Islamischer Staat (IS)

Szene aus dem IS-Video: Kalte Menschenverachtung

Beklemmendes Dokument aus Syrien

IS-Terror-Video: Vater steinigt seine eigene Tochter 

Die Bilder sind ein erschütterndes Dokument der Barbarei: Der «Islamische Staat» (IS) hat ein Video veröffentlicht, das die Steinigung einer jungen Frau in Syrien zeigt. Ihr Vater ist einer der Mörder.

21.10.14, 14:19 22.10.14, 09:02

Ein Artikel von

Täglich brüstet sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit ihren Taten im Internet. Ihre Bilder und Filme sind voll von Hass, Gewalt und religiösem Fanatismus. Doch dieses Video ist an Zynismus und Menschenverachtung kaum zu überbieten.

Die junge Frau wird gleich zu Tode gesteinigt, aber vorher sagt ihr der Peiniger noch, dass sie sich darüber freuen solle. Schliesslich sei sie die erste Frau in der Region Hama, die nach der Scharia bestraft werde, offenbar eine besondere Ehre in den Augen der radikalen Islamisten. Sie muss sterben, weil sie ausserehelichen Geschlechtsverkehr gehabt haben soll, so sehen es die Regeln vor, die der IS in eroberten Gebieten Syriens und des Irak erlassen hat.

Erstmals auf Video

Die Dschihadisten haben in den vergangenen Monaten schon mehrfach Frauen in Syrien zu Tode gesteinigt, nun haben sie ihre Tat erstmals auf Video festgehalten. Es zeigt eine verhüllte Frau von hinten, zwei Männer stehen ihr gegenüber. Einer gehört dem IS an, der andere ist ihr Vater.

Der IS-Anhänger sagt der Frau, dass sie Ehebruch begangen habe: «Du musst dich Gottes Gesetzen unterwerfen», teilt er ihr mit. Er fragt sie, ob sie mit der Bestrafung einverstanden sei. Das Opfer nickt zögerlich.

Die junge Frau bittet ihren Vater um Vergebung. Er droht ärgerlich mit dem Finger, sagt mehrfach «Nein» und dann: «Mein Herz gehorcht mir nicht. Vielleicht vergibt Gott dir.» Schliesslich bedrängen ihn zwei IS-Schergen und fordern den Mann auf, seiner Tochter zu vergeben, schliesslich schreibe der Islam das vor. Widerwillig sagt er: «Ich vergebe dir.» 

Dann bittet die Frau ihren Vater, für sie zu beten: Angewidert wendet er sich ab. Der IS-Dschihadist sagt in die Kamera, dass die Strafe eine Botschaft für alle Muslime sei.

Vater führt Tochter wie ein Schlachttier am Seil

Der Vater tritt erst wieder ins Bild, als er seine Tochter fesselt und wie ein Schlachttier an einem Seil führt. Er zieht sie zu einer Grube, in die sich die junge Frau hocken muss. «Yalla, los geht's», sagt der IS-Scherge. Dann beginnt die umstehende Menge, das Opfer mit faustgrossen Steinen zu bewerfen, ihr Vater wirft mit voller Kraft.

Erst spricht die Frau noch mit zitternder Stimme das islamische Glaubensbekenntnis, nach quälenden Sekunden ist nur noch ihr Wimmern zu hören und das dumpfe Aufprallgeräusch.

Rechtfertigung der Strafe umstritten

«Im Namen Gottes», sagt einer der Werfer, als die ersten Steine fliegen. Dabei ist die religiöse Rechtfertigung dieser Strafe umstritten. Der sogenannte Steinigungsvers «Wenn ein bejahrter Mann und eine bejahrte Frau Unzucht treiben, so steinigt sie auf jeden Fall als Strafe Gottes. Und Gott ist gütig und weise» soll ursprünglich einmal Bestandteil von Sure 33 des Korans gewesen sein. Doch in der heute verbreiteten Fassung des Korans ist er nicht enthalten.

Islamisten rechtfertigen die Steinigung daher mit Verweis auf einen Ausspruch des Propheten Mohammed. Er soll Ehebrecherinnen mit der Steinigung bestraft haben. Die Strafe konnte bei einvernehmlichem Geschlechtsverkehr von zwei Personen, die mit anderen verheiratet sind oder waren, verhängt werden.

