Pegida

Ein Polizist wünscht den Pegida-Demonstranten Erfolg, die Polizei-Spitze distanziert sich.   Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Das wird Folgen haben: Dresdner Polizist wünscht Pegida «erfolgreichen Tag»

Die Durchsage eines Polizisten während der Einheitsfeiern in Dresden hat ein Nachspiel. Offenbar hatte der Beamte Pegida-Demonstranten Erfolg gewünscht.

Publiziert: 03.10.16, 19:56 Aktualisiert: 04.10.16, 16:43

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Die sächsische Polizei hat sich von der Durchsage eines Kollegen distanziert, der Teilnehmern der Pegida-Demonstration am Tag der deutschen Einheit in Dresden einen «erfolgreichen Tag» gewünscht hatte.

Diese Äusserung «entspricht nicht unserer Philosophie und wird einer Überprüfung unterzogen», erklärte die Polizei am frühen Montagabend.

Der Beamte hatte vor Beginn der Demonstration des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses am Nachmittag zunächst die Versammlungsauflagen verlesen, obwohl dies üblicherweise der Veranstalter macht. Er begründete dies mit einem Defekt an der Lautsprecheranlage von Pegida und betonte, er mache das «gerne».

Am Ende seiner Durchsage erklärte der Polizist vor mehreren tausend Pegida-Anhängern: «Wir wünschen einen erfolgreichen Tag für Sie!» Die Menge quittierte dies mit Applaus und skandierte: «Eins, zwei, drei, danke Polizei!»

Die Dresdner Polizei antwortet

Hier nimmt sie Stellung zum Neutralitätsgebot in der Polizeiarbeit – und zu weiteren Fragen rund um den heutigen Einsatz in der sächsischen Landeshauptstadt. 

Unter den Demonstranten befanden sich erkennbar zahlreiche Neonazis. Die Menge zog von der Nähe des Hauptbahnhofs in die Nähe des Festgeländes. Auf Transparenten wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Rücktritt aufgefordert.

Die Polizei Sachsen betonte, die Polizei sei «im Einsatz ein Garant für Neutralität». Sie verteidigte zugleich, dass sie die Störaktionen gegen Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Politiker am Vormittag vor der Dresdner Frauenkirche nicht beendet hatte.

«Volksverräter» und «Haut ab»: Der Protest gegen Merkel und Co.

Video: YouTube/TAG24

«Von den Personen ging keine Gefahr für Ablauf und Sicherheit der Protokollveranstaltungen aus. Die verbalen Äusserungen bzw. die Trillerpfeifen werten wir als Form der Meinungsäusserung. Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit der Stadt entschieden, nicht einzugreifen», hiess es in der Erklärung.

Verbal attackiert wurde auch Grünen-Politikerin Claudia Roth.

Video: YouTube/TAG24

Die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit waren am Montag von Auseinandersetzungen überschattet worden. Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Gäste wurden vor dem zentralen Festakt von mehreren Hundert Demonstranten beschimpft und angepöbelt, darunter vor allem Pegida-Anhänger. Sie riefen «Volksverräter», «Haut ab» und «Merkel muss weg». Auch Trillerpfeifen ertönten.

amz/dpa

Auch Gegenproteste waren heute auf Dresdens Strassen zu beobachten. Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

