Schweiz

Das Motto der Demo in Oberwil-Lieli.
bild: facebook

#refugeeswelcome: Demo gegen Flüchtlingsschreck Andreas Glarner – die Bewilligung dafür erteilte er gleich selbst

Die Gegner von Andreas Glarner wollen am Sonntag an dessen Wohn- und Wirkungsstätte Oberwil-Lieli demonstrieren. Den Segen dazu erteilte Gemeindeammann Glarner eigenhändig.

27.09.15, 10:37 27.09.15, 11:31

Unter dem Motto Herzen öffnen, nicht Gemeindekassen rufen die Veranstalter am Sonntag ab 14 Uhr in Oberwil-Lieli zu einer Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge auf. Gleichzeitig protestieren sie damit gegen die Politik und die Äusserungen von Andreas Glarner. Der SVP-Mann hat es in den vergangenen Tagen mit seinen Äusserungen über die Flüchtlingsproblematik in die internationale Presse geschafft.

Der Gemeinderat von Oberwil-Lieli hat die Demonstration in einem Bewilligungsschreiben, welches der az vorliegt, am Freitag genehmigt. Die Ironie dabei: Gemeindammann Glarner hat mit seiner Unterschrift persönlich den Segen dazu gegeben.

«Die liegen uns ewig auf der Tasche»: Andreas Glarner über Flüchtlinge

Das Interview mit Andreas Glarner im ARD-Magazin moma.
YouTube/darkriderman

Mitgetragen wird die Kundgebung von der Gruppierung «Solidarisches Mutschellen», wie aus einer Mitteilung der Veranstalter hervorgeht. «Das Aargauer Dorf ist eines von vielen, das sich beim Kanton freigekauft hat», schreiben sie darin. «Nun möchte die Dorfbevölkerung (...) dagegen protestieren und ein starkes Zeichen für ein Oberwil-Lieli mit Herz setzen.» Laut Bewilligungsschreiben der Gemeinde gehen die Veranstalter von rund 150 Teilnehmern aus. 

Der SVP-Hardliner dürfte der Demonstration gelassen entgegenblicken. Es ist nur eine von mehreren Protest-Aktionen, die sich in den vergangenen Tagen gegen ihn bildeten: Die Jungpartei der Aargauer Grünen hat ihm am Freitag den eigens ins Leben gerufenen Preis, «Der goldene Vollpfosten», überreicht. Eine andere Aktion ruft dazu auf, Glarner selbstgezeichnete Herzen zu schicken, weil er, so schreiben die Initianten auf Facebook, «keine Empathie kenne und ein Herz brauche.» (cze)

Im kroatischen Grenzdorf Tovarnik: Keine Medizin, keine Infrastruktur – aber täglich 1000 neue Flüchtlinge

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5Alle Kommentare anzeigen
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • atomschlaf 27.09.2015 13:16
    Highlight Lustiger Slogan. Da der Kanton Aarau ja neuerdings die Vollkosten für die Flüchtlingsunterbringung und -betreeuung verrechnet, dürfte es finanztechnisch in etwa auf dassselbe hinauslaufen ob man als Gemeinde Flüchtlinge unterbringt oder die Ersatzabgabe zahlt.
    Langfristig könnte die Aufnahme sogar wesentlich teurer werden, falls es nicht gelingt, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren und diese in der Sozialhilfe steckenbleiben.
    25 7 Melden
    • EvilBetty 27.09.2015 14:52
      Highlight Kanton Aarau... soso... lassen sie mich raten: Stadtzürcher?

      Könnte natürlich auch ein Tippfehler sein... kenne aber Zürcher die dachten AR wäre Aarau 😂
      11 4 Melden
    • atomschlaf 27.09.2015 15:03
      Highlight Nur Teilzeit-Stadtzürcher.

      ein simpler Tippfehler, sorry ;)
      6 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 27.09.2015 11:33
    Highlight Die Gemeindekasse wird so oder so geoeffnet. Entweder fuer die Befreiung von Fluechtlingen oder fuer die Sozialhilfeausgaben
    31 22 Melden
  • Maria B. 27.09.2015 11:25
    Highlight Amüsant das Bild mit dem Demo-Slogan : "Öffnen wir unsere Herzen statt die Gemeindekassen!" Das Eine wird wohl ohne das Andere kaum zu bewerkstelligen sein, und so wird sich Glarner mutmasslich genauso über das unbedarfte Plakat belustigen, wie ein grösserer Anteil seiner Gemeindebewohner :-)! Dass er die gegen ihn gerichtete Demo auf seinem Gemeindegebiet erlaubt, spricht aber immerhin für ihn, er hätte sicher Gründe anführen können, sowas mit irgendwelchen Pseudoargumenten abzulehnen.
    51 13 Melden

Wie die SVP mit rechnerischen und grafischen Tricks den Ausländeranteil in der Schweiz hochpuscht

Die Schweizerische Volkspartei ist für ihre prägnanten Grafiken bekannt. Diese stehen im Ruf, die Wirklichkeit nicht immer ganz genau abzubilden. 2014 etwa fragte die SVP auf einem Werbeplakat: «Bald 1 Million Muslime?» Das brachte ihr eine Strafanzeige ein.

Die Tradition ist nun um ein Beispiel reicher: ein Diagramm zur Bevölkerungsentwicklung der nächsten 15 Jahre, über ein Inserat in der Gratiszeitung «20 Minuten» diese Woche 500'000 Mal unter die Leute gebracht.

Sieht man sich diese Grafik …

Artikel lesen