Nordkorea
So Se Pyong, Ambassador of the Permanent Representative Mission of Democratic People's Republic of Korea to the United Nations Office in Geneva, reacts after he have make falling a microphone prior his statement to the media on recent situation development in the Korean Peninsula, during a new press conference in Geneva, Switzerland, Tuesday, March 25, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Bild: Keystone

Diplomat rastet in Genf aus

Nordkoreas UNO-Botschafter beschimpft Mitglieder des Menschenrechtsrats

Der nordkoreanische Botschafter bei der Uno hat Mitglieder des Menschenrechtsrats in Genf wüst beschimpft. Sie sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern, herrschte er sie an.

28.03.14, 19:13

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Der Botschafter Nordkoreas bei der Uno ist während einer Sitzung des Menschenrechtsrats regelrecht ausgerastet. In einer verbalen Attacke forderte er die Mitglieder des Rates auf, sich um ihren eigenen Kram zu kümmern. In der Sitzung ging es um die humanitäre Lage in Nordkorea.

Botschafter So Se Pyong ist Vertreter Nordkoreas bei der Uno in Genf. In der Zusammenkunft am Freitag ging es um beispiellose Verletzungen der Menschenrechte in dem abgeschotteten Land. So konterte der Diplomat die Vorwürfe mit Platitüden, wonach Kooperation und Konfrontation niemals zusammengingen.

120'000 Gefangene in nordkoreanischen Straflagern

Das Gremium in Genf stimmte für eine von der Europäischen Union und Japan eingebrachte Resolution, wonach sich der Uno-Sicherheitsrat mit der Situation in Nordkorea befassen soll. Dort soll es dann um die Frage von Sanktionen und der gerichtlichen Verfolgung der Führungselite Nordkoreas gehen. Die Resolution wurde von 30 Nationen angenommen, unter den sechs Gegnern des Beschlusses war auch China.

Der Vorstoss ist Folge eines jüngsten Untersuchungsberichts über die Grausamkeiten in den Straflagern des Landes. Dort sind nach dem Bericht bis zu 120'000 Gefangene Folter, Vergewaltigungen und willkürlichen Tötungen ausgesetzt. Hunderttausende Menschen sind nach Schätzungen der Experten in den Lagern bisher gestorben. Sanktionen sollten in dem bettelarmen Land diejenigen treffen, die für das grausame Vorgehen verantwortlich seien, so die Resolution.

Sicherheitsrat verurteilt Raketentests

Ist Kim Jong-Un direkt für Folter verantwortlich? Bild: 

Bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) hatten sich die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates in New York mit Nordkorea befasst. Dabei verurteilten sie die jüngsten nordkoreanischen Raketenstarts. Die Führung in Pjöngjang habe damit gegen Resolutionen des Sicherheitsrates verstossen, sagte die luxemburgische Uno-Botschafterin und derzeitige Vorsitzende des Gremiums, Sylvie Lucas, am Donnerstag (Ortszeit) nach einer Sondersitzung. Im Sicherheitsrat vereinbart wurde demnach, über eine geeignete Reaktion zu beraten. Nordkorea hatte in den vergangenen Tagen wiederholt Raketen in Richtung offenes Meer abgefeuert.

(ler/Spiegel Online/Reuters/dpa)

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  • papparazzi 29.03.2014 09:33
    Highlight Und so was nennt sich Botschafter. Nun, ich denke somit ist die Botschaft nun auch unmissverständlich bei allen angekommen. Nord Korea wird von einem grausamen, lächelnden Diktator geführt. Ich schäme mich dafür, das diese in der Schweiz zur Schule ging und hier im Verborgenen aufgepäppelt wurde. Da hätten wir Schweizer ihm doch beibringen können, was eine echte Demokratie ist. ut (dp)
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