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Nach der Eskalation verdüstern sich die Aussichten für das Emirat Katar.  Bild: YOAN VALAT/EPA/KEYSTONE

Kalter Krieg am Golf: Katar versucht «Eskalation» zu verhindern

06.06.17, 03:28 06.06.17, 05:57

Angesichts des schweren diplomatischen Zerwürfnisses zwischen dem Golfemirat Katar und mehreren arabischen Staaten hat Katars Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zur Verständigung aufgerufen.

In einer am Dienstag im Fernsehsender Al-Dschasira ausgestrahlten Erklärung forderte Al-Thani einen «offenen und ehrlichen» Dialog, um die Krise beizulegen. Er bekräftigte, dass es von Seiten Katars «keine Eskalation» geben werde.

Zugleich bezeichnete er die Beziehungen Katars zu den USA als «strategisch». «Es gibt Dinge, bei denen wir nicht zustimmen, aber die Bereiche, in denen wir kooperieren, sind zahlreicher als diejenigen, in denen wir Auseinandersetzungen haben», sagte der Aussenminister. Die Militärbasis Al-Udeid in Katar ist der grösste Standort für die US-Luftwaffe in der Region und für die USA von zentraler Bedeutung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Trump will mit Beteiligten sprechen

Präsident Donald Trump werde mit allen Beteiligten sprechen, um die Situation zu beruhigen, sagte eine Sprecherin des Weissen Hauses am Montag (Ortszeit) in Washington. Auch Kuwaits Emir Sabah al-Salim al-Sabah bemühte sich um Vermittlung in dem Streit. Er telefonierte am Montagabend mit seinem katarischen Amtskollegen Tamim bin Hamad Al-Thani und forderte diesen nach Angaben der Agentur Kuna auf, den Bemühungen um Entspannung «zwischen Brüdern» eine Chance zu geben.

Wegen des Vorwurfs der Terrorunterstützung hatten am Montag Saudi-Arabien und mehrere Verbündete ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und damit international Besorgnis ausgelöst. Neben Saudi-Arabien stellten auch Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, der Jemen sowie die Malediven ihre Beziehungen zu Doha ein.

«Politische Bevormundung»

Das in der Region nun weitgehend isolierte Emirat wurde zudem aus der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz ausgeschlossen, die seit zwei Jahren im Jemen gegen schiitische Rebellen kämpft. Katar verwahrte sich gegen die Vorwürfe der Terrorunterstützung und warf vor allem Saudi-Arabien vor, es politisch bevormunden zu wollen.

Das kleine Land sorgte immer wieder mit einer eigenständigen Politik für Ärger bei seinen Nachbarn. Unter anderem unterhält es gute Beziehungen zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran und beherbergt eine Reihe wichtiger Vertreter der Muslimbruderschaft, die von Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten als «Terrororganisation» eingestuft wird. (sda/afp/dpa)

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  • D(r)ummer 06.06.2017 14:13
    Highlight Länder, die andere Terrorisieren, werfen einem Land Terrorunterstützung vor, währenddem sie selbst Terrorismus fördern.
    What?!
    Welcher Geostratege hat sich dabei was genau gedacht?...
    2 0 Melden
  • lilas 06.06.2017 09:09
    Highlight "Präsident Donald Trump werde mit allen Beteiligten sprechen, um die Situation zu beruhigen"
    Na dann kann ja nichts mehr schief gehen 😂
    8 0 Melden
  • Execave 06.06.2017 07:12
    Highlight Wird sicher eine spannende WM 2022
    7 0 Melden
  • LeCorbusier 06.06.2017 06:51
    Highlight "Präsident Donald Trump werde mit allen Beteiligten sprechen, um die Situation zu beruhigen"

    Haha, Trump als Vermittler und Friedensstifter.
    Mal schauen ob das gut kommt.
    4 0 Melden

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