Russland
epa04359025 Russian military vehicles and servicemen in a field outside the town of Kamensk-Shakhtinsky in Rostov region, about 30 kms from the Russian-Ukrainian border, Russia, 18 August 2014. A convoy of almost 280 lorries has been standing at the Russian-Ukrainian border since 14 August. Ukraine said that it would recognize the convoy as humanitarian if it was delivered by the International Committee of the Red Cross (ICRC). However, the ICRC has said that it still needed security guarantees to pass through territory held by pro-Russian separatists.  EPA/YURI KOCHETKOV

Russische Truppen 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt Bild: YURI KOCHETKOV/EPA/KEYSTONE

«Zahlreiche» Menschen getötet

Ukraine: Flüchtlingskonvoi von Separatisten mit Raketen angegriffen – Aussenminister bittet um militärische Hilfe

18.08.14, 12:02 18.08.14, 16:04

Beim Beschuss eines Flüchtlingskonvois durch prorussische Separatisten im Osten der Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Armeesprechers Andrej Lyssenko «zahlreiche» Menschen getötet worden. Die Rebellen hätten den Konvoi nahe Lugansk mit Grad-Raketenwerfern beschossen, erklärte der Armeesprecher. «Viele Zivilisten» seien getötet worden, darunter Frauen und Kinder.

Ein anderer Militärsprecher bezeichnete die Angriffe gegenüber einem Lokalradio als so gross, «dass die Menschen bei lebendigem Leib in den Fahrzeugen verbrannten – sie konnten sich nicht selbst befreien.»

Eine ukrainische Mutter mit ihrem Kind im Flüchtlingslager in der Region Rostov (Russland) Bild: YURI KOCHETKOV/EPA/KEYSTONE

Die Separatisten in Donezk erklärten dagegen, sie hätten keine Informationen zu dem Fall: «Die Ukrainer selbst bombardieren die Strasse dauernd mit Kampfjets und Grads» sagte der Vize-Ministerpräsident der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin, der Nachrichtenagentur Reuters. In anderen Veröffentlichungen der Rebellen hiess es aber, Soldaten und Separatisten hätten sich an der Fahrtroute des Busses mit schwerer Artillerie beschossen.

Ukraine bittet um militärische Unterstützung

Die vier Aussenminister in Berlin. Von links: Laurent Fabius (Frankreich), Pavlo Klimkin (Ukraine), Frank-Walter Steinmeier (Deutschland) und Sergei Lavrov (Russland) Bild: THOMAS PETER/REUTERS

Derweil versuchten die Aussenminister von Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine Bewegung in die Ukraine-Krise zu bringen und über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Die Gespräche in Berlin endeten mitten in der Nacht – ohne nennenswerte Ergebnisse. Trotzdem sprachen die Beteiligten Minister davon, dass «ein bestimmter Fortschritt», trotz «schwierigen Gesprächen» erzielt werden konnte. Ob die Berliner Gespräche fortgesetzt werden, wird Anfang Woche entschieden

Pawlo Klimkin, der ukrainische Aussenminister, bittet die Nato und die Europäische Union um militärische Unterstützung im Kampf gegen die prorussischen Separatisten: «Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren» sagte er gegenüber dem «Deutschlandrundfunk». Die Gefahr einer russischen Intervention sei allgegenwärtig. (jas/sda/reu/afp)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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Russland «klaut» ganze Fabriken

Was der «weisse Konvoi» wirklich transportierte

Die Welt rätselt, was die 280 russischen Lastwagen im «weissen Konvoi» in die Ukraine transportierten. Auf den starken LKW befanden sich nur ein paar wenige Paletten mit Hilfsgütern. Tatsächlich holte sich Russland aber eine ganze Fabrik.

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