International

Die grösste Flüchtlingskrise, von der keiner weiss

16.06.17, 08:00 16.06.17, 08:30

Die demokratische Republik Kongo steht am Scheideweg. Eine neue Krise im Zentrum des Landes hat 1,3 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Die Gewaltwelle droht auch die Wahlen zu verzögern – was Präsident Kabila gefallen dürfte. Schuld daran ist ein Stammesführer namens Schwarze Ameise.

Jeden Tag strömen Hunderte ausgemergelte Flüchtlinge aus dem Zentrum des Kongos über die Grenze nach Angola. «Manche haben relativ schwere Verletzungen», darunter auch Kinder mit grossflächigen Verbrennungen, sagt Pumla Rulashe vom UNO-Flüchtlingswerk (UNHCR).

Bild: EPA

Sie fliehen vor dem Konflikt in Kongos Region Kasai. «Die Flüchtlinge sagen, dass sie in ihren Dörfern angegriffen wurden, dass Häuser niedergebrannt und die Bewohner mit Macheten attackiert wurden.»

Doch die etwa 30'000 kongolesischen Flüchtlinge in Angola sind nur die Spitze des Eisbergs. Der Konflikt in Kasai hat seit vergangenem August – von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt – eine Massenflucht ausgelöst.

Rund 1,3 Millionen Menschen sind nach UNO-Angaben wegen der Gewalt in andere Landesteile geflohen. Die meisten Binnenflüchtlinge lebten zuvor von dem, was sie auf ihrem Land anbauten, und haben damit auch ihre Lebensgrundlage verloren.

Allein im vergangenen Jahr sind im Kongo über 920'000 Menschen geflohen, mehr als in jedem anderen Land der Welt, wie das in Genf ansässige Zentrum zur Beobachtung von Vertreibung (IDMC) berichtet. «Nicht mal die brutalen Kriege in Syrien oder im Jemen haben letztes Jahr so viele Menschen zur Flucht gezwungen», erklärte die Kongo-Direktorin des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Ulrika Blom.

Stammesführer nicht anerkannt

Die jüngste Krise trifft ein bereits gebeuteltes Land; im Osten des Kongos treiben seit Jahren zahlreiche Milizen und Rebellengruppen ihr Unwesen – trotz einer rund 20'000 Mann starken UNO-Friedenstruppe. Der Konflikt in der relativ armen, aber bis dahin friedlichen Region Kasai entzündete sich 2016 an einem scheinbar kleinen Problem.

Die Regierung weigerte sich, den traditionell ernannten Stammesführer Kamuina Nsapu anzuerkennen. Die Stammesführer entsprechen wichtigen Beamten, die Angelegenheiten der Dörfer regeln und vom Staat bezahlt werden.

Die Entscheidung der Regierung «hat schnell den seit langem bestehenden politisch und wirtschaftlich motivierten Frust in Kasai geweckt», erklärt die Denkfabrik International Crisis Group (ICG).

Stammesführer Kamuina Nsapu, mit bürgerlichem Namen Jean-Pierre Mpandi, stachelte seine Gefolgsleute an – und die Sicherheitskräfte griffen mit harter Hand durch, was die Proteste weiter befeuerte.

Im August wurde Kamuina Nsapu – der Name bedeutet in der örtlichen Sprache Tshiluba «Schwarze Ameise» – zusammen mit einigen Gefolgsleuten von Sicherheitskräften getötet. Danach wurde der «Aufstand der Ameise» endgültig zu einer Rebellion gegen die Regierung.

Kinder zwangsrekrutiert

Der Kamuina-Nsapu-Miliz werden schwere Verbrechen vorgeworfen, zum Beispiel die Enthauptung von 40 Polizisten im März. Sie sollen nach UNO-Angaben auch rund 2000 Kinder zwangsrekrutiert haben.

Doch auch die Sicherheitskräfte gehen auf Anordnung von Präsident Joseph Kabila rabiat vor, ohne viel Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. UNO-Experten haben 42 Massengräber dokumentiert, in denen vor allem mutmassliche Mitglieder und Unterstützer der Bewegung Kamuina Nsapu begraben sein sollen.