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User-Review:
Gina226 - 6.4.2016
Watson, du bist super. Ich möchte dich nicht mehr missen. ❤️
35 Kommentare anzeigen
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  • Fischra 03.10.2016 22:57
    Highlight Die deutsche Regierung ist mit Angela Merkel die einzige welche das Elend der Flüchtlinge ernst nahm und handelte. Den Deutschen geht es ziemlich gut und die Wirtschaft läuft. Das gesäusel von Pegida und Afd ist nur braunes Geschwätz ohne Basis. Die Probleme werden gross Geredet und das Augenmerk auf das unwesentloche Gelenkt. Die Erfolglosen und Dummen glauben was ihnen eingeredet wird von diesen braunen Schwätzern.
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  • retofit 03.10.2016 21:54
    Highlight Also die Szene mit der grünen Politikerin Frau Roth ist ja nun wohl durch nichts mehr schön zu reden - alles wie zur Hochzeit der Nazis vor 80 Jahren. Absolut unter aller Sau!
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  • Mnemonic 03.10.2016 21:41
    Highlight Die völlig Verdummten sind unter uns...
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  • Darkside 03.10.2016 21:09
    Highlight Wenn dich die Neonazis als Volksverräter beschimpfen hast du etwas richtig gemacht.
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    • DJ_Terror 03.10.2016 21:24
      Highlight Das sind mit nichten Neonazis. Wahrscheinlich nicht mal ein Prozent. Ich bin aber auch kein Fan der Leute die heute in Dresden protestierten. Der Deutschen Regierung traust du etwa? Die ist gut? Das ist auch sehr dämmlich so einer Regierung positive Attribute zu attestieren damit meine ich nicht nur die Flüchtlingskrise sondern viel mehr die Aussenpolitik sowie die Verarmungspolitik.
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    • Fabio74 03.10.2016 22:01
      Highlight @Terror: die deutsche Regierung übernimmt Verantwortung in einer schwierigen Zeit und einer komplexen Welt. Alles ist nicht gut, trotzdem geht es den Deutschen im grossen und ganzen gut.
      Was inakzteptabel ist, sind Ausgrenzungen, Beleidigungen etc was Pegida und AfD fordern
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    • Too Scoop 03.10.2016 22:15
      Highlight ...dass Menschen in Wohlstandsländern das Gefühl haben ungerechter behandelt zu werden als Ausländer ist ein Hohn! In jeglicher Hinsicht frech und irgendwie einfach nur dämlich. Klar Armut und blablabla gibt es überall. Aber man kann auch nur das Schlechte ständig hochpeitschen und sich nur in der Opferrolle sehen. Man ist gewissermassen selber für verantwortlich. Man sollte dem Lande dienen und nicht immer nur fordern. Meine kurze Meinung und mit dieser muss nicht jede/r einverstanden sein.
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    • DJ_Terror 03.10.2016 22:15
      Highlight Das ist Pure Propaganda der Regierung das es Deutschland gut geht. Die Renten sind für diese Generation nicht mehr sicher. Es gibt Faktisch Millionen die für einen Billiglohn arbeiten. Milliarden werden für Migranten ausgegeben während es jahrelang hiess das sie kein Geld für KITAS haben. Das ist null verantwortung sondern schlicht und einfach Kriminell.
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    • lucasm 03.10.2016 22:25
      Highlight @dj_terror: neee sicher nicht, gar keine nazis. In den 30ger jahren waren ja auch alle ganz lieb in diesem land. junge mach die augen auf, genau gleich hat das ganze elend angefangen. Diese personen kennen bildung wirklich nur von rtl... traurig so etwas.
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    • lucasm 03.10.2016 22:31
      Highlight @terror: dann ist es ebenso propaganda, dass es uns gut geht? Bei uns gibt es das gleiche assipack und pöbel. Nur komisch sind es immer jene, die dem staat auf der tasche liegen und noch ein dummes maul bzgl ausländern haben. Sowohl in der schweiz als auch in deutschland bleibt bildung keinem verwehrt, nur leider ist es aufwändiger sich zu bilden, als rtl zu schauen, hartz4 zu kassieren und gegen ausländer zu wettern.
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    • Hierundjetzt 03.10.2016 22:59
      Highlight Ja und? Die Schweiz gibt auch 1-2 Milliarden / Jahr für Flüchtlinge aus.

      Wenn wir die nun einsparen, sind dann die Flüchtlinge schwuuup weg?

      Deutschland übernimmt als grosse Nation sehr viel Verantwortung in der Krise. Das gebührt mein voller Respekt. Da kann sich die CH eine Scheibe abschneiden
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    • DJ_Terror 03.10.2016 23:08
      Highlight @lucasm, wer definiert wer Asipack ist? Leute die auf Regierungslinie sind? Du scheinst extrem Klischee behaftet zu sein was das angeht. Bei Ausländern forderst du sofort Diferenzierung aber die Merkel Kritiker steckst du alle in einem Topf... Ich kann diese Heuchelei gar nicht verstehen. Deine Beiträge zeigen das du definitiv voreingenommen bist. Das was du als Demokratie ansiehst ist eigentlich eine Diktatur wo nur die Meinung der Regierung als richtig gilt und andere werden diffamiert wie mit deinen Beiträgen. Mach mal die Augen auf.
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    • Enzasa 04.10.2016 00:37
      Highlight Dj terror
      Stimmt die Renten der folgenden Generationen sind nicht sicher!
      Warum?
      Weil es zuwenige Geburten gab.
      Mit den Flüchtlingen wäre es möglich gewesen diese Lücke zu schließen. Aber Menschen oder Politiker die nur aus dem Moment heraus handeln, haben diese Lösung verhindert.
      Gute Politiker handeln für die Zukunft, leider glaubt die Bevölkerung denen die sich an der Angst um heute bereichern.
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    • DJ_Terror 04.10.2016 02:27
      Highlight Mit den Flüchtlingen ist es definitiv gar nicht möglich diese Lücke zu schliessen. Denn sie werden kaum fähig sein sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nur 10% dieser Menschen haben die Qualifikationen dazu. Das heisst das 90% die Sozialkassen belasten werden. Die Renten werden nicht gesichert schlimmer noch die Sozialkassen werden dann ein extrem grosses Problem zu bewältigen haben.
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    • Enzasa 04.10.2016 07:56
      Highlight Auch wenn sie bei ihrer Ankunft nicht die Qualifikation haben, so sind sie willig und lernbereit und können sich ausbilden
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  • pamayer 03.10.2016 21:06
    Highlight Die Polizei sei ein Garant für Neutralität.

