Musik

Selah Sue hat mit ihren 26 Jahren und ihrer hübschen Stimme schon zwei Alben herausgebracht.

Selah Sue: «Einige freuen sich, wenn du auf der Strasse spielst, andere sind nur genervt. Diese Ehrlichkeit gefällt mir»

Die belgische Singer-Songwriterin Selah Sue singt diese Woche in Basel und Zürich. Im Interview erzählt sie von ihrer ersten grossen Musikliebe und verrät, warum ein guter Song auch ohne viel Firlefanz – nur mit Gitarre und Stimme funktioniert. 

13.10.15, 10:18 13.10.15, 16:35

David Nägeli

Selah Sue ist in Belgien geboren. Als Kind hat sie viel getanzt, mit 15 dann aber gemerkt: Ich will Gitarre spielen. Und Lieder schreiben. Das tut sie seither mit grossem Erfolg. Ihre Musik ist ein Mix aus Pop, viel Soul und ab und zu rutschen ein paar Ragga-Elemente rein. 

Selah Sue in Basel und Zürich

Basel: 16. Oktober im Volkshaus.
Zürich: 17. Oktober im x-tra.​

Selah, Zuhause in Belgien oder in Frankreich spielst du grosse Festival-Shows. Im deutschsprachigen Raum bist du eher in Clubs unterwegs. Was gefällt dir besser?
Selah Sue: An kleineren Konzerten kommt man eher in einen gemeinsamen Vibe. An den Festivals ist mehr Energie da, aber die Nähe fehlt. Das Intime an den Club-Shows gefällt mir.

Wann hast du denn zum letzten Mal ein Konzert ohne Band, nur mit der Gitarre gespielt?
Das ist tatsächlich eine Weile her. Meine Alben sind ziemlich aufwändig produziert, einige Songs wären schwierig nur mit der Gitarre und der Stimme. Aber ich liebe es, nur so zu spielen.

Selah Sue spielt «Always Home» in Zürich – und wird beinahe vom Tram angefahren

YouTube/Selah Sue

Es gibt Leute, die sagen, ein Song ist gut, wenn er auch nur mit der Gitarre und der Stimme funktioniert. Siehst du das auch so?
Ja, absolut! Deswegen werde ich auch eine zweite Version des Albums aufnehmen, nur mit Gitarre, Klavier und einigen Streichern. So hört man, ob der Song an sich gut funktioniert.

Ein ziemlicher Kontrast zum breiten Sound von «Reason».
Auch aufwändige Produktionen gefallen mir sehr gut, zum Beispiel Flying Lotus: Seine Musik besteht mehr aus Vibes als aus Songs. Ich selbst konzentriere mich aber zuerst darauf, nur mit der Gitarre und der Stimme gute Songs zu schreiben. Die Produktion kommt danach.

Könntest du das Album denn jetzt nur mit der Gitarre spielen?
Ja. Bei einigen Songs würde mir aber etwas fehlen – teilweise klingt die Produktion zu cool, als dass man sie weglassen könnte. Aber auf die Strophen und Refrains bin ich sehr stolz, die funktionieren auch so.

So wie die Unplugged-Version von «Alway Home», die du auf den Zürcher Strassen aufgenommen hast. Erzähl mal, wie war das?
Das war sehr interessant. Ich wollte die neuen Songs auf der Strasse auszuprobieren, denn wenn du sie auf der Bühne spielst, kriegst du deine Bestätigung einfach – applaudiert wird eigentlich immer. Auf der Strasse ist das schwieriger: Einige freuen sich, wenn du spielst, andere sind nur genervt. Diese Ehrlichkeit gefällt mir.

Du hast bereits früh einen Plattenvertrag von einem Major-Label angeboten bekommen. Du hast abgelehnt, weil du deinem Stil treu bleiben wolltest. Hat das funktioniert?
Die Entscheidung nicht mit Universal zu arbeiten, war meine beste Entscheidung überhaupt. Bei einem Major wirst du letztlich zum Produkt – ich musste mir die Freiheiten beibehalten, die sind mir sehr wichtig.

Du hast in einem Interview gesagt, Lauryn Hill von den Fugees habe grossen Einfluss auf dich gehabt. 
Als ich sie die MTV Unplugged Session spielen gesehen habe, habe ich mich sofort in ihren Stil, ihre Stimme und ihre Texte verliebt. Sie singt, sie rappt, sie spielt Gitarre – sie ist so vielfältig. Mit ihrem Unplugged-Album habe ich auch gelernt, Gitarre zu spielen. Sie war definitiv ein grosses Vorbild.

Selahs grosse Liebe: 

YouTube/Book of Rhymes

Welche aktuellen Musiker laufen denn bei dir Hoch und Runter?
Die FKA Twigs gefallen mir. Ihre Video-Clips, ihre Musik, ihr Stil – alles ist sehr eigen und neu. Das alte, soulige, gemischt mit der Untergrund-Elektronik, das ist sehr cool.

FKA Twigs – «Pendulum»

YouTube/FKA twigs

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