Schweiz

Bombenalarm am Bahnhof Aarau: Schuldiger ermittelt – es kann teuer werden

Jetzt ist klar: Den Bombenalarm vom Freitag beim Bahnhof Aarau hat ein 51-jähriger Aargauer verursacht. Die Polizei hat ihn vorgeladen.

18.09.17, 15:02

Jürg Krebs / az Aargauer Zeitung

Der verdächtige Koffer stand hinter einem Aschenbecher.

Ein herrenloser Koffer am Bahnhof Aarau beeinträchtigte am Freitag den Feierabendverkehr. Die grosse Frage: Ist der Koffer gefährlich? Dutzende Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter sowie Bombenspezialisten waren vor Ort, um die Situation zu klären. Kurz vor 19 Uhr konnte die Polizei Entwarnung geben

Jetzt ist bekannt: Beim Besitzer des Koffers handelt es sich um einen 51-jährigen Schweizer aus der Region Aarau. Dies sagte Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, am Montag auf Anfrage. In der polizeilichen Befragung, zu der der Mann am Samstag einbestellt worden sei, habe der Aargauer angegeben, dass er den Koffer beim Bahnhofseingang deponiert und nachher vergessen habe. Wie genau die Umstände waren, das ist laut Pfister offen. Der Mann habe angegeben, nichts Böses im Sinne gehabt zu haben.

Von der Polizeiaktion am Freitag hat der Mann nichts mitbekommen. Laut Pfister ist der 51-Jährige in den Zug eingestiegen und wie vorgesehen – allerdings ohne Koffer – in die Innerschweiz gefahren.

Dort habe er aufgrund der raschen polizeilichen Ermittlungen – noch während die Bombenspezialisten des Forensischen Dienstes seinen Koffer mit einem Roboter untersuchten – telefonisch erreicht werden können. Der Aargauer habe den Inhalt des Koffers erklären und glaubhaft machen können, dass dieser ungefährlich sei. Das habe sich auch mit den Ergebnissen der Polizeispezialisten gedeckt. Der Koffer wurde daraufhin sichergestellt, ohne dass er gesprengt werden musste.

Bombenalarm Aarau: Wer zahlt den Grosseinsatz?

Nachdem ein Koffer eine dreistündige Sperrung vom Aarauer Bahnhof verursachte, stellt sich die Frage nach dem Schuldigen. Video: © TeleM1

Für den Kofferbesitzer ist die Sache aber noch nicht vorbei. Die Staatsanwaltschaft prüft laut Pfister, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Ein solches wäre Schreckung der Bevölkerung.

Die Kantonspolizei prüft, ob eine Grobfahrlässigkeit zum Grosseinsatz geführt hat. Ist dies der Fall, könnte dem fahrlässigen Reisenden eine Rechnung geschickt werden. Wie hoch diese wäre, dazu will sich Pfister nicht äussern. Angesichts der grossen Zahl an involvierten Sicherheitskräften und des Bombenteams könnte diese aber sehr teuer ausfallen. (aargauerzeitung.ch)

Aktuelle Polizeibilder: Transporter stürzt in Bach: 2 Tote

Das könnte dich auch interessieren:

Der unnötigste Flughafen der Welt ist endlich offen – die Sache hat aber einen Haken

SRF hat am Freitag das absurdeste Interview aller Zeiten geliefert 

«Angst und Geld hani kei»: So schlängelte sich Erich Hess durch die Transparenz-«Arena»

«Warum machen wir keinen Krypto-Franken oder einen Swiss Coin?»

So können kriminelle Hacker deine Apple-ID klauen – und so schützt du dich

Oh wie schön jubelt Panama – auch über das grosse Glück mit dem Tomaten-Schiri

Warum entfreundet man jemanden auf Facebook? – 6 Personen, 6 Storys

35 Dinge, die überhaupt keinen Sinn haben – ausser uns zum Lachen zu bringen

Diese 17 genialen Comics zeigen haargenau, wie es ist einen Hund zu haben

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
14Alle Kommentare anzeigen
14
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • E. Edward Grey 18.09.2017 20:33
    Highlight Es gibt Schliessfächer. Benutzung kostet so 5-8 Stutz. Ist am Ende günstiger für alle.
    4 12 Melden
    • SwissMafia 19.09.2017 05:36
      Highlight aha und wenn man dann etwas irgendwo vergisst und liegen lässt landets dann von Zauberhand in einem dieser Schliessfächer.
      4 1 Melden
    • E. Edward Grey 19.09.2017 10:18
      Highlight "In der polizeilichen Befragung, zu der der Mann am Samstag einbestellt worden sei, habe der Aargauer angegeben, dass er den Koffer beim Bahnhofseingang deponiert und nachher vergessen habe."