Dem Konflikt sind nach Polizei und UNO-Angaben bereits mehr als 1000 Menschen zum Opfer gefallen. Das wahre Ausmass der Gewalt in der relativ abgeschiedenen Region lässt sich jedoch nur erahnen: Die Situation muss dramatisch sein, wenn 1,3 Millionen Menschen lieber ihr Zuhause aufgeben, um in einem sicheren Landesteil neu anzufangen.

Video: reuters

Die mittelafrikanische Demokratische Republik Kongo ist mehr als sechs Mal so gross wie Deutschland. Trotz reicher Rohstoffvorkommen gehört sie zu den ärmsten Ländern der Welt. Jedes zehnte Kind stirbt der Weltbank zufolge noch vor dem fünften Geburtstag. In Kasai werden UNICEF zufolge dieses Jahr bis zu 400'000 Kinder an akuter Mangelernährung leiden, einem lebensgefährlichen Zustand.

Präsident zögert Wahl hinaus

Die Regierung scheint unfähig oder unwillig, den Konflikt zu beenden. Oppositionelle werfen Kabila vor, den Konflikt bewusst eskalieren zu lassen, denn so lange in Kasai gekämpft wird, kann es keine Wahlen geben. Sein zweites Mandat endete 2016, er tritt jedoch nicht ab. Er kann nicht erneut kandidieren, findet jedoch immer neue Gründe, wieso die Wahlen nicht stattfinden können.

Unter Vermittlung der katholischen Kirche stimmte Kabila zu, bis Ende 2017 wählen zu lassen. Doch kürzlich sagte er dem «Spiegel»: «Ich habe gar nichts versprochen!» Er hat viel zu verlieren. Einer Recherche der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat seine Familie durch ein Netz von Unternehmen Hunderte Millionen Dollar Vermögen angehäuft.

Seine Gegner haben keine klare Führung. Der beliebte Oppositionsführer Moise Katumbi ist ins Ausland geflohen, nachdem er in einem offenbar politisch motivierten Prozess zu einer Haftstrafe verurteilt worden war.

Sollte die Wahl erneut verschoben werden, könnte sich die Rebellion der Wütenden von den fünf Kasai-Provinzen schnell ausweiten. Der Experte Jay Benson vom US-Forschungsinstitut Zukunft Eine Erde (OEF) warnt: «Das Risiko, dass ein lokaler Konflikt sich zu einem landesweiten Krieg und zu Instabilität ausweitet, war seit Jahren nicht so gross.» (sda/dpa)

Die Bevölkerung dieser 10 Länder wuchs in den letzten 5 Jahren am meisten

Das könnte dich auch interessieren:

Berlusconi will zurück an die Macht

Wie sieht Eminem eigentlich gerade aus? «Sexy as fuck», sagen die einen ...

YB holt Schweizer aus der Bundesliga

Grossbritanniens Regierung steht: May unterzeichnet Abkommen mit DUP

Loeb greift an: Diese 4 Dinge musst du über die Nestlé-Heuschrecke wissen

So schön feiert die Fussball-Nati von Curaçao ihren ersten Titelgewinn

Kein Geld für teure Ferien? 13 Dinge, die du im Sommer in Züri unternehmen kannst

Hamilton lacht über Vettel

Facebook will eigene Serien produzieren

Romands wollen eine Frau in den Bundesrat bringen

Die «Ehe light» ist gut – doch zuerst müssen wir die «echte Ehe» für Homosexuelle öffnen

Vater fährt 2200 Kilometer, um den Herzschlag seiner Tochter in fremdem Mann zu hören

15 grossartige Memes zum Wochenende, die leider viel zu sehr auf dich zutreffen

«Ich hasse geizige Menschen! S*******!»

