Nordkorea

Matthew Todd Miller ist in nordkoreanischer Gefangenschaft. Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Matthew Todd Miller

Nordkorea macht US-Tourist den Prozess 

Er soll bei Einreise sein Visum zerrissen haben: Der US-Amerikaner Matthew Todd Miller muss sich Mitte September in Nordkorea vor Gericht verantworten –mutmasslich wegen «feindseliger Handlungen». 

07.09.14, 12:25 07.09.14, 14:47

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Am 14. September muss sich Matthew Todd Miller vor dem Obersten Gerichtshof in Pjöngjang verantworten. Die Anklagepunkte im Fall des US-Amerikaners, der im April als Tourist nach Nordkorea einreiste, sind nicht bekannt. Beobachter gehen aber davon aus, dass man ihm wegen «feindseliger Handlungen» den Prozess machen wird.

Der 24-Jährige aus dem kalifornischen Bakersfield soll bei seiner Einreise in die Volksrepublik sein Visum zerrissen haben. Dies gilt als schwerer Verstoss gegen nordkoreanische Gesetze. Er soll laut Staatsmedien ausserdem Asyl beantragt haben. 

Im Juni hatte Nordkorea angekündigt, Miller und dessen Landsmann Jeffrey Fowle, 56, wegen angeblicher Gesetzesverstösse vor Gericht zu bringen. Das Vergehen des ebenfalls als Tourist eingereisten Fowle: Er hat angeblich eine Bibel in seinem Hotelzimmer zurückgelassen. 

Jeffrey Fowle. Bild: APTN

Ausser Miller und Fowle hält Nordkorea einen dritten US-Bürger fest. Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht den 45-jährigen Missionar Kenneth Bae wegen angeblicher Umsturzversuche zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die USA haben sich bisher vergeblich um die Freilassung der drei gefangenen Landsleute bemüht. 

Es wird davon ausgegangen, dass Nordkorea die inhaftierten US-Bürger benutzt, um in Kontakt mit den USA zu treten, mit denen es offiziell keine diplomatischen Beziehungen pflegt. Anfang des Monats hatten internationale Medienvertreter unerwartet Zugang zu den Gefangenen erhalten. In getrennten Interviews forderten diese die USA auf, ihre Freilassung voranzutreiben. 

Die Umstände ihrer Festnahmen sind bei allen drei Gefangenen unklar. Die drei Männer werden laut eigenen Angaben zwar anständig behandelt, leiden aber unter körperlichen Beschwerden und der Isolation. (ala/dpa/AFP)

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