(syd)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • goalfisch 22.10.2014 00:05
    Highlight Müssen wir diesen Wesen wirklich eine Plattform in den Medien bieten?
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  • M@tt Di11on 21.10.2014 22:41
    Highlight Was geht bloss in einem Vater vor, der für Abschaum wie IS seine eigene Tochter steinigt? Mein vollstes Beileid all den bedauernswerten Frauen, die unter solchen Einzellern und Abschaum leiden müssen.
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  • The Writer Formerly Known as Peter 21.10.2014 20:12
    Highlight Muss man als Journalist so ein grausames Video schauen? Ist ja verrückt! Ich hoffe die Täter werden wegen Mordes vor Gericht gestellt.
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    • TeoLolstoy 22.10.2014 01:17
      Highlight Und jetzt stell dir mal all die Kriegsreporter vor, die sowas noch live sehen müssen. Journalisten kriegen viel Fett weg in letzter Zeit, aber trotzdem leisten sie unverzichtbare Arbeit.
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  • Tilia 21.10.2014 19:38
    Highlight was ist nur mit den menschen los. das ist doch irre. wie kann ein vater seine liebe zum eigenen kind so verleugnen. das ist pervers! wo sind wir gelandet wenn in einer zivilisierten welt väter ihre töchter steinigen und wir es nur noch als randnotiz in den news wahrnehmen. manchmal macht mich das verrückt und dann les ich einfach den nächsten artikel....
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    • everSin 21.10.2014 20:57
      Highlight zivilisiert? das ist hier ernsthaft in frage zu stellen...
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  • Nyi Phy 21.10.2014 16:10
    Highlight Ob man der Todesstrafe zustimmt oder nicht, ob in diesem Fall die Todesstrafe gerechtfertigt ist oder nicht, die Meinungen sind sicherlich verschieden. Aber sollten wir nicht zumindest so zivilisiert sein, dass wir einen so schrecklichen Tod wie die Steinigung verwerfen?
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    • Gelöschter Benutzer 21.10.2014 18:29
      Highlight Da gibts gar nichts zu diskutieren! Todesstrafe nur für die Frau aus einem solchen Grund ist absolut indiskutabel. Egal wie das vollzogen wird. Die Steinigung ist allerdings definitiv noch furchtbarer als andere Tötungsarten. Der IS ist eine Horde Terroristen die den Islam nur als Vorwand zum Morden nimmt.
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    • sewi 21.10.2014 22:46
      Highlight @Grufti: Das ist Islam pur. Begreife es endlich. Es ist nicht Missbrauch einer ansonsten friedlichen Religion! Das ist das wahre Gesicht dieser Ideologie die viele fälschlicherweise für eine Religion halten
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    • Nyi Phy 22.10.2014 17:18
      Highlight @Grufti: das habe ich auch gemeint, mein Kommentar war vielleicht etwas missverständlich. zum Islam: waren denn die Christen nicht genauso grausam als sie Hexen verbrannten und auf Kreuzzüge gingen? Schade, dass wir nicht endlich aus unseren Fehlern lernen, sondern sie immer wiederholen.
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    • jebbie 15.01.2015 17:18
      Highlight Naja, was uns christen angeht haben wir ja einen ganzen Teil gelernt und hinter uns gelassen... nur leider nicht alle auf dem Planeten.. Im grossen und ganzen geb ich dir aber Recht... was mit PAGIDA in Deutschland grad wieder beginnt erinnert mich leider etwas zu krass an die Ära vor gut 70 Jahren.... es ist echt zum heulen... zynisch wie ich bin, setz ich daher auf Raumfahrt!
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  • quark 21.10.2014 15:18
    Highlight IS / Dschihadisten / Salafisten sind keine Islamisten noch unterstehen sie irgendeinem Gott; es sind Gehilfen des Satans. Dies ist wahr aufgrunde des Korans, wo beschrieben ist: "wie erkenne ich Gehilfen des Satans". Die Strafe für solche Gefolgschaft ist ebenso klar beschrieben und furchtbar.
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    • everSin 21.10.2014 21:00
      Highlight vlt sollten wir sachlich bleiben und die Schuld nicht einem imaginären Satan in die Schuhe schieben.
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    • sewi 21.10.2014 22:48
      Highlight Der Gott der Moslems ist nicht der jüdische Gott. Allah ist ein Mondgott aus vorislamischer Zeit. Mohammed ist kein Prophet sondern ein Epileptiker der seine Flashs missverstand
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