Cyber-Attacke auf britisches Parlament – und besonders ein Politiker nimmt's mit Humor

«Trennt euch!» – warum er will, dass du Schluss machst, und damit völlig falsch liegt

Fies! Wie Kinder-Pools in der Werbung aussehen vs. die bittere Realität

Todes-Schlepper vor Gericht

Über LinkedIn und MySpace: Russische Hacker stehlen Daten britischer Politiker

Team New Zealand gewinnt 35. America's Cup +++ Chiudinelli scheitert in Wimbledon-Quali

Über 2100 Bootsflüchtlinge dieses Jahr ums Leben gekommen

So viel kostet das Surfen im Flugzeug

Gefahr auf dem Golan – Israel unterstützt syrische Rebellen und riskiert die Eskalation

Schweizer Wirtschaft profitiert von Aufschwung im Ausland

Wow! Diese Eule kann schwimmen

Verbraucht, verlacht, verlassen: Was mit denen passiert, die sich mit Trump einlassen

7 Grafiken, die jede Schweizer Frau bei der nächsten Lohnverhandlung dabei haben sollte  

Diese kleine Kunstgeschichte des Badens bringt dich ins Schwitzen

Zu heiss fürs iPhone? Heute wird's brenzlig

Wenn du diese Umrisse von Berühmtheiten nicht erkennst, klauen wir dir deinen Schatten

Sie haben einfach nie den Durchbruch geschafft: Die grössten Produkte-Flops der Geschichte

Uber ist verloren – die unglaubliche Chronologie der Uber-Fails

Männer, je öfter, desto besser! Fleissig ejakulieren senkt das Prostatakrebs-Risiko

Zuerst schmeisst Le Pen ihren Vater aus der Partei, nun fordert dieser ihren Rücktritt

Sean Spicer – irgendwie vermissen wir ihn jetzt schon

Mit iOS 11 kommen die Killer-Apps für Shopping-Fans und Einkaufs-Muffel

Raucher und Trinker sollen selber zahlen – Entsolidarisierung im Gesundheitswesen?

Uber-Chef Travis Kalanick tritt zurück

Rap-Ikone Prodigy von «Mobb Deep» ist tot

Scheinbeschäftigung: In Frankreich rollen reihenweise Köpfe von Macrons Ministern

So geht Apples Security gegen iPhone-Leaks vor

Sportlerpics auf Social Media: Rio Ferdinand ist eine krasse Maschine

«Wir werden mit frischem Hass zurückkommen»: Bye Bye «Circus HalliGalli»

Marco Streller hat's per WhatsApp eingefädelt – Cristiano Ronaldo wechselt zum FC Basel! 

Welches Land suchen wir? Wenn du Nummer 1 nicht weisst, sind die Ferien gestrichen!

Frauenhaut verboten! 23 absurde Album-Cover-Zensuren aus Saudi Arabien

Quizz den Huber! Bist du schlauer als unser schlauster Mitarbeiter?

Warum zwei Appenzeller Piloten im Mittelmeer Flüchtlinge retten müssen – eine Reportage

«Leute, die Anglizismen benutzen, gehen mir sooo auf den Sack!»

Verloren auf dem Meer des Unwissens: Rettet den Geschichtsunterricht!

History Porn – Showbiz Edition Teil III!

Liebe Karnivoren, lasst die Vegi-Wurst in Ruhe!

Sag mir doch einfach, dass du mich scheisse findest

EU schafft jetzt die Roaming-Gebühren ab – darum zahlen Schweizer nun gar mehr

Medikamente neu interpretiert – Teil 2!

20 Gründe in Bildern, warum du deinen Bart nicht abrasieren solltest

Dress like a «Goodfella»: So geht der perfekte Mafia-Look – vom Hut bis zum Hemdkragen

Ein Abend im Luxus-Restaurant: So sieht ein Menü für 400 Franken aus

Starkoch Gordon Ramsay kriegt Filet auf einem Dachziegel serviert ... und ist sprachlos

