Russland

Machtdemonstration: Russische Fallschirmjäger landen auf Eisscholle in der Arktis

Russland verstärkt seinen Anspruch auf die Arktis: Nach grossem Manöver und der Stationierung von Abwehrraketen landeten jetzt russische Fallschirmjäger auf dem Eis – sie sollen dort sieben Tage Rettungsmissionen trainieren.

08.04.15, 00:18 08.04.15, 10:13

Ein Artikel von

Eine Woche sollen die Männer auf dem Eis bleiben, Such- und Rettungsmissionen und weitere Übungen absolvieren. Die russischen Fallschirmjäger landeten am Dienstag auf einer nahe dem Nordpol treibenden Eisscholle.

Das Verteidigungsministerium sagte, die Soldaten würden nun ein Camp aufbauen, nachdem ebenfalls am Dienstag grosse Transportflugzeuge Container mit Material abgeworfen hätten. Der Chef der Luftlandetruppen, Wladimir Shamanow, sagte laut Meldungen der Nachrichtenagentur Tass, dass es sich um 85 russische Fallschirmjäger handle sowie um weitere 15 aus Weissrussland und Tadschikistan. Laut Shamanov sollen die Truppen eine Woche im Eis bleiben.

Russland macht seit kurzem mit zunehmender Intensität seinen Anspruch auf die Arktis deutlich: Es baut seine Militärpräsenz nahe dem Nordpol immer weiter aus. So hat die Armee erst am Montag Abwehrraketensysteme vom Typ Panzir in der Region stationiert. Auf der Inselgruppe Franz-Josef-Land traf am Montag zudem Baumaterial für eine Marineanlage ein. Die in Seweromorsk nahe der Grenze zu Norwegen stationierte russische Nordflotte plane in der Region östlich von Spitzbergen mehrere «Objekte», sagte Armeesprecher Wadim Serga zu Tass.

Reiche Bodenschätze sind Grund für den Wettlauf

Geplant sei auch die Verlegung von MiG-31-Kampfjets. Zudem soll auf der Insel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer ein militärisches Frühwarnsystem entstehen.

Vor einem Jahr hatte der Kreml bereits ein grosses Militärmanöver in der Arktis abgehalten. Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin IL-76 setzten damals auf den Neusibirischen Inseln tonnenweise Militärtechnik ab.

Bislang zählt der Meeresboden der Arktis zum sogenannten gemeinsamen Erbe der Menschheit. Die Aufteilung des Gebiets ist nicht hinreichend geklärt. Neben Russland erheben auch die Anrainerstaaten Dänemark, Kanada, Norwegen und die USA Ansprüche. Dabei geht es vor allem um Bodenschätze: Milliarden Kubikmeter Gas und Millionen Tonnen Erdöl unter dem arktischen Eis sollen das Rohstofflager der Zukunft bilden.

mia/AP

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
5Alle Kommentare anzeigen
5
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • oskar 08.04.2015 11:26
    Highlight ein weiterer peinlicher akt russischer säbelrasselpolitik ich hoffe die soldaten haben eine warme ausrüstung
    1 1 Melden
    600
  • Zeit_Genosse 08.04.2015 09:02
    Highlight Die USA können nicht auf jede Provokation der Russen eingehen. Putins Absicht könnte sein, dass er westliche Staaten in Konflikte verwickeln möchte um innenpolitisches Kapital daraus zu schlagen, um einen Feind der russischen Bevölkerung zu präsentieren, um wiederum die Bevölkerung gegen diesen zu einen. Der jetzt noch demokratische Präsident der USA versucht in seiner Amtszeit keine neuen Krige und Konflikte zu beginnen. Die Republikaner werden ihn innenpolitisch als Schwächling darstellen und damit im Wahlkampf punkten wollen. Putin weiss um seine Narrenfreiheit, denn ausser den USA haltet niemand etwas dagegen. So werden die Russen am Nordpool ohne Widerstand ihre Flagge in das Eis rammen. Den USA bleibt ja noch der Mars.
    0 0 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 07:49
    Highlight Die anwesenden Eisbären seien nicht von den Russen beeindruckt gewesen. Leider bahnt sich dort oben ein kalter Krieg zwischen Russland und den USA an, da weder Kanada (denen fehlt zurzeit einiges an polar-tauglichen Schiffen), Dänemark oder Norwegen über die notwendigen militärischen Kapazitäten verfügen, um Präsenz zu markieren. Im Übrigen sind nicht nur die Rohstoffe interessant, der Klimawandel sorgt dafür, dass Schifffahrtsrouten in naher Zukunft über die Nordostpassage entlang der russischen Nordküste führen werden.
    8 1 Melden
    600
  • Sandromedar 08.04.2015 07:39
    Highlight jaja sollen sie nur den fokus ganz weit weg von zuhause lenken; mittlerweile wissen wir, dass das ganze von innen her verfaulen wird. warscheinlich wissen die russen selbst nicht, dass da ein atomböötli vor ihrer küste brennt...
    7 7 Melden
    • The Destiny 08.04.2015 10:23
      Highlight Wenn das russische "Propaganda Organ" rt.com darüber schreibt dann mussen es ja alle Russen wissen.
      http://on.rt.com/qjzq3w
      0 0 Melden
    600

Zwei Schnapsideen: Trumps Mauer zu Mexiko und Putins Brücke zur Krim

US-Präsident Donald Trump will bekanntlich sein Wahlversprechen einhalten und an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen. Ob es so weit kommt, ist höchst fraglich, denn das Unterfangen ist sehr teuer und bringt wenig. Einige finden zudem, es wäre besser Brücken statt Mauern zu bauen.

Einer, der sich das offenbar zu Herzen genommen hat, ist der russische Präsident Wladimir Putin. Er lässt gerade eine Brücke vom russischen Festland zur Krim bauen, die er vor drei Jahren völkerrechtswidrig …

Artikel lesen