Schweiz

Es bleibt bei 18 Jahren Freiheitsstrafe für «Massaker» von Brittnau AG

15.05.17, 16:05

Der 32-jährige Mann, der im April 2012 in Brittnau AG einen 63-Jährigen totgeschlagen hat, wird mit 18 Jahren Freiheitsentzug bestraft. Das Obergericht Aargau bestätigte am Montag das erstinstanzliche Strafmass.

Es sprach den Mann des Mordes, des Raubs und anderer Delikte schuldig. Mit seinem Urteil blieb das Obergericht – wie die Vorinstanz – leicht unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die eine lebenslängliche Freiheitsstrafe gefordert hatte. Eine ambulante Therapie, wie sie die Anklage gefordert hatte, ordnete das Gericht nicht an.

In der Berufungsbegründung hatte der Staatsanwalt 18 Jahre Freiheitsentzug als «klar zu tief» kritisiert. Er könne aber «damit leben», sagte er im Anschluss an die Urteilseröffnung. Das Obergericht habe auch so ein deutliches Urteil gefällt.

Der Pflichtverteidiger konnte noch nicht sagen, ober er das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen werde. Zuerst müsse er die Situation mit seinem Mandanten besprechen. Der Verteidiger hatte eine Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren wegen eventualvorsätzlicher Tötung beantragt.

Der beschuldigte Asylsuchende habe den Schweizer auf «bestialische Art» getötet, sagte der Gerichtsvorsitzende in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Ausdruck «Massaker» treffe das Vorgehen recht gut. (sda)

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Rentner am Steuer müssen neu erst mit 75 zur Kontrolle – was hältst du davon?

Die eidgenössischen Räte wollen Autofahrer erst ab 75 Jahren zur regelmässigen medizinischen Untersuchung schicken. Heute liegt die Altersgrenze bei 70 Jahren. Der Bundesrat ist damit einverstanden, verlangt aber flankierende Massnahmen.

Er warnt, dass der spätere Beginn der medizinischen Kontrolluntersuchungen zu weniger Verkehrssicherheit führen könnte. Deshalb sollen sich Autofahrerinnen und Autofahrer ab 70 Jahren mit der Frage befassen müssen, ob sie dem immer komplexeren …

Artikel lesen