Macron-«Tsunami» bei Parlamentswahl: Der Durchmarche

Lucrezia Borgia: Die päpstliche Bastardbrut der Renaissance

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
43 Kommentare anzeigen
43
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Gummibär 16.06.2017 21:35
    Highlight Nach dem Durchlesen von 35 Kommentaren bin ich als Afrika-Expat mit etwa 30 Jahren Leben und Arbeiten in einem Dutzend afrikanischer Länder, darunter der DRC, schockiert.
    1. Kinder die sterben sind Kinder. Das müssen auch Leute verstehen die das völlig unverdiente Glück haben in der Schweiz geboren zu sein.
    2. Korruption braucht immer zwei. Einer der bezahlt und einer der empfängt. Total, BP, Oerlikon-Bührle, Mercedes, Bofors
    3. Ausbeutung hat nie aufgehört. Zur Zeit wächst die chinesische Kolonialisierung am schnellsten (siehe Angola)
    4. Was in Afrika abgeht wird uns alle betreffen
    3 2 Melden
    • Bonzino 17.06.2017 09:35
      Highlight Recht haben Sie ja. Vergessen haben Sie, dass nur der kurzfristig denkende, sich ausbeuten lässt. Ich meine damit nicht die armen Kerle in den Gruben. Auch in Afrika gibt es eine Oberschicht, die verkauft was sie hat um zu protzen, ohne an die Untertanen zu denken. In Angola hatte ich mal Steine gekauft, der Verkäufer hätte 10 Jahre gut leben können. Nach 7 Monaten war er pleite. Auch das ist Afrika.
      5 0 Melden
    600
  • TheMan 16.06.2017 15:21
    Highlight Es gibt eine Weitaus Grössere Flüchtlingskrise, welch die Newspaper verschweigen. Weil diese Angst haben, vor dieser Gruppierung. Irgendwan wird dies auch und Betreffen.
    0 8 Melden
    • Fabio74 17.06.2017 18:26
      Highlight Und welche Krise verschweigen die Zeitungen denn?
      0 0 Melden
    • TheMan 17.06.2017 19:15
      Highlight Die Verfolgung der Juden und Christen durch den Islam. Oder hast du jemals Zeitungen gesehen, welche darüber Berichteten?
      0 2 Melden
    600
  • dääd 16.06.2017 12:21
    Highlight Gut, Watson, dass ihr darüber berichtet. Beispiel für "Rohstoff": Coltan, ohne das keines unserer Handys funktionieren würde. M. W. werden die meisten Coltan-Minen von Paramilitärs betrieben.
    8 0 Melden
    600
  • Martin4127 16.06.2017 10:40
    Highlight Man sollte zuerst mal die Geschichte von Kongo verstehen, bevor man kommentiert(Ein Land, durch Ausbeutung und Sklaverei des Westen zersört, die in eine Instabilie Lage befindet.) Ich empfehle die doku "Schatten im Kongo" anzuschauen, um besser die Situation dort zu verstehen.
    36 15 Melden
    • Bonzino 16.06.2017 13:56
      Highlight @Martin: Wann war diese Sklaverei vom Westen denn, vor 10 Jahren? Das Gröbste war vor 100 Jahren, seither fahren wir hier nicht mehr mit einem Ochsenkarren umher. In Afrika schon.
      4 10 Melden
    • gnp286 16.06.2017 16:20
      Highlight @Bonzino: Die Ausbeutung findet einfach anders statt. Subtiler.
      8 1 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 16.06.2017 17:49
      Highlight @Bonzino: Besser kann man Ignoranz wohl nicht demonstrieren. Befass dich doch bitte einmal ein bisschen mit der Geschichte des Kongos bevor du solch einen Müll rauslässt.
      Zwischen 1880 und 1920 halbierte sich die Bevölkerung des Kongos (Belgier). Als die Belgier aus dem Kongo rausgingen gab es keinerlei Personen, welche Führungspositionen übernehmen hätte können. Der gewählte Premier Lumumba wurde mittels von westlich unterstütztem Aufstand getötet (1961). Danach folgte Bürgerkrieg und Diktator (Mobutu) und danach durch das Vakuum wieder ein Krieg. Aber interessiert dich wohl eh nicht.
      6 2 Melden
    600
  • Thinktank 16.06.2017 09:31
    Highlight Was soll der komische Titel. Die Uno weiss offensichtlich davon und sie ist die einzige die das interessieren sollte, denn dazu ist sie da. Wieso muss ich jeden Stammeskrieg auf dieser Welt kennen? Wird demnächst wieder eine "Jeder Rappen zählt" oder Glückslos Sammelaktion gestartet?
    28 70 Melden
    • rite 16.06.2017 10:41
      Highlight Wenn Du einen Konflikt mit 1,3 Millionen Flüchtlingen als "Stammeskrieg" betitelst, dann stimmt da schon mal was nicht.
      Und es tut gut, wenn man mal aus seiner Blase rauskommt. Es ist schön und gut hier in der Schweiz, doch wenn es uns gut geht, können wir auch mal versuchen Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

