Iran

Atomstreit mit dem Iran

Atomprogramm-Gespräche auf Messers Schneide 

23.11.14, 01:09 23.11.14, 08:58

Der Ausgang der Verhandlungen um das iranische Atomprogramm ist nach den Worten des deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier «völlig offen». Der Iran müsse erkennen, dass es «keinen Weg und keinen Rückweg zu einer atomaren Bewaffnung» des Landes geben dürfe.

«Dies sind die Stunden der Wahrheit», sagte der SPD-Politiker Steinmeier bei seiner Ankunft am Verhandlungsort in Wien an die Adresse Teherans weiter. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran seit zwölf Jahren, heimlich Atomwaffen entwickeln zu wollen.  

Frank-Walter Steinmeier (links) und der iranische Aussenminister Javad Zarif in Wien.  Bild: EPA/APA

Angesichts der konstruktiven Atmosphäre der Verhandlungen in Wien sei die Chance für eine Lösung des Atomstreits mit dem Iran besser denn je. «Wir waren nie näher als im Augenblick», meinte Steinmeier. Allerdings gebe es noch erhebliche Differenzen.  

Steinmeier traf in Wien zunächst mit der EU-Chefverhandlerin Catherine Ashton und US-Aussenminister John Kerry zusammen. Ausserdem war nach iranischen Medienberichten ein Gespräch des deutschen Chefdiplomaten mit dem iranischen Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif geplant.

Kerry informierte obendrein per Telefonschalte mehrere Amtskollegen aus den Golfstaaten über den Stand der Verhandlungen, verlautete aus Delegationskreisen. 

Frist bald abgelaufen

Die Unterhändler der fünf UNO-Vetomächte (USA, Russland, China, Grossbritannien, Frankreich), Deutschlands und des Iran haben bis Montag Zeit, einen Vertrag auszuhandeln. Dann läuft die von der 5+1-Gruppe selbst gesetzte Frist ab. 

Für Sonntag wird auch der russische Aussenminister Sergej Lawrow in Wien erwartet. Kerry lobte die Einigkeit, mit der die 5+1-Gruppe gegenüber Teheran auftrete.  

Angestrebt wird eine umfassende Lösung. Als weitere Möglichkeit gilt ein Übergangsabkommen, das im Expertenkreis noch im Detail weiterverhandelt werden müsste.

Kein Interesse an Scheitern der Gespräche

Keine der beteiligten Seiten ist an einem Scheitern der Gespräche interessiert. Vielmehr sehen unter anderem die USA einen Deal als Chance, die seit 35 Jahren eingefrorenen Beziehungen zu Teheran wieder schrittweise zu normalisieren.  

Die internationale Gemeinschaft möchte sicher sein, dass der Iran keine Atombombe bauen kann. Der Iran, der eine solche Absicht stets bestritten hat, strebt die Aufhebung der vom Westen gegen das Land verhängten Wirtschaftssanktionen an. (feb/sda/dpa)

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