Israel
epaselect epa04365293 Smoke rises after Israeli warplanes targeted Al Zafir tower in Gaza City, 23 August 2014. Several Palestinians were killed on 23 August in more than a dozen Israeli airstrikes on the Gaza Strip and militants fired rockets and mortars into southern Israel, as the Palestinian president said peace negotiations must resume soon. Palestinian medics said that five members of the same family were killed in the Israeli strikes.  EPA/MOHAMMED SABER

Die israelische Armee hat am Samstag ein zwölfstöckiges Wohnhaus bombardiert. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Gaza-Krieg

NS-Überlebende prangern «Massaker an Palästinensern» an

Mit einem dramatischen Appell in der «New York Times» fordern hunderte Holocaust-Überlebende ein Ende des israelischen Militäreinsatzes in Gaza. Dort hat die Armee ein zwölf Stockwerke hohes Wohnhaus zum Einsturz gebracht.

24.08.14, 06:53 26.08.14, 12:18

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Ein Luftangriff der israelischen Armee hat ein zwölfstöckiges Wohngebäude in Gaza zum Einsturz gebracht. Dabei wurden mindestens 22 Menschen verletzt, wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf den Sprecher eines örtlichen Krankenhauses berichtet. Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers sollen Kämpfer der radikalislamischen Hamas das Gebäude als Kommandozentrale genutzt haben. 

Schweigen und Betroffenheit nach dem Einsturz des Wohnhauses. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Zeugen beobachteten nach dem Einschlag mehrerer Geschosse, wie sich ein riesiger Feuerball über dem Himmel erhob. Die Explosion liess nahe stehende Gebäude erzittern. Nach Angaben von Anwohnern sollen in dem Wohnhaus 44 Familien gelebt haben.

In dem seit sieben Wochen andauernden Konflikt sind rund 5000 israelische Luftschläge auf das palästinensische Gebiet niedergegangen – der Angriff auf das mehrstöckige Gebäude markiert jedoch ein Ereignis mit besonders vielen Verletzten.

«Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt»

Holocaust-Überlebende in der «New York Times»

Mit einer grossen Anzeige in der «New York Times» stemmt sich eine Gruppe von rund 330 Überlebenden des Holocaust gegen das militärische Vorgehen Israels. Die Unterzeichner, die aus den USA und Europa stammen, prangern den Militäreinsatz in Gaza als «Massaker an den Palästinensern» an. Damit reagierten sie auch auf eine Aktion des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel. Gemeinsam mit anderen Unterstützern hatte er in einer Annonce die Hamas mit den Nazis in Verbindung gebracht und den radikalislamistischen Kämpfern vorgeworfen, Kinder als Schutzschilde zu missbrauchen.

«Ich habe gesehen, wie jüdische Kinder verbrannt wurden. Jetzt muss ich sehen, wie muslimische Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht werden – in beiden Fällen von denen, die den Tod anbeten.»

Holocaust-Überlebende in der «New York Times»

«Ich habe gesehen, wie jüdische Kinder verbrannt wurden. Jetzt muss ich sehen, wie muslimische Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht werden – in beiden Fällen von denen, die den Tod anbeten.» Gegen Aussagen wie diese in der von Wiesel lancierten Annonce bringen die Holocaust-Überlebenden nun ihren Unmut zum Ausdruck: «Wir sind angewidert und empört von Elie Wiesels Missbrauch der Geschichte», schreiben sie und verurteilen neben den Waffenlieferungen der USA an Israel auch die Parteilichkeit westlicher Staaten: «Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt», heisst es weiter. 

Mahmud Abbas. Bild: HANDOUT/REUTERS

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas drängte am Samstag auf eine baldige Fortsetzung der Friedensverhandlung der verfeindeten Seiten unter der Vermittlung Ägyptens. Israelis und Palästinenser sollten «sobald wie möglich» zu indirekten Gesprächen über eine dauerhafte Waffenruhe in Kairo zurückkehren, sagte Abbas. Die Verhandlungen waren Mitte der Woche gescheitert, nachdem die radikalislamische Hamas bereits vor Ablauf einer Waffenruhe ihre Raketenangriffe wieder gestartet hatte.

Seit Beginn des Gaza-Konflikts starben etwa 2100 Palästinenser. Mehr als 10'500 wurden verletzt. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und vier Zivilisten ums Leben.

Mit Flugblättern hat Israel derweil die palästinensische Bevölkerung gewarnt, sich von Orten fernzuhalten, an denen Militante Raketen abfeuern. Jedes Haus, von dem militärische Aktionen ausgingen, würde attackiert, stand auf den abgeworfenen Hinweisen. (daf/AP/Reuters/dpa)

Fünf Raketen aus Syrien schlagen auf den Golanhöhen ein

Fünf aus Syrien abgefeuerte Raketen sind in der Nacht zum Sonntag auf den Golanhöhen eingeschlagen. Die israelische Armee teilte mit, sie seien an verschiedenen Orten niedergegangen. Es gab keine Berichte zu möglichen Opfern oder Sachschäden. Israel hatte die Golanhöhen 1967 von Syrien erobert. Im Juni bombardierte die israelische Armee nach einem tödlichen Angriff aus Syrien Stellungen des syrischen Militärs. Die neuen Angriffe nährten die Sorge vor einer Ausweitung des Gazakonflikts. Nur Stunden zuvor hatten Extremisten im Libanon zwei Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ein Haus in Galiläa sei getroffen worden, teilte der israelische Rundfunk mit. Acht Menschen hätten einen Schock erlitten. Israel legte den Angaben zufolge Beschwerde bei der internationalen Beobachtertruppe Unifil in Südlibanon ein. Auch die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen dauerten am Sonntagmorgen an. Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht wieder Ziele in dem Palästinensergebiet. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mindestens zwei Menschen getötet. (sda)

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Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • MediaEye 24.08.2014 09:57
    Highlight Endlich wagen es friedliche Juden und Israelis selbst, ihre Stimmen gegen die Kriegsgurgeln der Zionisten und ihrer Freunde zu erheben!

    Es kann nicht sein, dass Israel schalten und walten kann wie es will; deshalb Verurteilung vor intern. Gerichtshof wegen Kriegsgreueln und Völkermord; sowie SOFORTIGER Boykott Israels und einfrieren von polit. und Handelsbeziehungen
    8 1 Melden

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