      Ihr Menschen mit dieser grenzenlosen Ignoranz nervt mich unheimlich, Du kannst nichts dafür dass du solch ein friedliches Leben hast. Genau so wenig können diese Menschen etwas dafür, dass sie alles zurücklassen müssen.

      Du hast keine Ahnung was das bedeutet, "Thinktank".
      59 20 Melden
    600
  • Bonzino 16.06.2017 09:30
    Highlight Schon verrückt dieses Afrika. Stämme gehen aufeinander los, und schlagen, oder hauen sich die Köpfe ab. Wenn ich nicht wüsste, dass die das seit je her tun, wäre ich geschockt. So bin ich erstaunt, dass diese Leute absolut nichts dazu gelernt haben. Jährlich schicken wir Millionen Franken nach Afrika, um zB. Schulen zu bauen und Wasserbrunnen. Alles ist nach 3 Jahren zerstört. Ebenso jährlich können wir so traurige Jugendbilder sehen, wenn möglich mit Fliegen im Gesicht.
    Wenn es nicht regnet, warten sie auf Unterstützung. Ich habe grosse Mühe mit solchen Stämmen.
    47 63 Melden
    • rite 16.06.2017 10:45
      Highlight Natürlich hast du grosse Mühe mit diesen Stämmen. Es ist aber auch schrecklich einfach das ganze hier von der Schweiz aus zu beobachten und zu urteilen.

      Ich habe gelernt, dass wenn man absolut keine Ahnung hat, es wirklich schwer ist einige Dinge zu verstehen und man schnell falsche Schlüsse zieht.

      Es hört sich so an, als würdest Du allen Menschen in Afrika vorwerfen, dass sie barbarisch sind. Das gleiche passiert jedoch auch in Syrien, wenn man keine Perspektiven hat, wendet man sich der Gewalt.
      15 10 Melden
    • atomschlaf 16.06.2017 11:44
      Highlight Danke Bonzino, endlich mal einer der sagt wie's ist und nicht versucht, seine Schuldkomplexe hier an den Mann und die Frau zu bringen.
      20 31 Melden
    • Chrutondchabis 16.06.2017 11:59
      Highlight 1/2 Bonzino, um zu verstehen warum sich diese Menschen gegenseitig bekämpfen müssen sie wissen was dort passiert. Bodenschätze werden geraubt durch Landenteignung mit Waffengewalt. Diese Waffen werden von uns hergestellt und verkauft. Wenn die dortigen Regierungen nicht mitspielen werden sie von uns kriminalisiert und neu besetzt. Manipulative Berichterstattung führt dazu, dass Menschen wie sie ein völlig falsches Bild der Situation erhalten und sich fragend am Kopf kratzen.
      9 1 Melden
    • Chrutondchabis 16.06.2017 12:00
      Highlight 2/2 Warum denken sie geht es uns hier so gut? Dafür braucht es Menschen denen es nicht so gut geht. Wenn sie Mühe mit solchen Stämmen haben werden sie aktiv und wehren sie sich gegen die Ausbeutung dieser Menschen, die einzig um ihr überleben kämpfen. Verzichten sie auf Spenden in diese Länder, die Mittel erhalten die falschen Leute. Oder gehen sie hin und packen mit an. Oder bauen sie Schulen damit die Menschen dort verstehen was mit ihnen geschieht.
      12 1 Melden
    • Bonzino 16.06.2017 13:51
      Highlight @ Rite: Ich weiss ganz genau wie es ist. Ich war zwei Jahre in Afrika und habe unter anderem auch Wasserbrunnengebaut. Das war vor 11 Jahren. Heute ist keine einzige Röhre mehr im Boden, die wurden alle geklaut.
      7 7 Melden
    • rodolofo 16.06.2017 19:29
      Highlight @ Bonzino
      Wenn die Grundbedürfnisse von Menschen nicht mehr befriedigt werden können, beginnen das Gerangel und die die Gewalt. Das kann man auch bei Tieren am Futtertrog beobachten.
      In Sachen Gewalt sind die Männer im Vorteil.
      Frauen und Kinder leiden am meisten.
      Als die weissen Kolonisatoren Afrika eroberten und mit ihrer Körperfeindlichen Religion missionierten, trafen sie auf intakte Lebensgemeinschaften, die mit ihrer traditionellen Lebensweise perfekt an die damals noch wunderbar vielfältige Natur angepasst waren, ganz ähnlich übrigens, wie in Amerika.
      Dann wurden die Wilden zivilisiert
      4 3 Melden
    • Bestskolleg 16.06.2017 22:45
      Highlight @Bonzino

