Schweiz

Auch die beste Armee der Welt ist nicht perfekt – diese Baustellen erwarten den neuen Armeechef Rebord

Publiziert: 16.09.16, 14:40 Aktualisiert: 16.09.16, 15:24

Langer Weg zum Ziel: Rebord mit Parmelin. Bild: KEYSTONE

Der neue Armeechef Philippe Rebord übernimmt keine leichte Aufgabe. Das sicherheitspolitische Umfeld verändert sich, die Armee selber gleicht einer Baustelle.

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  • 15%Eine Armee braucht's gar nicht!
  • 55%Geld für eine Armee ist ja grundsätzlich okay, aber jeder, der in den letzten Jahren den Armeedienst geleistet hat, kam nicht darum herum zu merken, dass die Schweizer Armee in dieser Verfassung wohl nicht einmal einem Angriff von Liechtenstein standhalten könnte. Ich meine, HALLO!? Feldtelefon '56!? Und dann fahren die auch noch grundlos in der Gegend rum, nur um ihr Benzin-Budget aufzubrauchen und so ...

Die grösste Herausforderung: 

Die vom Parlament beschlossene Armeereform

Bild: KEYSTONE

Für deren Umsetzung wünschte sich Verteidigungsminister Guy Parmelin ausdrücklich einen neuen Armeechef. Das machte er möglich, indem er André Blattmann, der das Pensionsalter erst 2018 erreicht, eine goldene Brücke in den Ruhestand baute.

Dafür hält Rebord die Zügel nun von Anfang an in der Hand. Ihm bleibt ein Jahr Zeit für die Vorbereitungen. Am 1. Januar 2018 wird die Reform scharf geschaltet.

Der Umbau greift tief.

Die Truppe wird auf 140'000 Mann verkleinert

Bild: KEYSTONE

Dies macht Tausende von Offizieren und Unteroffizieren überflüssig. Der Sollbestand liegt bei 100'000. So viele Angehörige der Armee sollen tatsächlich eingesetzt werden können. Auf dem Papier sind das halb so viele wie heute.

Angepasst werden auch die Kommandostrukturen. Mit viel Enthusiasmus darf Rebord nicht rechnen. Der Entscheid des Parlaments, Heer und Luftwaffe nicht dem Chef der Armee zu unterstellen, sondern unter einem Kommando Operationen zusammenzufassen, ist stark umstritten.

Weniger Standorte

Bild: KEYSTONE

Rebord muss auch hinstehen, wenn sich die Armee aus Tälern und Dörfern zurückzieht. Mit dem Stationierungskonzept werden die Immobilien nämlich um rund einen Drittel zurückgefahren. Geschlossen werden drei Flugplätze, sieben Waffenplätze sowie Dutzende Schiess- und Ausbildungsplätze.

Neues Mobilisierungskonzept

Bild: KEYSTONE

Die Umsetzung des neuen Mobilisierungskonzepts ist ebenfalls keine leichte Aufgabe. Heute ist die Armee weit von der Vorgabe entfernt, innerhalb weniger Tage 35'000 Mann ausgerüstet und einsatzbereit zu haben.

Viel Geld ausgeben

Wird saniert: der Duro. Bild: KEYSTONE

Rebord steht zudem vor der Herausforderung, jedes Jahr fünf Milliarden Franken ausgeben zu müssen. Einige der jüngeren Rüstungsvorhaben haben gezeigt, dass das gar nicht so einfach ist. Die Duro-Sanierung hat eine giftige Kontroverse ausgelöst, der Kauf israelischer Drohnen war politisch umstritten.

Den neuen Kampfjet hat das Volk abgeschossen, was hunderte Millionen Franken freisetzte. Die Bodengestützte Luftverteidigung (Bodluv) ist schon in der Projektphase gescheitert – und wieder wird erbittert um die Millionen gerungen. Bei beiden Rüstungsvorhaben wird der neue Armeechef entscheidende Schritte vorankommen und vielleicht sogar eine Abstimmung gewinnen müssen.

Der Kauf von Kriegsgerät wirft immer auch die Frage auf, wer eigentlich bekämpft werden soll. Exemplarisch ist die aktuelle Diskussion darüber, wie ein 12-cm-Mörser in einem asymmetrischen Konflikt oder in dicht besiedeltem Gebiet eingesetzt wird. Viele dieser Fragen richten sich zwar an die Politik, viele wird aber auch Rebord zu beantworten haben.