    LOL.
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  • simply smarter 03.10.2016 20:59
    Highlight Free speech in Germany... 😵
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    • Nicholas Fliess 03.10.2016 21:06
      Highlight Gilt nicht für Polizisten im Dienst...
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    • Dä Brändon 03.10.2016 21:20
      Highlight Hätte er den "Refugees Welcome" Befürworter viel Glück gewünscht, gäbe es dann auch Konsequenzen für den Polizisten?
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    • ArcticFox 03.10.2016 21:54
      Highlight hatten wir schon mal...
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    • Firefly 03.10.2016 22:12
      Highlight Nun, die einenbrufen zu Versöhnung auf, die anderen zu Gewalt.
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    • Too Scoop 03.10.2016 22:26
      Highlight @Dä Brändon Aber mit Sicherheit. Dem braunen Stamm wäre dies sicherlich nicht entgangen. Diese Variante ist auch eher unwahrscheinlich. Ich denke nicht, dass sich ein Vollsozi in polizeilichem Gefüge befindet, der solchen Mumm hat.
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    • FrancoL 03.10.2016 22:52
      Highlight @Dä Brädon; Vor vielen Jahren habe ich den Kindergarten besucht, liegt lange zurück und doch mag ich mich erinnern dass es in etwa wie bei Dir klang: fast alles endete in der Umkehrung der Frage. Eben damals im Kindergarten.
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    • Dä Brändon 04.10.2016 06:11
      Highlight @FrancoL, das war nur eine Frage und nicht unberechtigt. Ich persönlich berabscheue nichts mehr wie Faschisten und allg. radikalisiete Gruppen.
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    • FrancoL 04.10.2016 09:11
      Highlight @Dä Brändon; Fragen sind immer berechtigt nur stellt sich die Frage inwiefern Deine für eine erste Diskussion Ziel führend ist. Es geht auch nicht um links, rechts Faschismus oder nicht, sondern um die weitaus einfachere Frage: dürfen sich die Polizei oder auch einzelne Mitglieder der Polizei erlauben im Vorfeld sich für eine Gruppierung Partei zu ergreifen.
      Von mir ein klares NEIN, gleich welche Gruppierung eine Demo ansagt. Das dies geschehen konnte zeigt dass im vorliegenden Fall die Polizei angehalten werden müsste, diese Auswüchse klar zu verhindern, nicht ganz einfach.
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    • Dä Brändon 04.10.2016 10:13
      Highlight Meiner Meinung nach auch nicht. Nur meine Frage ist hätte ein Polizist der die andere Seite unterstützt auch den Weg mit der gleichen Aussage in die Medien gefunden?
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    • FrancoL 04.10.2016 10:33
      Highlight @Dä Brädon; Ich glaube schon dass heute bei der Vielfalt von Medien praktisch alle Verfehlungen den Weg in die Presse finden. Der Weg mag unterschiedlich sein und die Resonanz je nach Medium unterschiedlich ausfallen, aber heute bleibt kaum etwas verdeckt.
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  • lucasm 03.10.2016 20:49
    Highlight Braun, bräuner, ostdeutschland... himmeltraurig was da abgeht.
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    • pamayer 03.10.2016 21:04
      Highlight Fast wie bei 'unserer' svp 😅
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    • lucasm 03.10.2016 22:17
      Highlight Bildungsresistente svp wähler sind fast genau gleich schlimm, da hast du leider recht...
      33 25 Melden
    • Too Scoop 03.10.2016 22:18
      Highlight Es sind immer die Sympathisanten, die etwas ins Rollen bringen.
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  • TanookiStormtrooper 03.10.2016 20:46
    Highlight Wundert mich gar nicht. Neulich in Bautzen sprach der Polizeisprecher auch von "Menschen deutscher Herkunft, die eventbetont unterwegs waren und schon das ein oder andere Bier getrunken haben."
    Übersetzt: Besoffene Nazis die ein paar jugendliche Flüchtlinge verprügeln wollten. Resultat war eine Ausgangssperre für Flüchtlinge, die 80 Nazis lies man in Ruhe.
    Die Polizei in Ostdeutschland scheint rechte Gewalt zu tolerieren oder zumindest zu verharmlosen.
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    • Zuagroasta 03.10.2016 23:12
      Highlight Nur die Polizei? Selbst Politiker, die nicht in den Parteien am rechten Rand Mitglied sind, feuern verbale Entgleisungen in den Äther und es wird danach schön runtergespielt.

      Stichwort: Bettina Kudla von der CDU.
      Und der Beschöniger derselben Partei namens Kauder. Oh boy. :/
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  • Malu 81 03.10.2016 20:32
    Highlight Gewisse Menschen die in Dresden Leben,
    können mit der Freiheit, die sie seit dem Fall der Mauer haben, nicht umgehen. Die Fehler
    für das eigene Versagen wird bei den anderen
    gesucht.
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    • Zäme! 03.10.2016 20:37
      Highlight "Gewisse Menschen die in Dresden Leben,
      können mit der Freiheit, die sie seit dem Fall der Mauer haben, nicht umgehen." Selten einen so treffenden Satz auf Watson gelesen - Chapeau!
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