      Ist ihnen der begriff Auslandsverschuldung bekannt?
      Ich würde ihnen raten, die hintergründe des leidens in Afrika genauer zu analysieren.

      Wir leben auf den kosten der Schwächsten der Schwachen. Der Westen ist für diese schwäche verantwortlich.
      Ausbeutung ist das Stichword.

      Afrika hat nicht umsonst die meisten Bodenschätze... und trotzdem sterben alle paar Minuten ein paar Kinder, am Mangel den wir verursacht haben.

      Wenn der Schuldzins höher ist als das Kapital das im Land umgesetzt wird.. kann es dann aus den Schulden kommen? Ich denke nicht.

      Die Bevölkerung leidet durch uns.

      3 4 Melden
    • rodolofo 17.06.2017 07:01
      Highlight Fairerweise will ich noch ergänzen:
      Die Weissen und die BRAUNEN Kolonisatoren haben Schwarzafrika erobert und mit ihren Körperfeindlichen Religionen, nämlich dem Christentum und dem Islam "beglückt".
      Andererseits war der Export von Afrikanischen Sklaven in die Kolonien auch der Anfang einer wunderbaren Musikgeschichte!
      So entwickelten sich Jazz, Blues, Souk, Rumba, Samba, Salsa u.a..
      Diese Musikstile begeisterten wiederum die Leute in Afrika und wurden re-afrikanisiert zu erdigem Afro-Jazz, Afro-Salsa, oder Sokouss!
      So hat auch der Kolonialismus seine Sonnenseiten, die uns versöhnlich stimmen.
      4 2 Melden
    • Bonzino 17.06.2017 09:22
      Highlight @Rodolfo, mit Ihnen gehe ich einig. Diese Lieben, welche nicht sehen wollen was da läuft, sollten mal hin. Statt alle importieren zu wollen und unsere Verhältnisse denen anzupassen. Mit vielen Schwarzen hatte ich ein ausgezeichnetes Zusammensein, aber es hat auch Schlitzohren darunter.
      4 2 Melden
    600
  • Chrutondchabis 16.06.2017 09:04
    Highlight Zitat Watson: "Trotz reicher Rohstoffvorkommen gehört sie zu den ärmsten Ländern der Welt."

