das selbe wie Norwegen oder die USA in der Arktis machen oder die Russen mit der Flagge unter dem geografischen Nordpol


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    • Fabio74 17.05.2017 20:42
      Highlight @Meier: Falsch: Norwegen, die USA (Alaska) sind Anrainer des Nordpols und darum sind die Ansprüche wohl zu klären
      Aber die Inseln im Südchinesischen Mehr Hunderte Meilen südlich vom Chinesischen Festland hat nur mit Machtpolitik und Einschüchterung der Nachbarn, Vietnam, Philippinen etc zu tun
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  • kleiner_Schurke 15.05.2017 07:36
    Highlight Die neue Seidenstrasse gibt es schon längst. Man gucke sich nur an wo all die Schiffe durchzirkulieren, man sehe sich die Hauptachsen der Luftfahrswege an. Deutschland hat damit nicht mehr viel zu tun aund auch nichts zu bieten. Die Zentren dieser Sierdenstrasse heissen Sahnghai, Honkong, Dubai usw. Dort tanzt der Bär!
    21 3 Melden
    • Luca Brasi 15.05.2017 10:36
      Highlight Es geht doch gerade um den Ausbau der Infrastruktur zu Lande und zur See mit Einbezug der verschiedenen Länder von Europa bis Asien und Afrika. Will ja niemand die jetzigen Wege abschaffen, aber wenn man den Handel ausweiten kann und Arbeitsplätze durch Infrastrukturerneuerung schaffen kann, wieso nicht?

      PS: Kenne Sahnghai und Honkong gar nicht. ;P
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    • kleiner_Schurke 15.05.2017 20:12
      Highlight Ja wieso denn nicht?
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    • CASSIO 16.05.2017 10:35
      Highlight in lateinamerika sieht man schon seit langem, wohin diese "seidenstrasse" führt. viele billige einheimische produkte wurden von noch billigeren chinesischen produkten abgelöst. die einheimische industrie erlitt teils grossen schaden. gleichzeitig verhindern chinesen markteintritte, ein faires geschäft sieht anders aus.
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  • Donald 15.05.2017 07:23
    Highlight Gute Einleitung. So, um was geht es jetzt genau?
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  • Fabio Friedli (Tungsten) 15.05.2017 07:13
    Highlight "Europa und Deutschland sind skeptisch."?
    Habe ich verpasst, dass Deutschland nicht mehr zu Europa gehört?

    Sonst ein sehr lesenswerter Artikel, danke Watson!
    11 3 Melden
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  • Zeit_Genosse 15.05.2017 07:02
    Highlight Wenn der Westen wegen kostenvorteilen die Arbeit und Produktion nach China vergibt muss man sich nicht wundern, wenn mit diesem westlichen Geld China alles aufkauft. Die Ironie: Der Kapitalismus verhilft China zur Macht.
    32 0 Melden
    • Die Besorgte 16.05.2017 12:39
      Highlight Es ist bedenklich wie wir zuschauen, wie die Chinesen an Macht gewinnt. Der rote Apparat ist egoistisch, selbstgerecht und stellt sich über die Gesetze aller. Ein Land, das Menschenrecht mit Füßen tritt, sollte niemals mächtig werden. Du sagst es richtig, der Kapitalismus unterstützt China dabei - auch wenn China durch und durch künstlich getrieben ist. China will die Weltherrschaft und saugt das Know How der westlichen Welt aus. Anschliessend werden sie ausgespuckt und zurückgelassen. China kennt keine Dankbarkeit, kein Miteinander geschweigedenn Anstand. Aber trotzdem funktioniert ihr Spiel!
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