Papst

Der watson-Boxexperte sagt: «Mit dieser Gestik wird das nichts mit dem Faustschlag.»  Bild: Witters/freshfocus

Papst Franziskus über Meinungsfreiheit

Hoppla Schorsch! Machst du Witze gegen des Papstes Mutter, erwartet dich eine Tracht Prügel – vom Chef persönlich

15. Januar 2015, 18:00 Uhr

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Bei religiösen Gefühlen und seiner Mutter hört für Papst Franziskus der Spass auf. Das hat der 78-jährige Argentinier auf seiner Reise nach Manila deutlich gemacht. Er sprach auch über seinen Umgang mit der Gefahr eines Anschlags.

15.01.15, 19:52 16.01.15, 10:15

Bei religiösen Gefühlen und seiner Mutter hört für Papst Franziskus der Spass auf. Das hat der 78-jährige Argentinier auf seiner Reise nach Manila deutlich gemacht. Er sprach auch über seinen Umgang mit der Gefahr eines Anschlags.

Manila – Papst Franziskus hält nicht viel von Meinungsfreiheit, wenn jemand die religiösen Gefühle anderer verletzt. «Viele Menschen ziehen über Religion her, das kann passieren, hat aber Grenzen», sagte der Pontifex auf dem Weg in die philippinische Hauptstadt Manila mit Blick auf die Terroranschläge auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo». Jede Religion habe eine Würde, über die man sich nicht lustig machen könne.

Zur Veranschaulichung zog der Papst daraufhin Parallelen zu seiner Mutter. Mit Gesten in Richtung seines Reiseorganisators Alberto Gasparri sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa: «Wenn Dr. Gasbarri, mein lieber Freund, meine Mutter beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag.» Dann kam er wieder auf das Thema Glauben zu sprechen: Dieser könne nicht beleidigt oder lächerlich gemacht werden. Zugleich betonte der Papst, dass man im Namen Gottes nicht töten dürfe.

Nach den Terroranschlägen in Paris wurde die Sicherheit um den Papst nach dessen eigenen Angaben erhöht. Er selbst habe dagegen eine «gute Dosis Unbeschwertheit», sagte Franziskus. Wenn ihm etwas zustossen sollte, bitte er Gott, «dass sie mir nicht wehtun, denn ich bin nicht mutig, was Schmerz angeht».

Bei seiner Ankunft auf den Philippinen wurde der 78-jährige Argentinier mit lautstarkem Jubel und landesweitem Glockengeläut empfangen. Anschliessend stieg der Pontifex in sein Papamobil und jagte mit rasanter Geschwindigkeit an Tausenden Besuchern vorbei. Rund 80 der 100 Millionen Philippiner sind Katholiken, das asiatische Land hat damit nach Brasilien und Mexiko die drittgrösste katholische Bevölkerung der Welt. Es ist der vierte Papstbesuch seit 1970.

Der Papst feiert am Freitag in der Kathedrale von Manila eine Messe mit Würdenträgern und trifft Familien in einem grossen Stadion. Samstag fliegt er nach Tacloban, in die Stadt, die vor 14 Monaten von Taifun «Haiyan» schwer getroffen worden war.

jbe/dpa (spiegel.de) gag

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Bruno Wüthrich 16.01.2015 10:50
    Highlight Nun, da könntest du dich unter Umständen täuschen. Nicht umsonst gehören Daten über die religöse Zugehörikeit als besonders schützenswert (Datenschutzgesetz). Zwar wird wohl niemand etwas sagen können, wenn du dich über eine Religion lustig machst. Tust du dies indes über eine Person wegen ihrer Religion, so kann sie dich verklagen. Machst du es allerdings wie Papst Franziskus, könnte es sein, dass die Klage der Gegenpartei noch erfolgreicher ist. Übrigens: Beweise fehlen allenthalben. Die Nicht-Existenz eines Gottes wurde nie bewiesen. Ergo frönen auch die Atheisten leiglich einem Glauben
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  • mastermind 16.01.2015 09:57
    Highlight Die Mutter beleidigen rechtfertigt Prügel... Da sollte sich jemand mal das neue neue Testament zu Gemüte führen. Im Namen Gottes dürfe man nicht töten? Ich dachte immer, dass Töten auch im Namen des Gesetzes, der Ethik usw. verboten ist. Aber ja, überall muss Religion etwas bestimmen. Francis' Aussage ist keinen Deut besser als jene der Mahound-Anhänger. Säkularität heisst die Zukunft. Lasst uns die Welt selber formen, ohne alte, überholte Bücher.
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  • saukaibli 16.01.2015 07:27
    Highlight Na soweit kommt's noch, dass man sich über religiöse Gefühle nicht lustig machen darf. Darf man dann auch keine Witze über Apple machen? Ist ja auch eine Art Religion. Oder soll ich mich in meinen atheistischen Gefühlen jetzt auch verletzt sehen, wenn jemand behauptet es gäbe einen Gott? Nene, lieber Franz, bis jetzt hast du zwar viel Gutes gesagt, aber hier bin ich ganz und gar nicht deiner Meinung. Ich meine, wenn man sich das Konstrukt einer Religion mal anschaut, schreit es direkt danach, der Lächerlichkeit Preis gegeben zu werden.
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  • Bruno Wüthrich 15.01.2015 23:38
    Highlight Man kann es nicht anders sagen: Dieser Papst ist einfach ein feiner Kerl. Menschlich, bodenständig, glaubwürdig, imponierend. Es mag eine komplette Fehleinschätzung und eine Illusion sein. Aber ich habe den Eindruck, mit diesem Mann könnte man sich an einen Tisch setzen und ein Bier trinken. Das sage ich als Nicht-Katholik und als einer, der nur selten eine Kirche von innen sieht. Die Katholiken mögen mir das mit dem Bier verzeihen.
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