Migration

Rettungskräfte versuchen das gesunkene Schiff zu bergen. Bild: OSMAN ORSAL/REUTERS

Drama in der Türkei

24 Flüchtlinge – vor allem Kinder – vor Istanbul ertrunken

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots vor der Küste Istanbuls sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Flüchtlinge stammten aus Afghanistan und wollten über das Schwarze Meer nach Rumänien oder Bulgarien reisen.

03.11.14, 12:16 03.11.14, 14:23

Im Bosporus in der Nähe der Mündung zum Schwarzen Meer ist ein Flüchtlingsboot gesunken. Der Sender CNN Türk berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Rettungskräfte, mindestens 40 Flüchtlinge seien an Bord gewesen. Die meisten der 24 Toten seien Kinder. Die Flüchtlinge stammten den Berichten zufolge aus Afghanistan und wollten über das Schwarze Meer nach Rumänien oder Bulgarien reisen.

Ambulanzen und Rettungskräfte im Hafen von Rumeli Feneri an der Mündung zum Schwarzen Meer. Bild: ERDEM SAHIN/EPA/KEYSTONE

Das Istanbuler Gouverneursamt bestätigte zunächst nur den Tod von vier Menschen. Sieben Menschen seien gerettet worden, teilte die Küstenwache nach Angaben der Nachrichtenagentur Dogan am Montag mit.

Die Türkei ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die nach Europa gelangen wollen. Häufig sind sie auf unsicheren und überfüllten Booten unterwegs. Der Bosporus ist eine der am meisten genutzten Wasserstrassen der Welt, über die unter anderem russische Öllieferungen und andere Rohstoffe transportiert werden. An beiden Seiten der Meerenge liegt die Millionenmetropole Istanbul. (whr/sda/afp/reu/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • zombie1969 03.11.2014 17:23
    Highlight Die Europäer werden sich noch die Augen reiben. Es ist derart augenfällig, wie die Dinge in Nahost und Afrika wirklich liegen. Die Nagelprobe der westlichen Gesellschaften dürfte sein, wenn es darum gehen wird, die zu erwartenden Flüchtlingsströme zu absorbieren. Dann hier geht es nämlich bereits nicht mehr um Kleinkram. Auch die über das Asylrecht einsickernden Religionskrieger werden noch eine erheblich Gefahr werden. Das alles ist brandgefährlich.
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