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1100 Tote in der «Rana Plaza»-Fabrik: Besitzer muss ins Gefängnis (aber nicht deswegen)

29.08.17, 16:25 29.08.17, 16:49

Sohel Rana wird abgeführt. Bild: EPA/EPA

Ein Gericht in Bangladesch hat den Besitzer der Textilfabrik Rana Plaza, bei deren Einsturz im Jahr 2013 mehr als 1100 Menschen ums Leben kamen, zu drei Jahren Haft verurteilt.

Der Geschäftsmann Sohel Rana wurde am Dienstag allerdings nicht wegen der tödlichen Tragödie, sondern wegen eines Finanzdelikts schuldig gesprochen. Gegen ihn laufen vier weitere Verfahren, unter anderem wegen Mordes wegen des Fabrikeinsturzes. Hier droht ihm die Todesstrafe.

Der Schuldspruch vom Dienstag war die erste Verurteilung Ranas überhaupt, sagte Staatsanwalt Salahuddin Eskander zur Nachrichtenagentur AFP. Rana wurde schuldig gesprochen, sein Vermögen nicht den Anti-Korruptionsbehörden des Landes mitgeteilt zu haben.

Ranas Anwalt kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Sein Mandant habe den Anti-Korruptionsbehörden nicht Folge leisten können, weil er zu der Zeit ihrer Aufforderungen in Gewahrsam gewesen sei, sagte der Verteidiger.

1100 Tote in den Trümmern der Rana Plaza Fabrik. Bild: AP/AP

Am 24. April 2013 war der Fabrikkomplex Rana Plaza in einem Vorort von Dhaka unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen eingestürzt. Dabei wurden 1130 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Mehrere westliche Kleidungsfirmen hatten im Rana Plaza Ware produzieren lassen.

Rana wurde nach der Katastrophe an der indischen Grenze gefasst, als er das Land verlassen wollte. Neben ihm sind 37 weitere Menschen angeklagt. Sie alle könnten in dem Fall zu Tode verurteilt werden. (sda/afp)

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  • Ökonometriker 29.08.2017 22:20
    Highlight Ironie des Schicksals: er sieht aus wie ein Frosch und heisst auch noch Rana.
    3 1 Melden
    600
  • äti 29.08.2017 16:54
    Highlight "Mehrere westliche Kleidungsfirmen hatten im Rana Plaza Ware produzieren lassen."

    ---> Es fehlt die Liste dieser westlichen Kleidungsfirmen!
    54 3 Melden
    • Datsyuk 29.08.2017 17:41
      Highlight Das hiesse eben, auch Verantwortung zu übernehmen.
      29 0 Melden
    • Pedro Salami 29.08.2017 18:48
      Highlight Hm, warum? Schuldig ist wer illegal aufstocken liess und evt. jene die sich schmieren liessen. Davon müssen die ausländischen Auftraggeber des Produzenten ja nichts wissen.
      5 15 Melden
    • sontau 29.08.2017 18:50
      Highlight äti, ALLE gängigen westlichen Firmen lassen in Billiglohnländern produzieren, bis hin zu den Designerlabels. Es gibt Nischenunternehmen, die fair produzieren lassen. Aber deren Auswahl ist halt klein und vergleichsweise teuer, was leider nicht dem Zeitgeist "viel und billig und jetzt gleich" entspricht.
      17 0 Melden
    • Rendel 29.08.2017 19:14
      Highlight Manche können sich auch keine fair produzierten Kleider leisten.

      pedro salami, man kann nicht genug darauf hinweisen und die Kleiderfirmen erwähnen. Das übt auf diese Druck aus, dass die Bedingungen in den Produktionsländern verbessert werden und sie sich darum kümmern müssen. Natürlich nur wenn das die Konsumenten bei uns interessiert.
      10 3 Melden
    • Elias D. 29.08.2017 19:40
      Highlight Folgende Labels kauften im Zeitraum 2013 in genau dieser Fabrik ein (direkt produzieren lässt keiner): Benetton, El Corte Inglés, KiK und Mango. (https://www.publiceye.ch/de/kampagnen-aktionen/eilaktionen/rana-plaza-fabrikeinsturz-in-bangladesch/)

      Auch sehr spannend in diesem Zusammenhang:
      11 0 Melden
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