    Realität: "Wegen reicher Rohstoffvorkommen gehört sie zu den ärmsten Ländern der Welt.
    66 13 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 16.06.2017 10:51
      Highlight Korrekt. Nennt man auch "Ressourcenfluch" (Wobei es natürlich zum Glück auch positive Ausnahmen gibt).
      9 3 Melden
    • Ruffy 16.06.2017 11:09
      Highlight Ja genau so ist es, wie bei Norwegen, Saudi-Arabien, Katar, Russland, USA, Kanada, Iran, usw. .. alle Mausarm wegen ihren Rohstoffvorkommen.
      12 24 Melden
    • Chrutondchabis 16.06.2017 12:13
      Highlight Netter Versuch Ruffy...
      5 2 Melden
    • rodolofo 16.06.2017 12:47
      Highlight Der Reichtum und die Fruchtbarkeit der Tropen haben wohl einen eher friedlichen, Kinderfreundlichen Menschenschlag hervorgebracht, der gerne teilt (in der feuchten Hitze verderben alle Lebensmittel sehr rasch), und feiert.
      Im kalten Norden dagegen musste viel gespeichert, abgesichert und geplant werden.
      So ist es wohl letztlich das rauere Klima, welches auch die härtesten Krieger hervorgebracht hat.
      Die Menschheit könnte aus der Polaren Gegensätzlichkeit ihrer Gesellschaftlichen Entwicklungen Nutzen ziehen, wenn es ihr gelingt, diese innere Gegensätzlichkeit anzunehmen und auch zu schätzen.
      2 7 Melden
    • Chrutondchabis 16.06.2017 17:57
      Highlight rodolofo, ein sehr treffender und geistreicher Kommentar. Und die Blitze erbärmlich
      2 3 Melden
    • Ruffy 16.06.2017 19:18
      Highlight Hätten die armen Rohstoffreichen Länder keine Rohstoffe hätten sie einfsch garnichts. Man kann an allem dem Westen die Schuld geben und wir sind sicher keine Unschuldslämmer, aber schlussendlich ist die Armut auf inkompetenz und Korruption zurückzuführen.
      4 3 Melden
    600
  • Willkommen 16.06.2017 09:01
    Highlight Wiso kann die welt nicht einfach eine Nation werden, scheiss auf die Herkunft. Diese ganze kultur und relgionsfreiheit gibt nur unötigen krieg.
    26 37 Melden
    • rite 16.06.2017 10:47
      Highlight Klar, hört sich sehr einfach an.
      Ist aber auch einfach das hier in der friedlichen Schweiz zu sagen.
      Wenn man jedoch nicht weiss, wie die Geschichte aussieht und was zu dieser Situation geführt hat, kann man das kaum beurteilen.

