Schweiz

Beim schweren Unfall in Endingen am 11. November 2014 starben zwei Postauto-Passagiere.  Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Postautounfall in Endingen: Lastwagenchauffeur angeklagt

09.11.16, 09:36 09.11.16, 11:26

Im Falle des schweren Verkehrsunfalls 2014 im Aargauer Surbtal mit zwei Toten und vier Schwerverletzten hat die Aargauer Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 24-jährigen Lastwagenfahrer erhoben. Der Prozess wird vor dem Bezirksgericht Zurzach stattfinden.

Der Lastwagenfahrer soll wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft fordert gemäss eigenen Angaben vom Mittwoch eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und eine Busse von 5000 Franken.

In den Unfall waren am frühen Morgen des 11. Novembers 2014 ein Lastwagen, ein Postauto und ein Personenwagen verwickelt gewesen. Dabei starben zwei junge Postauto-Passagiere. Zwei weitere Insassen des Postautos und zwei Insassen eines Personenwagens erlitten schwere Verletzungen.

Die Ermittlungen hätten gezeigt, dass der Lastwagenfahrer in einer langgezogenen Linkskurve zwischen Lengnau und Endingen leicht über den rechten Fahrbandrand hinaus in die angrenzende Wiese geraten war, schreibt die Staatsanwaltschaft. Danach habe er versucht, durch eine stärkere Lenkbewegung nach links den Lastwagen wieder vollständig auf die Fahrbahn zu bringen.

Dadurch geriet er auf die Gegenfahrbahn, kollidierte seitlich mit dem korrekt entgegenkommenden Postauto. Nach der Streifkollision mit dem Postauto kollidierte der Lastwagen seitlich frontal mit einem Personenwagen.

Computergestützte Rekonstruktion

Zur Klärung des Unfalls hatte die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach beim forensischen Institut Zürich ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei wurde der Unfallhergang mit Hilfe dreidimensionaler Vermessung computergestützt rekonstruiert.

Gemäss diesem Gutachten hatte der Chauffeur des Postautos keinerlei Möglichkeit, den Unfall zu verhindern. Sein Verschulden wurde damit ausgeschlossen. Sämtliche Unfallfahrzeuge waren vor dem Unfall in technisch einwandfreiem Zustand.

Der Unfall ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft ausschliesslich auf einen Fahrfehler des Lastwagenchauffeurs zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob deshalb gegen den Beschuldigten Anklage. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest. (gin/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Robert Kagan: «Die Republikaner könnten Trump stoppen, aber ...»

Mit diesen 7 Tipps schaufelst du massig Speicherplatz auf dem Smartphone frei

Was mein Besuch im «kiffertoleranten» Altdorf über Urner Filz verrät

History Porn Teil XIII: Geschichte in 21 Wahnsinns-Bildern

Na, noch müde? Bei diesen witzigen Flugzeug-Durchsagen musst du trotzdem lachen

Dieses geniale Start-up in Birmensdorf ZH erinnert an das Apple, das wir alle liebten

So geschickt macht die «Weltwoche» Kuno Lauener zu ihrem Coverboy

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

«Müssen den abräumen!»: Die Akte Wohlen vom Notruf bis zum Bauchschuss im Polizei-O-Ton

Vor dem Bezirksgericht Bremgarten müssen sich heute drei Polizisten wegen eines aus dem Ruder gelaufenen Polizeieinsatzes im Jahr 2009 verantworten. Tondokumente, die watson vorliegen, geben einen Einblick in eine Polizeiaktion, die einen betrunkenen Messerfuchtler beinahe das Leben gekostet hat.

Die Frau am Telefon tönt aufgeregt: «Sie müssen zu mir kommen, mein Mann hat alles gebrochen.» Ihr Mann, das ist Zeljko B., 30-Jährig, Vater einer gemeinsamen Tochter, serbischer Staatsangehöriger – und depressiv (...). An diesem Montagabend, kurz vor 20 Uhr, randaliert B. in der gemeinsamen Wohnung in Wohlen. Er ist betrunken, wie er gemäss seiner Ehefrau schon so manches Mal war. Aber jetzt ist es anders. Jetzt hat B., die Ehefrau, Angst, dass sich Zeljko B. etwas antut, sich selber …

Artikel lesen