      Das ist kein "normales" vergessen. Normal vergisst man seine Koffer auch nicht einfach so, nur wenn man sie woanders platziert und aus den Augen aus dem Sinn verliert. Genau dafür gibt es aber Schliessfächer.
      0 0 Melden
  • Rendel 18.09.2017 19:28
    Highlight Oh ja, Vergesslichkeit ist grobfahrlässig. Geht's noch? Nur schon daran zu denken, dem vergesslichen Zugpassagier die Kosten aufbrummen zu wollen, ist völlig daneben. Das kann jedem passieren und ist nicht fahrlässig. Fahrlässig ist etwas, das andere Menschen gefährdet.
    26 2 Melden
  • Alterssturheit 18.09.2017 16:54
    Highlight Kann ja wohl passieren, wenn man leicht vergesslich ist. Wer ist nicht schon mal zum Flughafen gefahren und hat seinen Koffer dann beim Kaffeecorner vergessen, darum ohne Gepäck eingecheckt und ist ohne in die Ferien geflogen .....
    1 3 Melden
  • Hofiprofi 18.09.2017 16:41
    Highlight Kürzlich auch von meinem Cousin eine Story mitbekommen, der jeweils von DE in die Schweiz fährt mit dem Zug und beim langen Aufenthalt in Basel jeweils noch was zu Essen holt. Früher war es kein Problem, das Gepäck im Zug zu lassen, letzthin kam er zurück und es waren bereits eine aufgebrachte Zugbegleiterin und 2 Bahnhofspolizisten vor Ort und kurz vor dem Einleiten weiterer Schritte...
    32 0 Melden
  • gnp286 18.09.2017 16:23
    Highlight So ein Malheur ist schnell passiert. Ich fände das jetzt krass übertrieben wenn der jetzt tausende Franken (wärens wohl bei dem Aufgebot) zahlen müsste.
    48 2 Melden
    • speedy_86 18.09.2017 18:32
      Highlight Kenne die Preise für Feuerwehreinsätze in Aarau nicht, bei meiner (freiwilligen) Feuerwehr kosten solche Einsätze pro anwesende Angehörigen der FW Fr. 60.-/h,die eingesetzten Fahrzeuge kosten pro Einsatz...da könnte der Feuerwehreinsatz alleine schon mehrere tausende Franken kosten.
      5 0 Melden
  • BossAC 18.09.2017 16:03
    Highlight Das ist doch Wahnsinn. Ich verstehe das herrenlose Koffer heutzutage leider eine Bedrohung darstellen. Aber solche Dinge können so schnell passieren' würde mich da nicht auschliessen. Dem armen Mann jetzt mehrere tausen Franken Schadenersatz aufzubrummen für einen vergessenen Koffer ist schon heftig.
    44 2 Melden
    • speedy_86 18.09.2017 18:46
      Highlight Und wer bezahlt die Einsatzkräfte. Die Stützpunktfeuerwehr Aarau ist eine Milizfeuerwehr, da wartet niemand sehnsüchtig auf einen Einsatz (machen übrigens Berufsfeuerwehrleute auch nicht).
      Alle Polizisten die nicht Dienst gehabt hätten bekommen Überstunden...und der normale Sicherheitsauftrag sollte ja auch weiterhin erfüllt werden heisst also noch mehr Überstunden. Das kostet alles.
      Ich verstehe beide Seiten, sowas passiert schnell. Sollen denn alle Aargauer und Aaurauer dafür bezahlen müssen.
      3 7 Melden
    • BossAC 18.09.2017 21:28
      Highlight Ganz ehrlich, ich habe kein Problem damit, mit meinen Steuergelder dafür aufzukommen. Solche Sachen können passieren und aufgeteillt auf die Steuerzahler ist der Betrag wohl kaum der Rede wert. Der Kanton hat Geld schon für dümmeres ausgegeben...
      14 1 Melden
  • SwissMafia 18.09.2017 15:33
    Highlight Also muss man jetzt ernsthaft so etwas selber bezahlen wenn man eine Tasche oder Koffer an einem Bahnhof vergisst?!! Das kann ja schnell mal passieren. wtf?!

    oder verstehe ich hier etwas falsch?
    33 1 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 18.09.2017 15:10
    Highlight Zum glück habe ich letzten Samstag meine ID verloren und meine Tasche 😂
    2 5 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 18.09.2017 17:03
      Highlight ahh daaaang!!!!

      und NICHT meine Tasche. -.-
      2 1 Melden

«Ein Fehler im System» – Mohamed Wa Baile und sein Kampf gegen das «Racial Profiling»

Jung + schwarz = verdächtig. Gegen dieses Vorurteil kämpft Mohamed Wa Baile. Er will dem «Racial Profiling» von Polizisten ein Ende setzen. Und geht dafür bis vor Bundesgericht.   

Sein Fall sorgte für Aufsehen. Der 43-jährige Schweiz-Kenianer Mohamed Wa Baile wurde am 5. Februar 2015 am Zürcher Hauptbahnhof von zwei Stadtpolizisten kontrolliert. Wa Baile liess sich widerstandslos kontrollieren, weigerte sich aber, seinen Ausweis zu zeigen, weil er sich diskriminiert fühlte. Dafür kassierte der 43-Jährige eine Busse von 150 Franken, wegen Nichtbefolgens polizeilicher Anordnungen. 

Wa Baile war mit dem Strafbefehl nicht einverstanden und verlangte eine gerichtliche …

Artikel lesen