Panorama

Darf man einer seligen Mutter schreiben, dass einen ihre dauernden Baby-Postings ankotzen?

Mit Bildern auf Facebook wollte eine australische Mutter ihr Umfeld an dem Leben ihrer sechs Monate alten Tochter teilhaben lassen. Manche ihrer Online-Kontakte waren genervt – und schickten einen bitterbösen Brief.

16.04.15, 12:31

Ein Artikel von

Jade Ruthven ist seit sechs Monaten Mutter eines Mädchens. Die 33 Jahre alte Australierin ist so verzückt von der kleinen Addison, dass sie ihre Glücksmomente auch mit ihren Facebook-Freunden teilen wollte. Also postete sie fleissig Bilder ihrer Erstgeborenen und liess ihr Umfeld an sämtlichen Aktivitäten von «Addy» teilhaben. Offenbar ging das ihren Online-Kontakten gehörig gegen den Strich. Wie der britische «Telegraph» berichtet, erhielt Ruthven vor wenigen Tagen einen Brief – der sie mit bitterbösen Worten bedachte.

Der Brief des Anstosses. bild via telegraph

Stolze Mutter, fröhliches Kind – zu viele solcher Bilder können Mitmenschen auf den Geist gehen. Bild: AP ANDERSON INDEPENDENT-MAIL, S.C.

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Von wem das Schreiben stammt, weiss die Frau nicht. Der Absender ist anonym. Doch die Nachricht ist deutlich: «Wir haben alle Kinder, in die wir vernarrt sind – aber wir trichtern es nicht jedem ein!», heisst es. Ruthven solle darüber nachdenken, wie es wäre, wenn jede Mutter so viel «Mist» über ihr Kind posten würde. «Sie krabbelt von der Matte – es ist uns egal! Sie ist sechs Monate alt – na und!»

Die Person schreibt weiter: «Wir können es nicht abwarten, bis du wieder zur Arbeit gehst – vielleicht kannst du dann nicht mehr so oft bei Facebook sein.» Das Kind sei «hinreissend» und alle würden sie lieben, «aber unsere Kinder sind auch toll». Dann geht es erneut unter die Gürtellinie: «Ich glaube, du kotzt einfach viele Leute an mit deinem 'Addy dies und Addy das' – wir dachten alle, dass das nach dem ersten Monat nachlässt, hat es aber nicht.»

Ruthven habe gemeinsam mit ihrem Mann entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen, schreibt der «Telegraph». Sie leiteten den Hass-Brief an die australische Komödiantin Em Rusciano weiter, die das Schreiben auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte.

Erfolgreich waren die Briefschreiber offenbar nicht. Jade Ruthven sagte laut der «Daily Mail», sie wolle sich nicht unterkriegen lassen - und weiterhin Babyfotos auf Facebook posten. «Ich denke gar nicht daran, meine Onlineaktivität zu ändern», so Ruthven.

(kis)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • Gelöschter Benutzer 17.04.2015 09:34
    Highlight Facebook wird immer mehr zu einer Referenzgrösse für Nachrichtenportale. Von einem solchen Fall zu berichten, ist an sich nicht von öffentlichem Interesse, ausser es wird darüber reflektiert, inwieweit Glück als Glück empfunden wird, wenn es in der Aussenwahrnehmung von anderen geteilt wird. Dann wäre dies aber ein Artikel zu einer gesellschaftlichen Realität und der einzelne Fall würde nur als Beispiel und Illustration dienen.
    1 0 Melden
  • Inti 16.04.2015 22:33
    Highlight Tipp an alle die Over-sharing so sehr nervt, wie es mich genervt HAT:
    Einfach facebook löschen!
    4 0 Melden
  • elivi 16.04.2015 21:34
    Highlight Ein echter brief auf papier? Wow was für ne mühe dabei gibts sowas wie 'keine neuigkeiten von dieser person mehr' funktion auf facebook ...
    8 0 Melden
  • meerblau 16.04.2015 16:37
    Highlight Schade, dass die Dame sich nicht fragt, ob das Kind tatsächlich in späteren Jahren glücklich über den Live-Ticker zu seiner Kindheit ist. Immerhin wird die Kleine ja quasi im Netz gross.
    21 2 Melden
  • Zappenduster 16.04.2015 15:39
    Highlight Verstehe ich nicht, jemand der so einen Brief schreibt hat doch sonst noch einen Groll gegenüber der Person? Zwei Klicks und man sieht das ganze Baby geposte nicht mehr.

    14 4 Melden
  • Asmodeus 16.04.2015 15:28
    Highlight Verständnis für Mütter ist hier gefragt.

    Gerade befand man sich noch aktiv im Leben. Hatte Hobbies, Freunde etc.

    Und nun hat man ein Kind und dies bildet den einzigen Lebensinhalt. Ich habe auch einige Bekannte die ab dem Moment, in dem ein Kind da war, kein anderes Thema mehr kannten.

    Das Kleine hat gesabbert, gepupst, die Wagenschlüssel verschluckt. Alles ist Mitteilungsbedürftig.
    Wenn man versucht eine Unterhaltung mit ihnen zu führen geht es nach 5 Minuten nur noch um das Kind.

    Normalerweise geht's vorbei. Dass die Dame beratungsresistent ist hat sie leider mit ihrer Reaktion bewiesen.
    17 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 13:05
    Highlight Jede Person nervt, die sich über allen Maßen mit privaten Informationen in sozialen Netzwerken verausgabt.
    aber man hat es auch selber in der Hand, kein Facebook = kein Müll
    Ich hoffe doch, dass die Verfasser des Briefes ihr Ding jetzt immerhin durchziehen und sich auf FB "entfreunden"
    19 1 Melden
    • Tanyyya 16.04.2015 13:59
      Highlight einfach Meldungen der Person "verstecken", dann passt das schon. Geht ja wahrscheinlich auch irgendwann vorbei :-)
      12 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 14:03
      Highlight oh das kann man auch? noch besser :-)

      11 0 Melden
    • Hessmex 16.04.2015 16:06
      Highlight Ich mahne sollche Personen, doch bitte nicht mein Facebook voll zu müllen, alle 2 min. ein Post.
      Geht das aber so weiter, lösche ich diese Person!
      4 3 Melden

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