Russland

Der Komplex wurde 2004 ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Die Einsatzkräfte sind zuversichtlich, dass vor allem Baugerüste und nicht das berühmte Gebäude selber beschädigt wurden. Bild: YURI KOCHETKOV/EPA/KEYSTONE

Berühmte Glockentürme: Brand bei Kloster in Moskau ausgebrochen

16.03.15, 04:17 16.03.15, 09:06

Auf dem Gelände des Neujungfrauenklosters in Moskau ist am Sonntagabend ein Feuer ausgebrochen. In 35 Metern Höhe schlugen Flammen aus einem Glockenturm, teilten die Behörden der russischen Hauptstadt der Agentur Interfax zufolge mit.

Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Personen und zahlreichen Löschzügen im Einsatz. Starker Wind erschwerte die Arbeiten. «Um 01.23 Uhr war der Brand auf einer Fläche von 300 Quadratmetern vollständig gelöscht», sagte der Sprecher des Zivilschutzministeriums gemäss RIA Nowosti.

Vor allem Baugerüste in Brand

Die 26 Nonnen des Klosters Nowodewitschi waren nicht in Gefahr. Ersten Erkenntnissen zufolge war das Feuer im oberen Teil ausgebrochen. Dort waren Restaurierungsarbeiten im Gang.

Nach Einschätzung von Experten gebe es Hoffnung, dass die Schäden geringer seien als befürchtet, sagte Vize-Kulturminister Grigori Pirumow. Es sehe so aus, als ob vor allem Baugerüste brennen würden. Die Feuerwehrmänner hätten auch mehrere Gasflaschen entfernt.

Unesco-Welterbe und Ruhestätte Prominenter

Der im 16. Jahrhundert gegründete Komplex mit den weissen Mauern war 2004 in die Unesco-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen worden. Berühmt sind etwa die Kathedrale der Gottesmutter von Smolensk und die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale. 

Über die Grenzen Russlands bekannt ist der Friedhof des Klosters, auf dem Prominente wie der frühere Präsident Boris Jelzin oder der Schriftsteller Anton Tschechow liegen.

In Russland kommt es wegen Sicherheitsmängeln immer wieder zu solchen Unfällen. Erst Ende Januar waren beim Grossbrand einer Bibliothek der russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau viele wertvolle Dokumente beschädigt oder zerstört worden. Vor wenigen Tagen starben beim Brand eines Einkaufszentrums in Kasan mindestens 17 Menschen. (trs/sda/dpa)

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