Schweiz

Polizei findet Grossmutter und entführtes Mädchen in Südfrankreich – Obergericht ordnet Neu-Begutachtung an

22.05.15, 20:52 22.05.15, 22:50

Die 9-jährige Anna* und ihre Grossmutter sind heute in Südfrankreich gefunden worden. Das bestätigen gutinformierte Kreise gegenüber watson und Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken gegenüber der Aargauer Zeitung. Nach den beiden war international gefahndet worden. Zusammen mit den französischen Behörden und dem Bundesamt für Justiz werde die zuständige Staatsanwaltschaft Baden über die Rückreise in die Schweiz befinden.

Im Gespräch mit der Rundschau hatte die 65-jährige Martina Hess die Beweggründe für ihre unkonventionelle Massnahme erläutert.  screenshot: srf-rundschau

Von Däniken bestätigt zudem, was zuvor ein Kenner des Verfahrens gegenüber watson bereits hat durchsickern lassen: Das Obergericht des Kantons Aargau hat den Rückführungsentscheid suspendiert und eine neue Begutachtung der Reisetauglichkeit des Mädchens angeordnet. Damit scheint eine postwendende Rückführung des Mädchens zu ihrer Mutter nach Mexiko abgewendet. Die Familie des Vaters wirft dem Obergericht Unzulänglichkeiten in der Verfahrensführung vor.

Vater-Anwalt stellt Antrag auf Haftentlassung

Den Beteiligten droht nun Unheil: Gegen die Grossmutter wird ein Strafverfahren eingeleitet – zurück in der Schweiz, dürfte sie verhaftet werden. Das Mädchen dürfte vorerst fremdplatziert werden.

Die 65-jährige Grossmutter war mit ihrer Enkelin geflüchtet, weil dieser die Rückführung nach Mexiko gedroht hatte. Das Bundesgericht hatte diese verfügt, obwohl ein Mediziner dem Mädchen Reiseuntauglichkeit attestiert hatte. Das Mädchen hatte zudem in einer Anhörung vor dem Aargauer Obergericht bekräftigt, in der Schweiz bleiben zu wollen. Die Rundschau des Schweizer Fernsehens SRF hatte den Fall aufgedeckt. 

Gegen den Vater der Neunjährigen läuft bereits ein Verfahren – untersucht wird seine Rolle im Fall, ermittelt wird wegen versuchter Nötigung. Sein Anwalt sagt, er habe Antrag auf Haftentlassung gestellt. Über das Gesuch hat das Zwangsmassnahmengericht des Kanton Aargau bis Sonntagnachmittag um 15 Uhr zu befinden. (tat)

*Name von der Redaktion geändert.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • hailstone 22.05.2015 21:14
    Highlight das Kind hat sich doch für den verbleib beim Vater geäussert, ich dachte der Wille des Kindes wird vermehrt berücksichtigt!?
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    • Tschosch 22.05.2015 22:16
      Highlight Offenbar bei gewissen Gerichten nicht. -.- Arbeite in diesem Bereich (also nicht in der Justiz sondern mit Kindern u.A. im Kindesschutzbereich) und mir stehen die Haare zu Berge!
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    • paper 22.05.2015 22:18
      Highlight Bin auch der Ansicht, dass der Wille des Kindes berücksichtigt werden sollte, nur was ist der Wille des Kindes? Ein 9-Jähriges Kind ist sehr leicht beeinflussbar. Wenn man dem Kind etwas Angst vor Mexiko macht wird es schnell sagen, es wolle in der Schweiz bleiben. Wir haben schlicht zu wenige Informationen in dem Fall, was jetzt für das Kind am Besten ist. Aber ich denke das Bundesgericht wird einen Grund gehabt haben, warum sie das Kind zurückschicken wollten.
      Wir werden sehen wie die Geschichte ausgeht, aber bis dahin urteile ich lieber nicht darüber, ich weiss zu wenig Details.
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    • Tschosch 23.05.2015 08:46
      Highlight Da haben Sie sicher Recht, Paper. Aus meiner Sicht ist nicht mal "nötig", dass man dem Kind bewusst Angst vor Mexiko gemacht hat. Es hat hier erlebt, wie es ist, sich frei zu bewegen und es hat genügend Zeit mit dem Vater verbracht, dass die Vorstellung einer Rückreise nach Mexiko Unsicherheit, Ängste usw auslöst...
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Die Aargauer Polizei entdeckt das Darknet – und jagt Cannabis-Verkäufer 🙈

Beruflicher Erfolg ist wichtig, das gestehen wir selbstverständlich auch den Polizisten und Staatsanwälten im Aargau zu. Aber wieso mussten sie ausgerechnet den poetischsten Hanf-Händler des Landes hopsnehmen?

Begeisterung ist ansteckend.

Dies sah man diese Woche an der Berichterstattung über einen aktuellen Fall der Aargauer Justiz.

Die Nachrichtenagentur SDA verbreitete am Dienstag die frohe Botschaft Medienmitteilung der Kantonspolizei Aargau, dass drei mutmassliche Schweizer Darknet-Drogenhändler überführt worden seien. Nachrichtenportale (ja, auch watson), Radio und Fernsehen übernahmen die Meldung, die in weiten Teilen der Verlautbarung der Strafverfolger entsprach.

Mittlerweile hat sich …

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