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Giacometti-Fälscher in Deutschland verurteilt – das Strafmass ist ganz schön happig

Mehr als 1000 Giacometti-Skulpturen hat Robert Driessen gefälscht – dafür muss er für fünf Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Er hatte ein Geständnis abgelegt, gleichzeitig aber betont, es sei «keine böse Absicht» gewesen.

23.07.15, 10:24 23.07.15, 10:38

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Im Prozess um nachgemachte Giacometti-Skulpturen hat das Landgericht Stuttgart den Kunstfälscher Robert Driessen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der 56-Jährige hatte während des Prozesses ein umfangreiches Geständnis abgelegt. «Es war zwar kein Kavaliersdelikt, aber böse Absicht war nicht im Spiel», sagte der Niederländer kurz vor der Urteilsverkündung. «Was passiert ist, tut mir wirklich sehr leid.»

Der Bildhauer soll weit mehr als 1000 Skulpturen des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti (1901-1966) gefälscht haben. Ihm war banden- und gewerbsmässige Urkundenfälschung und Betrug vorgeworfen worden. Der Schaden beträgt demnach mindestens 5 Millionen Franken. Das Gericht ging davon aus, dass der Bildhauer selbst rund 400'000 Franken Gewinn gemacht hat. Die Figuren hatten einen Materialwert von jeweils gut 100 Franken. Die Staatsanwältin hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert, der Verteidiger auf maximal drei Jahre plädiert.

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Gefragt: Giacometti-Figuren in Wien. Bild: EPA/EFE

Passend zu den falschen Figuren erfanden die Komplizen des Bildhauers für den Verkauf eine Legende über die Herkunft der Skulpturen. Ein Mitglied der Bande gab sich als «Reichsgraf von Waldstein» und Freund von Alberto Giacomettis Bruder Diego aus. Gutgläubigen und betuchten Kunstfreunden erzählte er, die Skulpturen stammten aus einem von den Erben Giacomettis geheim gehaltenen Fundus. Zum Beweis der Echtheit und der Legende legte er ebenfalls gefälschte Echtheitszertifikate sowie das Buch «Diegos Rache» vor.

Die Fälscherbande war vor sechs Jahren aufgeflogen. Der «Graf» wurde 2011 zu mehr als neun Jahren Haft verurteilt. Insgesamt hat das Landgericht bereits fünf Urteile in dem Fall gesprochen. Weitere Verfahren sind anhängig. Der Kunstfälscher erklärte nach der Urteilsverkündung, keine Rechtsmittel einlegen zu wollen.

Alberto Giacometti gilt als teuerster Bildhauer der Welt. Die Bronzefigur «Zeigender Mann» wurde kürzlich für mehr als 148 Millionen Franken versteigert – ein Auktionsrekord für Skulpturen. 500 solcher Kunstwerke soll der Schweizer maximal geschaffen haben.

Die teuersten Auktions-Gegenstände der Welt

(kbl/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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