Südafrika

Südafrikas Präsident Zuma

Sein Anwesen wurde für 21 Millionen Franken renoviert und er will nichts davon gewusst haben

Die südafrikanische Polizei hat offizielle Ermittlungen gegen Staatspräsident Jacob Zuma wegen der Verwendung von Millionen Steuergeldern zur Renovierung seiner Privatresidenz aufgenommen. 

10.11.14, 13:44 10.11.14, 14:10

In einer schriftlichen Antwort des Polizeiministeriums auf eine Anfrage der Opposition heisst es, Ermittlungen zu den Ausgaben in Zumas Heimatort Nkandla in der südöstlichen Provinz KwaZulu Natal seien «in Gang gebracht» worden. Solange die Ermittlungen andauerten, könnten keine weiteren Informationen gegeben werden.

Der im Mai für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählte Präsident versichert, von den Renovierungsarbeiten nichts gewusst zu haben. Die Regierung erklärt, die aufwendigen Arbeiten – unter anderem der Bau eines Schwimmbads, einer Privatklinik und eines Amphitheaters – seien zur Sicherheit des Staatsoberhaupts erforderlich gewesen und damit Zuma zu Hause ausländische Staatsgäste empfangen könne.

Aufforderung zu Zurückzahlung ignoriert

Die Regierung erklärt, die aufwendigen Arbeiten – unter anderem der Bau eines Schwimmbads, einer Privatklinik und eines Amphitheaters – seien zur Sicherheit des Staatsoberhaupts erforderlich gewesen. quelle: twitter/afp

Die mit dem Fall befasste Bürgerbeauftragte Thuli Madonsela sagte am Montag: «Jetzt muss die Polizei ihre Arbeit tun.» Im März hatte sie Zuma aufgefordert, einen Teil der Kosten in Höhe von 246 Millionen Rand (21 Millionen Franken) zurückzuzahlen, was der Präsident ignorierte.

Zumas Privatresidenz ist zur Chiffre für Bereicherung und Korruption ehemaliger Anti-Apartheidskämpfer an den Schalthebeln der Macht geworden. Zuma war von 1963 bis 1973 zusammen mit dem ANC-Freiheitshelden und späteren Staatschef Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert. Angesichts der grassierenden Arbeitslosigkeit und anhaltenden sozialen Ungleichheit ist Zuma zunehmend umstritten. (whr/sda/afp) 

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • MergimMuzzafer 10.11.2014 15:08
    Highlight Tja selber schuld wenn man so einen Staatspräsidenten wählt...sie konnten ja vor wenigen Monaten wählen. Alternativen hätte es genug gegeben und man hat schon vorher gewusst, dass Zuma korrupt ist. Vot kurzem wollte er die Pressefreiheit beschränken. Mandela würde sich im Grab drehen. Zuma verhält sich so, wie er es früher bekämpft hatte.
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  • Angelo C. 10.11.2014 14:14
    Highlight Zuma ist ein ausgemachter Gauner, hatte und hat jene Skandale kreiert und ist eigentlich für ein so grosses Land eine echte Hypothek. Schon Mandela hat sich im höheren Alter (ANC hin oder her) ebenso dezent wie wahrnehmbar von Zuma abgesetzt und es ist schade, dass dieses grosse und in Afrika wirtschaftlich bedeutende Land keine Alternative für diesen verschlagenen Mann zu haben scheint....
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    • Oliver Sahli 10.11.2014 16:55
      Highlight Wie schon von Mergim angetönt, sie konnten wählen.
      Ich war im Januar/Februar in SA einen Freund besuchen.
      Eine grössere Problematik ist, das viele Schwarze zwar eine Stimme haben, aber kein Zugang zu Medien. Wer aus den Townships abstimmen geht, der hat nur von seiner Partei gehört, und nur was die Partei sagen will. Die Townships waren zugepflaster von Plakaten einer Partei.
      Die Alternativen sind also da, aber die alternativen Medien für die Unterschicht fehlen.
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