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Jamal Benomar, UNO-Sondergesandter für den Jemen. Bild: Khaled Abdullah/REUTERS

Inmitten des Konflikts: Jemens UNO-Sondergesandter bittet um seine Versetzung

16.04.15, 07:31 16.04.15, 08:23

Inmitten des Konflikts im Jemen hat der zuständige UNO-Sondergesandte Jamal Benomar seinen Rücktritt eingereicht. Der marokkanische Diplomat zieht damit die Konsequenzen daraus, dass er offenbar den Rückhalt der arabischen Golfstaaten verloren hat.

Benomar habe um seine Versetzung gebeten, teilte die UNO am Mittwoch (Ortszeit) in New York mit. Die Golfstaaten werfen ihm laut einem UNO-Insider vor, mit seinen diplomatischen Bemühungen ein Erstarken der Huthi-Milizen ermöglicht zu haben.

Benomar hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon seit 2012 als Jemen-Gesandter gedient. Ban würdigte in der Erklärung Benomars jahrelange «unermüdliche Bemühungen» um Frieden im Jemen. Benomars Nachfolger werde «zu gegebener Zeit» ernannt, hiess es in der UNO-Mitteilung weiter.

Als ein möglicher Nachfolger werde der mauretanische Diplomat Ismail Ould Cheikh Ahmed gehandelt, der derzeit die UNO-Mission zur Bekämpfung von Ebola führt.

Vermittlungsversuch ohne Erfolg

Schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Soldaten liefern sich im Jemen seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die Hafenstadt Aden floh. 

Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat um militärische Hilfe. Seit Ende März fliegt eine von Riad angeführte Allianz Luftangriffe. 

Benomars Vermittlungsversuch zu Beginn der Krise war ohne Erfolg geblieben. Die Golfstaaten werfen dem UNO-Diplomaten vor, er habe sich von den Huthis hinters Licht führen lassen: Während sie mit ihm über eine friedliche Lösung verhandelten, hätten sie gleichzeitig ihre Offensive zur Einnahme weiterer Gebiete im Jemen vorangetrieben.

Am Dienstag verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat eine Resolution, die ein Waffenembargo gegen die Huthis und Sanktionen gegen ihre Anführer verhängt. Zudem werden die Rebellen darin aufgefordert, ihre Truppen aus der Hauptstadt Sanaa abzuziehen und auf ihre Stellungen von September 2014 zurückzukehren. (sda/afp)

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