Populärkultur

Ellen Page über ihr Outing: «Ich fühlte es in jeder Zelle meines Körpers»

Am Valentinstag vor zwei Jahren machte Ellen Page ihre Homosexualität öffentlich. Ihr Schweigen zuvor bedauert sie: «Ich war aktive Teilnehmerin eines ekelhaften Elements von Hollywood.»

Publiziert: 02.02.16, 09:37 Aktualisiert: 02.02.16, 10:14

Ein Artikel von

Ellen Page hat eine schöne Formulierung gefunden für das Leben, das sie in Hollywood führte, bevor sie auf einer Konferenz ihre Homosexualität öffentlich machte. Sie tat lange, als stünde sie auf Männer. Oder, wie sie nun dem Guardian erzählte: Sie habe «durch Unterlassen gelogen».

Ellen Page bereut, dass sie ihr Coming Out nicht früher hatte.
Bild: Riccardo De Luca/AP/KEYSTONE

Sie unterliess es, ihre wahre Sexualität auch öffentlich zu leben, obwohl ihre engsten Vertrauten längst davon wussten. Sie habe damals ihre Ziele in der Schauspielerei erreichen wollen und keine Aufmerksamkeit für andere Themen gebrauchen können, heisst es in dem Bericht.

Doch es ging Page nicht gut damit und so entschied sie sich, im Februar 2014 auf einer Konferenz in Las Vegas über ihre Homosexualität zu sprechen. «Ich dachte: Lass uns dieses Kapitel des Unbehagens, der Traurigkeit und der Angst einfach abhaken», sagte Page nun dem «Guardian». Sie habe sich schuldig gefühlt, ihre Privilegien nicht für die Rechte Homosexueller einzusetzen.

«Ich war aktive Teilnehmerin eines ekelhaften Elements von Hollywood. Ich würde niemals jemanden verurteilen, der sich nicht outet. Aber für mich fühlte es sich wie etwas an, das ich aus moralischen Gründen tun musste.»

Ellen Page mit Freundin Samantha Thomas.
Bild: Alvaro Barrientos/AP/KEYSTONE

Nach ihre Rede in Las Vegas sei sie für Dreharbeiten zurück nach Montreal geflogen. Alle dort hätten ihr gesagt, sie wirke so anders. «Und ich war wirklich total anders. Unmittelbar. Ich fühlte es in jeder Zelle meines Körpers.»

Seither setzt sich Page, die etwa durch ihre Rollen in «Juno» und «Inception» einem breiten Publikum bekannt wurde, unter anderem für Transgender ein, für den Kampf gegen häusliche Gewalt oder Ungleichheit. Das schlimmste Feedback, die meisten Beschimpfungen bekomme sie im Internet, wenn sie sich für Frauenrechte starkmache. «Das macht mich fassungslos», so Page.

Noch fassungsloser mache sie, wie man sich heute nicht als Feministin bezeichnen könne. Immerhin gebe es inzwischen mehr Frauen, die dazu stehen, Feministin zu sein. Aber dass man dies überhaupt in Frage stellen könne, sei für sie schwer zu begreifen, so Page.

hut

Meistgelesen

1

Montagmorgen? Schlecht gelaunt und im Pendlerstress? Diese …

2

So schützt du deine Privatsphäre vor dem Geheimdienst

3

Lenker ruiniert Naturwunder im Death Valley

4

Zum Glück spielt Basel in der Bundesliga: Die Super League ist die …

5

Nach dem Ja zum Hockey-Tempel werden die ZSC Lions zum FC Basel des …

Meistkommentiert

1

NDG angenommen – 4 Dinge, die sich jetzt ändern und die man wissen …

2

Krankenkassenprämien steigen 2017 im Schnitt um 4,5 Prozent

3

Um 15 Uhr war alles ausgezählt: Der Abstimmungssonntag im Ticker

4

Die besten Sportlerpics auf Social Media: Shaqiri präsentiert uns …

5

Balthasar Glättli nach dem Ja zum NDG: «Sogar Parlamentarier haben …

Meistgeteilt

1

Zürich kriegt ein Eishockey-Stadion, Tessin den Inländervorrang …

2

Kanada zieht mit Sieg über Erzrivale Russland in den World-Cup-Final …

3

Schlittschuhtor in der Overtime bringt Team Europa ins …

4

Roman Josi, Superstar! Jetzt wartet auf den Dauerbrenner die …

5

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die Kontrolleure des NDB ihre …

0 Kommentare anzeigen
0
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Noch mehr Probleme, die nur Frauen WIRKLICH nachvollziehen können

Die rumänisch-kanadische Künstlerin C. Cassandra hat uns mit ihren Cartoons gezeigt, mit welchen kleinen, nervigen Problemen sich vor allem Frauen heutzutage so auseinandersetzen müssen. Und die waren so brillant, dass wir noch einige mehr davon sehen wollen ...

Unten geht's weiter ... 

Noch mehr grossartige Werke gibt es auf Cassandras Tumblr-Account.

(sim)

Artikel lesen