International

Präsident Mohammed Mursi im Amgeklagten-Käfig (16.06.2015). Bild: EPA/ALMASRY ALYOUM

Urteil gegen Ägyptens Ex-Präsident Mursi bestätigt

22.10.16, 16:56 22.10.16, 17:18

Der 2013 vom Militär gestürzte ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist mit der Berufung gegen eine Verurteilung zu 20 Jahren Haft gescheitert. Das Kassationsgericht in Kairo bekräftigte am Samstag das im April 2015 ergangene Urteil.

Demnach ist Mursi für die Anwendung von Gewalt sowie Verhaftungen und Folterungen von Demonstranten während seiner Amtszeit mitverantwortlich. Es ist das erste endgültige Urteil gegen Mursi, dem in einem anderen Verfahren die Todesstrafe droht.

Das Kassationsgericht erhielt auch die Urteile gegen acht Mitangeklagte des islamistischen Politikers aufrecht. Sieben von ihnen müssen 20 Jahre ins Gefängnis, einer für zehn Jahre.

Mursi und die anderen Angeklagten wurden vor Gericht von ihren Anwälten vertreten, sie selbst waren nicht anwesend. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte das erste Verfahren als «Justiztravestie» kritisiert.

Mursi war nach dem Sturz des langjährigen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens. 2013 wurde er vom Militär entmachtet. Nach Mursis Absetzung kam der heutige Staatschef Abdel Fattah al-Sisi an die Macht, der bei Mursis Sturz Armeechef war.

Die neuen Herrscher gingen massiv gegen Mursi und die ihm nahestehenden Muslimbrüder vor. Mursi wurde in einem dritten Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. (sda/afp)

Hol dir die App!

User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
Watson ist für mich das Nr. 1 Newsportal und wird es auch bleiben. So weitermachen!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3 Kommentare anzeigen
3
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • URSS 22.10.2016 18:44
    Highlight Mexicos "Krieg" gegen die Kartelle zeigen kaum Wirkung.Das ein fähiger Bundesrichter erschossen wird , zeigt das der Staat schwach und fast machtlos ist. Das beste Beispiel ist der Absturz einer Regierungsmaschine in México-City. Die Untersuchung deckte auf das die beiden Piloten die den Innenminister geflogen haben,keine Pilotenlizenz hatten. Alle Zertifikate waren gefälscht.
    Bei beiden. Sie kauften die Lizenzen.Das zwei Betrüger bei der Regierung angestellt waren, zeigt überdeutlich die Schwäche des Zentralstaates.
    1 2 Melden
    600
  • URSS 22.10.2016 18:36
    Highlight Erdogan gelingt was Mursi vergönnt war. Demokratie benutzen um die Demokratie abzuschaffen.
    Nach dem selben Muster gelangte die FIS in Algerien ( fast) an die Macht.
    Ob Mursi nun demokratisch gewählt wurde oder nicht, tut eigentlich nichts zur Sache.Er wollte Ägypten in einen Gottesstaat umwandeln,aber sein Kabinett war korrupt,verseucht mit Vetternwirtschaft und total unfähig.
    Al Sisi blieb nichts anderes übrig auch wenn die Mittel genauso wenig Demokratisch waren.Hätte die Armee diesen Muslimbruderputsch Spuk nicht beendet, wäre Ägypten heute ein Islamischer Shariastaat.
    11 8 Melden
    • rodolofo 22.10.2016 20:30
      Highlight Du meinst, vom Regen in die Traufe und wieder zurück in den Regen?
      Schlechtes Gleichnis für Ägypten.
      Da regnet es ja fast nie...
      5 2 Melden
    600

Trump kritisiert Rückzug: US-Truppen hätten den Irak nie verlassen dürfen

US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik am amerikanischen Truppenrückzug aus dem Irak bekräftigt. «Wir hätten sicherlich nie gehen sollen, niemals», sagte Trump am Montag bei einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Haider al-Abadi im Weissen Haus.

Beide stimmten darin überein, dass der Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») ein zentrales Ziel sein müsse. Derzeit sind noch knapp 4600 US-Soldaten im Irak. Nach einer Schätzung der «Washington Post» sind es …

Artikel lesen