Russland

«Ernster» Zwischenfall

Russischer Militärjet dringt in schwedischen Luftraum ein

Schwedens Verteidigungsminister Hultqvist nennt den Zwischenfall «ernst»: Zum wiederholten Mal ist ein russisches Militärflugzeug heimlich über schwedisches Gebiet geflogen – und kam dabei einer Passagiermaschine nahe.

14.12.14, 14:15 14.12.14, 14:27

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Erneut ist ein russisches Militärflugzeug in den schwedischen Luftraum eingedrungen. Der Transponder sei bei dem Militärjet ausgeschaltet gewesen, meldete die schwedische Luftwaffe. Transponder übermitteln als automatischer Signalgeber den Fluglotsen wichtige Angaben zu einem Flugzeug, wie etwa die Kennung oder den Typ.

Auf seinem Flug über fremdes Terrain soll die russische Maschine einem Passagierflugzeug aus Kopenhagen nahe gekommen sein. Die beiden Flugzeuge seien weniger als 70 Kilometer voneinander entfernt gewesen, das Passagierflugzeug habe sofort Anweisung erhalten, den Kurs zu ändern, hiess es weiter aus der schwedischen Luftwaffe.

«Es ist ernst. Es ist unangemessen. Das ist ganz und gar gefährlich, den Transponder auszuschalten», empörte sich der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist laut «Guardian» im schwedischen Radio. Der Vorfall war am Freitag passiert. Er sei jedoch nicht so gefährlich gewesen wie ein ähnlicher Zwischenfall im vergangenen März, teilte Micael Byden, Chef der schwedischen Luftwaffe, mit. Damals gab es einen Beinahe-Zusammenprall zwischen einer Passagiermaschine und einem russischen Flugzeug, das ebenfalls ohne angeschalteten Transponder in dem Luftraum unterwegs gewesen war.

Moskau sieht keine Gefahr

Das russische Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe am Sonntag zurück. Das Militärflugzeug habe sich am Freitag an die Regeln des internationalen Luftraums gehalten, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konashenkov. Und es habe ausreichend Abstand zu zivilen Flugzeugen gehalten.

«Es gab keine Voraussetzungen für einen Flugzeugunfall», teilte der Sprecher laut russischen Nachrichtenagenturen in einem Statement mit. Zwischen dem russischen Jet und dem Passagierflugzeug sei ein Nato-Aufklärungsflugzeug geflogen.

Russland hat in den vergangenen Monaten seine militärische Präsenz in und über der Ostsee verstärkt. Nach Nato-Angaben hat das westliche Bündnis in diesem Jahr mehr als hundertmal russische Flugzeuge im europäischen Luftraum entdeckt, dreimal so viele wie im vergangenen Jahr. Hintergrund sind die Spannungen mit dem Westen über das Verhalten Russlands im Ukraine-Konflikt. Die Nato hat ihre Patrouillen im Luftraum über der Ostsee ebenfalls verstärkt. (lgr/AP)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Gelöschter Benutzer 14.12.2014 15:48
    Highlight wie bitte 70 km abstand, gefaehrlich nahe gekommen...........

    frage:
    - in welcher luftraumklasse hat das stattgefunden
    - wie war die position der beiden, hoehe, flugrichtung

    ps.
    VFR (sichtflug) 500 ft vertical und 2000 ft horizontaler Abstand
    IFR (kontrollierter flug, nach vorgabe des controllers aber auch nicht naeher)

    an die redaktion, hoert doch auf solchen schwachsinn (nato propaganda) zu veroeffentlichen, unter diesen bedingungen muesste ja jeder start in basel mit einem start in zrh als near miss deklariert werden.

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    • Benjmi 14.12.2014 19:10
      Highlight Wo bitte steht im Artikel das die 70km gefährlich Nahe sind? Es steht das es weniger gefährlich war, als der letzte Vorfall und das das Flugzeug die Route geändert hat um nicht näher zu kommen.
      0 0 Melden
  • christianlaurin 14.12.2014 15:27
    Highlight So krass wie es sein mag, abknallen. Wer nicht hören kann muss fühlen. Russland wird nicht aufhören bis es knallt. Wir werden in circa ein, zwei Jahren hören von so ein fall weil Russland provoziert. Und ich bin absolut kein Freund von Gewalt. Aber leider speilt Game theory es so aus.
    9 8 Melden
    • sewi 14.12.2014 16:55
      Highlight Das geht nicht. Vielleicht versucht Putin gerade so etas zu provozieren..... Dann kommts nicht gut...
      4 1 Melden

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