International

Amnesty prangert die «beispiellose Hinrichtungswelle» in Saudi-Arabien an

Amnesty International nennt die Lage der Menschenrechte in Saudi-Arabien «entsetzlich»: Auch unter König Salman gebe es keine Besserung. Seine Amtszeit habe mit einer «beispiellosen Hinrichtungswelle» begonnen.

05.05.15, 21:10

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Knapp hundert Tage nach der Machtübernahme von König Salman in Saudi-Arabien hat die Organisation Amnesty International fehlende Fortschritte bei der Menschenrechtslage im Königreich beklagt. Salman habe keine Massnahmen zur Verbesserung der «entsetzlichen Bilanz» getroffen, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in einer Erklärung.

Statt Massnahmen zur Verbesserung der Menschenrechte zu treffen, «steht König Salman an der Spitze einer anhaltenden Unterdrückung von Regierungskritikern und friedlichen Aktivisten», erklärte Philip Luter von Amnesty International. Die ersten Monate seiner Herrschaft seien von einer beispiellosen Hinrichtungswelle geprägt gewesen.

Auf eine Reihe von Forderungen der Organisation, darunter die Freilassung von Menschenrechtsaktivisten, habe Saudi-Arabien bislang nicht reagiert. König Salman bin Abdulaziz Al Saud hatte nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah am 23. Januar den Thron bestiegen.

Am häufigsten die Todesstrafe verhängt

Frankreichs Präsident François Hollande, der am Dienstag als erster westlicher Staatschef als Ehrengast zum Gipfel des Golfkooperationsrates in Saudi-Arabien war, forderte die Abschaffung der Todesstrafe in dem Land.

Hollande und König Salman, der laut AI eine «entsetzliche Bilanz» bezüglich Hinrichtungen aufweist. Bild: POOL/REUTERS

Saudi-Arabien ist eines der Länder, in denen die Todesstrafe am häufigsten anwendet wird. Laut der Nachrichtenagentur AFP gab es seit dem 1. Januar 78 Hinrichtungen. Im Jahr zuvor seien es 87 Exekutionen gewesen. Die Strafe wird für Vergehen wie Vergewaltigung, Mord, Abfall vom Glauben, bewaffneten Raub und Drogenhandel verhängt.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte Hollande auf, bei seinem Besuch die Freilassung des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi zu fordern. Dieser war wegen Beleidigung des Islams zu zehn Jahren Haft und tausend Stockschlägen verurteilt worden. Nichtregierungsorganisationen wollen am Donnerstag in Paris für die Freilassung Badawis auf die Strasse gehen.

sun/AFP

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Brikne, 20.7.2017
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  • zombie1969 05.05.2015 21:53
    Highlight Leider werden weltweit keine Proteste gegen diese Hinrichtungen im Namen des Islam zu verzeichnen sein. Diese haben schliesslich nichts mit dem Islam zu tun.

    Schliesslich leben 1,2 Milliarden Moslems z.B. in Afghanistan, Iran, Irak, KSA friedlich zusammen. In einigen Staaten dürfen Frauen sogar wählen und Auto fahren.

    Bei Gelegenheit werden die Islamverbände wieder eine Islamophobie in der CH ausmachen, die völlig daneben ist.

    Schliesslich leben 1,2 Milliarden Moslems z.B. in Afghanistan, Iran, Irak, KSA friedlich zusammen. In einigen Staaten dürfen Frauen sogar wählen und Auto fahren.
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    • LucasOrellano 05.05.2015 23:05
      Highlight "Das hat nichts mit dem Islam zu tun" sollte Satz des Jahres 2015 werden. Womit hats dann zu tun? Und ist ja wirklich echt mega toll, dass in einigen muslimischen Staaten Frauen sogar wählen und Auto fahren dürfen. Wenn sie sich anstrengen, dürfen sie vielleicht bald sogar alleine aus dem Haus oder einen Knöchel zeigen, ohne dass sie gesteinigt werden.

      Oder war dein Kommentar auch sarkastisch gemeint?
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