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bild: facebook

Das Gesicht der Chemo: Ein ehrliches – und gerade dadurch berührendes Foto-Projekt 

«Facing Chemo» heisst das Projekt, das intime Einblicke in das Leben krebskranker Personen zulässt. Robert Houser begleitet die Patienten auf diesem schwierigen Weg. Der Fotograf hat eine klare Botschaft.

11.10.15, 12:40
Noëmi Laux
Noëmi Laux

«Ich möchte etwas verändern, die Menschen da draussen zum Denken anregen und sie mit meinen Bildern begeistern.»

Robert Houser
quelle: huffington post

Die Portraitierten sind auf den ersten Blick völlig verschieden. Weder Hautfarbe, noch Herkunft oder Alter verbinden sie. Nein, es ist die Diagnose «Krebs», die das Leben all dieser Menschen schlagartig veränderte. Es sind die Chemo-Therapien, die sie alle hinter sich und teilweise noch vor sich haben und es sind die Haare, die sie verloren haben.

Inspiriert durch eines seiner Modelle

Seit 2011 begleitet der kalifornische Fotograf Robert Houser Krebspatienten auf dem Weg ihrer Genesung. Auf die Idee für dieses Projekt kam er während einem gewöhnlichen Fotoshooting mit einem Model, als dieses ihm von ihrer Krankheit erzählte und davon, dass sie wegen der Chemo bald alle Haare verlieren werde. Houser bot der jungen Frau an, sie während der Therapie fotografisch zu begleiten.

Dieses Model brachte ihn auf die Idee von «Facing Chemo».

Die Frau rief ihn tatsächlich einige Zeit später an, um auf sein Angebot zurückzukommen. «Ein oder zwei Tage nach unserem Telefongespräch reiste ich zu ihr nach San Francisco und shootete sie ein zweites Mal. Diesmal ohne Haare auf ihrem Kopf.» Aber nicht nur die Frisur sei anders gewesen. Alles sei ganz anders, viel emotioneller und intimer gewesen als beim ersten Mal. «Als ich wieder zu Hause war und die Bilder bearbeitete, erkannte ich eine unglaubliche Echtheit in diesen Bildern. Es kam mir so vor, als wenn all ihre Gefühle an eine einzige Stelle in ihrem Gesicht gerutscht wären.»

Mit der Absicht weitere Shootings dieser Art zu machen startete er das Fotoprojekt «Facing Chemo». Bis heute hat Houser mehr als 35 Personen fotografiert. Als Folgeserie zu «Facing Chemo» startete er das Projekt «Facing Chemo Before & After». Diese Serie zeigt Patienten nach ihrer Genesung wenn sie die Krankheit und alle Chemotherapien hinter sich gelassen haben.

«Die Dankbarkeit meiner Modelle berührt mich»

Seine Bilder beinhalten aber auch eine klar Botschaft: «Ich möchte etwas verändern, die Menschen da draussen zum Denken anregen und sie mit meinen Bildern begeistern. Mein Ziel ist es mehr Empathie und Verständnis für Krebspatienten aufzubringen», so der Fotograf gegenüber der Huffington Post.

MIt seinen Bildern ermöglicht Houser vielen Patienten endlich wieder sich selber und nicht die Krankheit zu sehen.

«Mein Ziel ist es mehr Empathie und Verständnis für Krebspatienten aufzubringen.»

So der Fotograf über die Beweggründe seiner Fotoserie «Facing Chemo».
quelle: Huffington post

Die Bilder halfen vielen der betroffenen Modelle ausserdem dabei, zu sich selber zurückzufinden und sich trotz ihrer Krankheit akzeptieren zu können. «Die Dankbarkeit meiner Modelle berührt mich unglaublich und zeigt mir, dass das was ich hier mache richtig und auch wichtig ist», so Houser gegnüber von HuffPost.
Besonders freue er sich über Aussagen wie: «Dies war ein Wendepunkt für mich», oder «danke, dass ich endlich wieder mich und nicht mehr nur meine Krankheit sehen kann».

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User-Review:
Catloveeer, 19.12.2016
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2 Kommentare anzeigen
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  • Joël 12.10.2015 08:46
    Highlight Sein Zitat suggeriert, es gäbe zu wenig Empathie und Verständnis gegenüber Krebspatienten. Ich nehme das nicht so wahr. Ich nehme eher wahr, dass die Menschen von Krebs sehr viel wissen und sehr empathisch sind, gerade weil fast jede/r Menschen mit Krebs im eigenen Umfeld kennt.
    5 0 Melden
    • farrah 12.10.2015 10:33
      Highlight stimme ich dir voll und ganz zu, habe genau das gleiche gedacht als ich es gelesen habe...
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