International

Donald Trump wäre wohl nie Präsident geworden, wenn sein Grossvater in Deutschland hätte bleiben dürfen. Bild: PETER FOLEY/EPA/KEYSTONE

Wie Deutschland den US-Präsidenten Trump hätte verhindern können

Publiziert: 22.11.16, 10:42 Aktualisiert: 22.11.16, 11:11

Der neue US-Präsident Donald Trump hatte lange ein etwas gestörtes Verhältnis zu seiner deutschen Herkunft. Sein Vater Fred Trump hatte die Legende in die Welt gesetzt, die Familie stamme aus Schweden. Grund war die antideutsche Stimmung in den USA aufgrund der beiden Weltkriege.

Heute ist es kein Geheimnis mehr, dass Donalds Grossvater Friedrich Trump 1869 in Kallstadt im heutigen Rheinland-Pfalz geboren wurde, das damals zum Königreich Bayern gehörte. 1885 wanderte er in die USA aus, wo er mit dem Goldrausch in Alaska einiges Geld verdiente, angeblich auch als Bordellbetreiber. 1892 wurde Friedrich Trump amerikanischer Staatsbürger.

Friedrich Trump (l.) und sein Sohn Fred. bild: pd

1901 kehrte er nach Kallstadt zurück, um Elisabeth Christ zu heiraten. Er zog mit ihr wieder in die USA, doch weil seine Frau von Heimweh geplagt war, wollte sich das Ehepaar 1905 endgültig in Deutschland niederlassen. Die Behörden verweigerten Trump jedoch die Wiedereinbürgerung, weil er sich vor der Auswanderung nicht ordnungsgemäss abgemeldet und keinen Militärdienst geleistet hatte. Den Trumps blieb nur die Rückkehr nach Amerika.

So weit sind die Fakten bekannt, auch watson berichtete darüber. Nun hat der Historiker Roland Paul, pensionierter Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, im Landesarchiv Speyer die Akte Trump ausgegraben. Sie belegen Friedrich Trumps gescheiterten Versuch, die Staatsbürgerschaft zurückzuerhalten.

Ausweisung verfügt

Er hatte sich intensiv darum bemüht und schrieb zahlreiche Briefe, unter anderem an den bayerischen Prinzregenten Luitpold. Doch die versäumte Abmeldung und der nicht geleistete Militärdienst wogen zu schwer. Am 27. Februar 1905 verfügte das Königliche Bezirksamt Dürkheim, der «amerikanische Bürger und Rentner Friedrich Trump» müsse «längstens bis zum 1. Mai lfd. Jrs.» das bayerische Staatsgebiet verlassen.

Einer der Briefe, in denen Friedrich Trump um seine Wiedereinbürgerung ersuchte. Bild: AP/Landesarchiv Speyer

Am 1. Juli 1905 bestiegen Friedrich und Elisabeth Trump in Hamburg das Dampfschiff «Pennsylvania». Ironie des Schicksals: Zu jenem Zeitpunkt war Elisabeth schwanger, in New York brachte sie ihren Sohn Frederick «Fred» Trump zur Welt, Donalds Vater. Hätten die deutschen Behörden den Grossvater nicht rausgeworfen, es hätte wohl keinen Präsidenten Trump gegeben. (pbl)

Trumps Vorfahren stammen aus Kallstadt

Hol dir die App!

User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
23 Kommentare anzeigen
23
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • deleted_651845952 23.11.2016 07:09
    Highlight Und hätte Kolumbus Amerika nicht entdeckt, wer weiss....

    Vielleicht können wir auch noch Ötzi dafür verantwortlich machen.

    Hätte, hätte, Fahrradkette....

    Warten wir doch mal die 4 Jahre ab.

    Irgendwann ist es auch genug mit den lustigen Trump-Beiträgen.
    7 3 Melden
    • trio 26.11.2016 10:22
      Highlight @Beanie die lustigen Obama Beiträge haben auch nie wirklich aufgehört. Wo ist also das Problem?
      1 0 Melden
    600
  • samanida 22.11.2016 16:41
    Highlight Und somit sind die Deutschen auch für den dritten Weltkrieg verantwortlich. :")
    😂
    15 5 Melden
    600
  • Sveitsi 22.11.2016 15:58
    Highlight Dann würde Trump jetzt gegen Merkel antreten...
    12 2 Melden
    600
  • Dr.Ball 22.11.2016 14:00
    Highlight DANKE MERKEL!