Cyber Defence

Bild: KEYSTONE

Auch auf dem digitalen Schlachtfeld sollte der neue Armeechef eine gute Figur machen. Cyber Defence gehört seit einigen Jahren zu den Aufgaben der Armee. Es wird auch viel Geld dafür ausgegeben, die Netze zu schützen. Hackerangriffe wie jener auf den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag werfen aber die Frage auf, ob die Bedrohung richtig eingeschätzt wird.

Dienstpflicht

Hinzu kommen die ständige Diskussion um die Zukunft der Dienstpflicht und nicht zuletzt regelmässige Pannen und Unglücke. Es ist Rebord, der sich künftig mit abgestürzten Flugzeugen, gestohlenem Sprengstoff und Querschlägern im Wohngebiet herumschlagen muss. Er ist nicht nur oberster Kommandant, sondern auch das Gesicht der Armee und damit massgeblich verantwortlich für deren Ruf und Ansehen. (aeg/sda)

Das waren die Schweizer Bunker im Zweiten Weltkrieg

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31 Kommentare anzeigen
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600
  • Nivea Duschgel 16.09.2016 20:02
    Highlight wort für wort der gleiche artikel wie auf 20 min ... schwach
    21 15 Melden
    • lilie 16.09.2016 21:45
      Highlight @Nivea: Es ist ein Agenturbericht.
      28 6 Melden
    600
  • Mnemonic 16.09.2016 17:42
    Highlight Mich stört am Schweizer Militär nur eines; für eine Armee in der nicht EIN Soldat oder Offizier JEMALS ein Gefecht auch nur von Weitem gesehen hat, hat sie einfach ein viel zu grosses Maul...
    56 56 Melden
    • Hierundjetzt 16.09.2016 18:50
      Highlight Soso. Das Fremdenlegionäre mit Fronterfahrung in Isone Ausbilden ist Dir entgangen?

      Wo warst DU den im Dienst? Büro? 300 Tage lang kopieren? 😂😂😂😂😂
      54 18 Melden
    • StefanZaugg 16.09.2016 19:09
      Highlight Du wünscht dir einen Krieg?
      36 19 Melden
    • roterriese 16.09.2016 19:15
      Highlight `Wie muss man deine Aussage verstehen? Wünscht du dir ein Gefecht?
      28 15 Melden
    • Mnemonic 16.09.2016 19:16
      Highlight An die Schweizer Armeefreaks hier hab ich nur eines zu sagen; "Vive la Legion!"...
      18 15 Melden
    • Paul Schwarz 16.09.2016 19:22
      Highlight Mnemonic, Sie wissen hoffentlich schon, dass wir Schweizer eine Verteidigungsarmee betreiben? Ich müsste jetzt googlen, um den letzten kriegerischen Angriff auf die Schweiz zu erfahren. Recherchieren Sie selbst.
      24 8 Melden
    • Mnemonic 16.09.2016 19:30
      Highlight "Wer Kampf erfahren hat darf sich Soldat nennen. Jeder Andere ist bloss ein Erwachsener derCowboy und Indianer speilt." Jean Baptiste Jeunex

      Paul Schwarz Du Grossmaul...

      https://de.wikipedia.org/wiki/Légion_étrangère
      15 21 Melden
    • p***ylover 16.09.2016 19:47
      Highlight Napoleon Bonaparte
      6 6 Melden
    • Nevermind 16.09.2016 19:57
      Highlight Ausgerechnet Fremdenlegionäre.
      Die ersten die kommen, wenn unser Konflikt mit der EU weiter eskaliert.