      Wieso schliesst sich nicht die ganze Weltbevölkerung zu einer Gemeinschaft zusammen? Keine Konflikte mehr, nur noch zusammenarbeiten! Hört sich sehr einfach und toll an, oder?
      4 3 Melden
    • Saraina 16.06.2017 19:52
      Highlight Und wer bestimmt dann die Kultur in dieser schönen neuen Welt ohne Kultur- und Religionsfreiheit? Das tönt für mich nach weltumspannender Diktatur.
      1 1 Melden
    600
  • Pius C. Bünzli 16.06.2017 08:47
    Highlight Wer häd denn dene id Kappe gschisse ?
    7 34 Melden
    600
  • Luca Brasi 16.06.2017 08:40
    Highlight Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel. Ich hoffe die internationale Presse konzentriert sich auch auf diesen Konflikt, damit dieser auch wahrgenommen wird und Kabila an sein Versprechen Wahlen abzuhalten erinnert wird. Dranbleiben.
    42 7 Melden
    600
  • rodolofo 16.06.2017 08:39
    Highlight ...
    Zusätzlich erhalten diese Marionetten-Régimes reichlich militärische Unterstützung und Beratung im Kampf gegen "den Kommunismus".
    Heute hat der "Islamismus" den "Kommunismus" als Feindbild vom ersten Platz verdrängt.
    Der Vorteil dieses neuen Feindbildes:
    Es ermöglicht den Schulterschluss der ehemals verfeindeten Supermächte USA und Russland für einen gemeinsamen Wohlstands-Faschismus durch autoritäre, Rechtsextreme Régimes, welche sich in der inquisitorischen, neo-feudalen und geheimen "Internationale der Nationalisten" zusammengefunden haben...
    Einziger möglicher Ausweg: Eurafrika!
    14 31 Melden
    600
  • rodolofo 16.06.2017 08:33
    Highlight ...
    Es sind die uralte Macht-Methoden des "Teile und Herrsche!"
    Das "Big Business", also Multinationale Konzerne, wie Shell, Nestlé, Man Santo, Dole, BP, usw. verschafft sich Zugang zu den Bodenschätzen und den fruchtbaren Ländereien, welche für diese an sich sehr reichen südlichen Regionen regelrecht zum Fluch werden, indem sie Ethnische Minderheiten und Religionen gegeneinander aufhetzen und ausspielen.
    Einige Stämme werden gehätschelt und privilegiert, damit sie über die anderen Stämme mit-herrschen und korrupte staatliche Genehmigungen und Verkäufe unterschreiben.
    ...
    27 13 Melden
    • zipfelgrind 16.06.2017 11:09
      Highlight Wenn man schon zum antikapitalistischen Rundumschlag ausholt, sollte man die Konzernnamen schon richtig schreiben können... Man Santo oder Monsanto?
      7 7 Melden
    • rodolofo 16.06.2017 12:32
      Highlight @ zipfelgrind
      Das war zur Hälfte die Autokorrektur.
      3 0 Melden
    600
  • rodolofo 16.06.2017 08:27
    Highlight Ein Jammer, was im Kongo, dem "pulsierenden Herzen von Schwarzafrika", vor sich geht!
    In letzter Zeit höre ich ständig Kongolesischen Sound.
    Diese Musik ist einfach Lebensfreude pur!
    Sie reisst mich mitgibt mir gute Laune und tänzerische Gelassenheit.
    Mit dem Kongo passiert die gleiche Abwärts-Spirale, wie mit allen ehemals offen ausgebeuteten und unterdrückten Kolonien (von Kolonialmächten künstlich geschaffene Staats-Gebilde), die heute verdeckt und noch raffinierter unterdrückt und ausgebeutet werden, indem Ethnische Gruppen und Religionen gegeneinander ausgespielt werden.
    ...
    18 21 Melden
    • zipfelgrind 16.06.2017 11:13
      Highlight Seit 1960 ist der Kongo unabhängig vom bösen Westen, und wenn du keine geheimem Beweise vorlegen kannst, bleibt deine Theorie vom immer noch verdeckten Kolonialismus halt einfach eine unwahrscheinliche Theorie. Ob dir die Musik nun gefällt oder nicht...
      14 8 Melden
    • rodolofo 16.06.2017 11:59
      Highlight siehe auch Fortsetzungen weiter oben.
      Der verdeckte Kolonialismus ist eine Tatsache.
      Aber die Lebensweise der Kolonisatoren wird von der einheimischen Ausbeuter-Elite auch angehimmelt und adaptiert.
      Kolonialismus geschieht also durchaus auch freiwillig und nicht nur unter Zwang.
      Man will halt um jeden preis dazugehören und kauft sich im Outlet vergünstigte Gucci-Schuhe und -Taschen...
      4 1 Melden
    • bingbangbong 16.06.2017 13:29
      Highlight @zipfelgrind: Im Dokumentarfilm "Virunga" (Gibt es auf Netflix) wird einem sehr klar, wie diese Länder ausgebeutet werden. Zudem wird einem auch klar wie kompliziert die Situationen afrikanischer Länder sein können. Dass sie "unabhängig" sind, ist einfach so etwas von kein Argument.
      2 2 Melden
    • mob barley 19.06.2017 01:05
      Highlight @zipfelgrind:
      Informier dich mal über das Schicksal des ersten gewählten Premiermimisters des Kongo, Patrice Lumumba.
      Sein Pech: Er wollte die Gewinne aus Kongos Reichtümern im Land behalten; dem CIA und dem belgischen Geheimdienst gefiel das nicht so.
      1 0 Melden
    600

Nach 5 Jahren: Italiens Polizei schnappt flüchtigen Kriminellen in Kleiderschrank

Nach fünf Jahren auf der Flucht ist ein italienischer Krimineller unvorsichtig geworden und doch noch der Polizei ins Netz gegangen. Der 49-jährige Sizilianer musste einen zweijährigen Hausarrest wegen illegalen Waffentragens in der Öffentlichkeit verbüssen.

Er floh aber 2012 ausser Landes, bevor er in einem Versteck bei Rom unterschlüpfte, wie die Polizei am Montag mitteilte. Er wurde in einem Kleiderschrank aufgegriffen.

Der zuvor bereits wegen Raubes und Drogenbesitzes Verurteilte habe …

Artikel lesen