    13 10 Melden
    • deleted_651845952 23.11.2016 07:11
      Highlight Was für ein intelligenter Post. Und 7 finden den noch toll....
      7 4 Melden
    600
  • Sveminem 22.11.2016 13:55
    Highlight Und wieder sind die Deutschen an allem Schuld... 😒😜
    38 1 Melden
    600
  • fant 22.11.2016 13:36
    Highlight Tja, Probleme erkennen bevor sie entstehen:

    18 1 Melden
    600
  • E. Regiert 22.11.2016 13:16
    Highlight Trump ist also nicht Deutscher Abstammung, sondern Bayrischer.
    22 1 Melden
    600
  • trio 22.11.2016 12:48
    Highlight Jetzt ist es definitiv, die deutschen sind auch am 3. Weltkrieg schuld! Was machen wir bloss mit denen?! 😂😉
    26 5 Melden
    600
  • lilie 22.11.2016 12:27
    Highlight Stellt euch vor, Trumps Grossvater hätte nach Deutschland zurückkehren können - dann würde The Donald jetzt als Nachfolger von Merkel kandidieren! 😂
    18 2 Melden
    600
  • simply smarter 22.11.2016 11:32
    Highlight Tja, hätte, hätte, Fahrradkette.
    Dumm gelooffen, wie der Berliner sagt. 😂
    31 4 Melden
    600
  • Wehrli 22.11.2016 11:28
    Highlight Dann wäre einfach ein anderer Stumpfdrösel aus den Trash-TV an seine Stelle gekommen. Das Problem spiegelt sich in der Jugendkultur, mit dem überpopulären Satz: Isso, weil isso. Faktenfrei blubbern, high vom grossen Inforauschen des Internets.
    32 3 Melden
    • Olaf44512 23.11.2016 10:52
      Highlight Der Ort wo ich "ist so weil ist so" am meisten gehört habe war wohl das Militär. Dort wars aber faktenfrei blubbern ohne Inforausch des Internets.
      1 2 Melden
    600
  • deleted_337758608 22.11.2016 11:27
    Highlight Titel 10:42: "Warum Donald Trumps Grossvater aus Deutschland rausgeworfen wurde"

    Titel 11:20: "Wie Deutschland den US-Präsidenten Trump hätte verhindern können"

    WTF WatsOn??? Nicht nur ist der zweite Titel in meinen Augen reisserischer, er ist auch noch historisch inkorrekt. Aber er generiert halt wahrscheinlich mehr Clicks so...

    54 3 Melden
    600
  • Tilman Fliegel 22.11.2016 11:26
    Highlight Dann wäre Trump jetzt bei der AfD als nächster Kanzlerkandidat...
    27 2 Melden
    600
  • Swisslord 22.11.2016 11:23
    Highlight Und wären die Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren nicht wegen einem Meteor ausgestorben, hätte Trump noch viel früher gestoppt werden können...
    57 1 Melden
    600
  • TanookiStormtrooper 22.11.2016 11:21
    Highlight Sich vor dem Militärdienst drücken liegt also in der Familie...
    23 7 Melden
    600
  • Sillum 22.11.2016 11:20
    Highlight Beinahe hätte ich heute einen Hyperpanikanfall erlitten. Bereits nach 10.00 Uhr Morgens und noch keinen Negativartikel, kein Schimpfwort und keinen Bannfluch über Trump. Doch nun wurde ich erlöst, die Trump-Paranoia schreitet planmässig voran. Bitte dranbleiben und wenn immer möglich auf weitere Andersdenkende vor allem der bürgerlichen Seite ausdehnen. Herzlichen Dank.
    15 12 Melden
    600
  • good friend 22.11.2016 11:20
    Highlight Jetzt lasst ihn doch mal endlich sein. Mal abwarten und sehen wie er sich schlagen wird.
    16 13 Melden
    • saukaibli 22.11.2016 13:59
      Highlight Und plötzlich ist es zu spät. Das mit dem Abwarten und mal sehen was passieren wird haben unsere nördlichen Nachbarn schon mal bitte bereut. Eine gewonnene Präsidentschaft ist kein Heilmittel gegen psychische Krankheiten.
      10 8 Melden
    600
  • saukaibli 22.11.2016 11:09
    Highlight Da sieht man wieder was für einen Schaden Ausweisungen anrichten können.
    19 12 Melden
    600
  • hiob 22.11.2016 10:53
    3 4 Melden
    600

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 141'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Paris 2015.

Zusammenfassung: Von den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2014 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Weltweit jedoch nimmt der Terrorismus seit 2005 zu – rund 80 Prozent aller Opfer sind Muslime.

Dem subjektiven Gefühl, dass sich Terroranschläge in Europa häufen, stehen die nackten Zahlen gegenüber, …

Artikel lesen