      🙄
      6 8 Melden
    • roterriese 16.09.2016 20:08
      Highlight Reto, 18 juso, behauptet im Internet bei der Legion gewesen zu sein.
      22 8 Melden
    • Paul Schwarz 16.09.2016 20:51
      Highlight mnemonic, Sie sind herzig. Moll. Danke und Ciao.
      16 4 Melden
    • Mnemonic 17.09.2016 06:49
      Highlight 49, 11 Jahre dabei Du junger Schnörri...
      7 18 Melden
    • roterriese 17.09.2016 10:40
      Highlight Ich bin 60 und war 20 Jahre beim KGB. Es ist toll, dass im Internet jeder der sein kann, den er will.
      32 1 Melden
    600
  • maxi 16.09.2016 16:13
    Highlight Zur umfrage wo ist das problem am ft56? Ein kommunikationsmittel das keine externzugeführte energiebenötigt finde ich noch brauchbar...
    57 6 Melden
    • Androider 16.09.2016 17:04
      Highlight Im 21. Jahrhundert sollte auch die Armee drahtlos kommunizieren können...
      14 40 Melden
    • maxi 16.09.2016 17:35
      Highlight Geht bei meiner aussage nicht um drahtlos oder nicht sonder ohne extrene energiezufuhr...sprich netzstecker batterie oder ähnliches...

      Drahtlos ist ja per funk oder richtstrahl ( nicht 100%) drahtlos möglich
      39 2 Melden
    • Hierundjetzt 16.09.2016 17:47
      Highlight Klick klick und schon kann ich das ft56 abhören. Das Material kann ich mir via Conrad bestellen...
      27 7 Melden
    • grumpy_af 16.09.2016 17:53
      Highlight Weil ja das 56er für geheime Daten verwendet wird :'D... Wir haben noch das 50er... Vorteil: Solange niemand das Kabel verletzt kann man ohne Probleme miteinander kommunizieren... ansatt über das Swisscom-Netz zu gehen oder massig Material zu verwenden.
      24 3 Melden
    • Nevermind 16.09.2016 18:03
      Highlight Soldat grumpy_af! Kabel verlegen! Nehmen sie die Rolle von Soldat Maxi. Der sollte da vorne hinter dem Hügel liegen. Ausführen!
      21 2 Melden
    • grumpy_af 16.09.2016 18:12
      Highlight Ich bin aber derjenige mit dem Kommando :(
      25 0 Melden
    • maxi 16.09.2016 18:46
      Highlight Nevermind se 135/235 für einzelne gruppen... Halt scheisse wegen aufklärung... An derfront ist eh alles anders

      Ich im rückwärtigen sehe ich aber kein problem abhören kann man fast alles...
      8 3 Melden
    • Nevermind 16.09.2016 19:22
      Highlight In der Schweiz, bei fehlender Lufthoheit und angesichts der Reichweite der Artillerie, scheint es mir nicht viel rückwärtigen Raum zu geben.
      16 2 Melden
    600
  • WolfCayne 16.09.2016 15:56
    Highlight Thema "Armee" kann ich nicht zum abonnieren empfehlen. Viel zu viel Benachrichtigungen und teilweise auch doppelt und dreifach. Dem neuen Chef der Armee wünsche ich viel Erfolg.
    Zum Glück ein Romand, sonst würde dieser Guy weiterhin gar nichts verstehen.
    42 6 Melden
    600
  • ogi 16.09.2016 15:32
    Highlight Wird jetzt die zu leistende Anzahl Diensttage für Soldaten auf 225 reduziert? Oder ist das mittlerweile verworfen?
    35 7 Melden
    600
  • 7immi 16.09.2016 15:06
    Highlight immer diese einseitige information. neben den mörsern wurden auch neue sanitätsrucksäcke, lkws, sanitätsfahrzeuge etc eingekauft. die mörser machen nur einen kleinen teil aus! so auch bei bodluv. die neuen geschütze/abschussrampen machen nur einen bruchteil der ausgaben aus. ein neues, mobiles radarsystem ist ebenso inkludiert wie neue datenübermittlungsknoten (für das neue radar). wenn ihr also solche "informative" artikel schreibt, recherchiert vollständig oder lasst es.
    100 27 Melden
    • urs_b 16.09.2016 15:44
      Highlight ein Armeefan und möchtegern Offizier
      28 97 Melden
    • speaker33 16.09.2016 17:14
      Highlight @urs_b: niveauloser Kommentar. Was 7immi schreibt, stimmt ziemlich genau mit der Wahrheit überein.
      59 9 Melden
    • Oberon 16.09.2016 17:37
      Highlight Nein, eine berechtigte Kritik. Was du jedoch von dir gibst schafft auch ein 2 jähriges Kind.
      39 9 Melden
    • StefanZaugg 16.09.2016 19:11
      Highlight Beim Thema Armee berichtet sogar Blick und 20min noch ausgewogener als Watson.
      36 7 Melden
    600

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