Luftfahrt

Nervenaufreibende Massarbeit: Pilot Mahoney landet seinen «Harrier» auf einem überdimensionierten «Barhocker». Bild: US Navy

YouTube-Hit

Senkrechtstarter landet auf «Barhocker»

William Mahoney durchlebte den Albtraum jedes Piloten: Bei seinem Kampfjet streikte das Fahrwerk. Trotzdem musste er die Maschine auf einem Kriegsschiff landen – mithilfe eines überdimensionierten «Barhockers». Die Aktion ist ein YouTube-Hit.

28.06.14, 15:13 28.06.14, 15:31

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Es sind angespannte Minuten, die William Mahoney am 7. Juni über der U.S.S. «Bataan» verbringt. Nun ist Mahoney als Kampfjetpilot nervenaufreibende Situationen gewohnt. Doch dieser Fall liegt ein wenig anders. Das Fahrwerk seines «Harrier»-Flugzeugs streikt, für die Landung auf der «Bataan» ist Improvisationstalent gefragt. Die Aktion, mit der Mahoney den 35-Millionen-Dollar-Jet zurück an Bord bringt, ist bei YouTube zum Hit geworden. Knapp 800'000-mal wurde das Video bisher angeklickt. 

Schon beim Start bemerkt Mahoney, dass mit seiner Maschine etwas nicht stimmt. So erzählt er es in dem Clip, den die US-Marine ins Netz gestellt hat. «Das Fahrwerk hat nicht richtig funktioniert, also habe ich sofort Schub rausgenommen», so der Amerikaner. 

Sein Problem: Wegen der Fehlfunktion kann er nicht feststellen, ob das Fahrwerk eingezogen ist oder nicht. Er muss sich auf die Kollegen an Bord des Kriegsschiffs verlassen. Was diese ihm mitteilen, verheisst nichts Gutes für die Landung. Der vordere Teil des Fahrwerks, unter der Pilotenkanzel, steckt noch im Rumpf der Maschine und lässt sich nicht ausfahren. Der «Harrier» kann zwar im Gegensatz zu regulären Kampfflugzeugen nahezu senkrecht starten und landen – aber eben nicht ohne Fahrwerk. 

Was die Techniker schliesslich als Lösung auf Deck der «Bataan» hieven, gleicht einem überdimensionierten Barhocker. Das Gestell ist speziell für solche Notfälle konzipiert. Vom Piloten erfordert es allerdings höchstes Geschick. Er muss sich so über den «Rettungsstuhl» dirigieren lassen, dass er die Nase des Jets aus geringer Höhe auf den Stuhl fallen lassen kann. Dabei geht es um Zentimeter. Misslingt das Manöver, ist mindestens das Flugzeug kaputt. Im schlimmsten Fall bekommt auch der Pilot etwas ab. 

«Ich dachte nur: ‹Oh Junge, das wird interessant.›»

Pilot William Mahoney

Zittern am ganzen Körper

«Ich dachte nur: ‹Oh Junge, das wird interessant›», erinnert sich Mahoney. Bei der Landung muss er sich auf seine Instrumente und die Beobachter an Bord des Schiffs verlassen. Direkt nach unten kann er aus dem Flugzeug nicht schauen, sein Ziel liegt im toten Winkel. 

 «Ich habe erst beim Aussteigen aus dem Flugzeug gemerkt, dass ich am ganzen Körper zittere.»

Pilot William Mahoney

Zentimeter für Zentimeter schraubt der Pilot den tonnenschweren Jet in Richtung Deck, bis er schliesslich die entscheidende Anweisung erhält. Mahoney lässt die Maschine nach unten fallen («In diesem Moment ist man dann nur noch Passagier»), die Nase des Jets plumpst auf den Hocker, prallt einmal zurück in die Höhe und ruht schliesslich in perfekter Landeposition. 

Wenige Sekunden nach dem geglückten Manöver stürmt Rettungspersonal zur Maschine. Doch die Sorge um Pilot und Maschine ist unbegründet, beide haben die Landung ohne grössere Blessuren überstanden. Vergessen dürfte er die brenzligen Minuten über der U.S.S. «Bataan» so schnell jedoch nicht. Mahoney: «Ich habe erst beim Aussteigen aus dem Flugzeug gemerkt, dass ich am ganzen Körper zittere.» (jok)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Gelöschter Benutzer 28.06.2014 16:25
    Highlight beeindruckend zu sehen wie fein sich so ein "ding" steuern laesst, wenn man´s kann
    0 0 Melden

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