International

Demonstranten in Al-Hoceima mit dem Konterfei des verstorbenen Fischverkäufers Mouhcine Fikri. Bild: STRINGER/REUTERS

Neue Proteste nach Tod von marokkanischem Fischverkäufer

20.11.16, 02:54 20.11.16, 08:26

Drei Wochen nach dem grausamen Tod eines Fischverkäufers in einem Müllwagen in Marokko haben im Norden des Landes erneut hunderte Menschen gegen soziale Ungerechtigkeit protestiert.

Die Demonstranten in der Stadt Al-Hoceima forderten am Samstag in Sprechchören «Freiheit» und «Gerechtigkeit». Sie riefen ausserdem «Lang lebe das Volk» und warfen dem Königshaus vor, die Menschen zu «demütigen». An der Protestkundgebung beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 3000 Menschen, die Stadtverwaltung sprach von 800 Teilnehmern.

Der 31-jährige Fischverkäufer Mouhcine Fikri war am 28. Oktober in Al-Hoceima in der nördlichen Berber-Region zu Tode gekommen, als er versuchte, die Beschlagnahmung und Zerstörung seiner Ware durch Behördenmitarbeiter zu verhindern und dabei in die Presse eines Müllwagens geriet. Sein Tod hatte in ganz Marokko Proteste ausgelöst.

Hochburg der Massenproteste

Die Polizei nahm in der vergangenen Woche elf Verdächtige fest, darunter mehrere Behörden- und Ministeriumsmitarbeiter. Sie sitzen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft. Es ist aber immer noch unklar, wer die Müllpresse in Gang setzte.

Al-Hoceima war eine der Hochburgen der Massenproteste, die es im Zuge des «Arabischen Frühlings» auch in Marokko gegeben hatte. Einer der Auslöser der damaligen Bewegung war die Selbstverbrennung eines Strassenverkäufers in Tunesien, dessen Ware beschlagnahmt worden war. (sda/afp)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

«Menschliches Versagen»: TV und Radio auf Guam senden Notfallalarm

Ein falscher Alarm hat die Einwohner der US-Pazifikinsel Guam in Angst und Schrecken versetzt. Knapp eine halbe Stunde nach Mitternacht (Ortszeit) sendeten am Dienstag Radio- und Fernsehsender der Insel versehentlich eine Gefahrenwarnung ohne genauere Informationen.

Es habe sich um «menschliches Versagen» gehandelt, teilte Sicherheitsberater George Charfauros bei Facebook mit. Es gebe weder einen Notfall noch eine Bedrohung. Zuvor war in einigen Orten auf der Insel zeitweise der Strom …

Artikel lesen