Schweiz

Das Basler Rathaus. Bild: KEYSTONE

Wahlen in Basel-Stadt: Rotgrüne Regierungsmehrheit vor Bestätigung

Die rotgrüne Regierungsmehrheit in Basel-Stadt steht vor einem Erfolg: Die Grüne Elisabeth Ackermann ist im ersten Wahlgang in die Exekutive gewählt worden.

Publiziert: 23.10.16, 10:26 Aktualisiert: 23.10.16, 18:26

Bei einer Wahlbeteiligung von 44,2 Prozent übertreffen drei Bisherige das absolute Mehr von 23'422 Stimmen und sind damit gewählt: Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) mit 33'576 Stimmen, Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) mit 29'448 Stimmen und Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) mit 26'635 Stimmen.

Ebenfalls über dem absoluten Mehr liegt Kantonsparlamentarier Conradin Cramer (LDP) mit 24'078 Stimmen. Der Jurist mit Jahrgang 1979 erbt damit erwartungsgemäss den Sitz des abtretenden Erziehungsdirektors Christoph Eymann (LDP), der sich künftig auf sein Nationalratsmandat konzentriert.

Elisabeth Ackermann (Grüne) hat die Wahlhürde mit ihren 23'546 Stimmen ebenfalls bereits im ersten Wahlgang übertroffen. Die Musiklehrerin mit Jahrgang 1963 erbt damit den grünen Regierungssitz des abtretenden Präsidialdepartements-Vorstehers Guy Morin.

Die nach dem ersten Wahlgang gewählten Regierungsräte Conradin Cramer (LDP), Eva Herzog(SP), Elisabeth Ackermann (Grüne), Christoph Brutschin (SP) und Lukas Engelberger (CVP). Bild: KEYSTONE

Hingegen muss der amtierende Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP) mit 22'550 Stimmen in den zweiten Wahlgang, der am 27. November angesetzt ist. Eine Ehrenrunde macht auch Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) mit 21'090 Stimmen.

Dahinter liegt Heidi Mück von der linken Partei BastA!, die auf dem rotgrünen Fünferticket kandidierte, mit 18'105 Stimmen. Sie übertrifft damit noch Nägelin, der mit dem bügerlichen Viererticket auf 17'269 Stimmen kam.

Regierungspräsidium offen – Grüne vorne

Im ersten Wahlgang ebenfalls noch nicht besetzt wird das vor acht Jahren eingeführte feste Regierungspräsidium: Alle fünf für dieses Amt Kandidierenden verpassen in der separaten Wahl voraussichtlich das absolute Mehr. Bei den brieflichen Stimmen liegt dieses bei 20'251 Stimmen.

Mit grossem Abstand in Führung liegen Elisabeth Ackermann mit 16'145 Stimmen und Baschi Dürr mit 13'532 Stimmen. Falls auch beim zweiten Wahlgang für das Regierungspräsidium am 27. November die Reihenfolge so bleibt, würde Dürr ein zweites Mal nach 2012 gegen eine grüne Kandidatur unterliegen.

Für das Regierungspräsidium kann in Basel-Stadt nur kandidieren, wer gleichzeitig auch für einen Regierungssitz kandidiert. Das Präsidium wird wie die Exekutivsitze jeweils für eine Amtsperiode von vier Jahren vergeben.

Das baselstädtische Parlament wird linker und bürgerlicher

Nach Auszählung der brieflichen Stimmen legen SP (+1) und Grünes Bündnis (+1) sowie auch LDP (+5) zu. FDP (-2), CVP (-1) und GLP (-2) verlieren Mandate.

Gemäss dem provisorischen Zwischenresultat hält künftig die SP als weiterhin stärkste Partei 34 der insgesamt 100 Sitze des Grossen Rates inne; das Grüne Bündnis kommt neu auf 14 Mandate. Das rot-grüne Lager legt damit um zwei Mandate auf 48 Sitze zu.

Die SVP als bislang stärkste bürgerliche Kraft bleibt auf 15 Sitzen. Sie muss sich den Titel neu mit der LDP teilen, die um 5 Mandate auf ebenfalls 15 Sitze zulegen kann. Dahinter folgen FDP mit 11, und CVP mit 7 Sitzen. Das bürgerliche Lager kommt damit auf ebenfalls 48 Sitze, auch zwei mehr als vor vier Jahren.

In der Mitte verliert die GLP 2 Sitze und kommt noch auf 3 Mandate. Die EVP und BDP, die zum ersten Mal auf einer gemeinsamen Liste angetreten sind, stellen weiterhin 1 Mandat.

Falls die Stimmen der Urnengänger die Gewichte nicht mehr verändern, wird ferner die Splittergruppe «Volksaktion gegen zuviele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» von Eric Weber nach vier Jahren aus dem Parlament abgewählt. Sie war bei den Wahlen 2012 auf zwei Mandate gekommen.

Üblicherweise machen die brieflichen Stimmen in Basel-Stadt rund 95 Prozent der Teilnehmenden aus. Bei insgesamt 106'407 Wahlberechtigten sind die Abstände diesmal bereits deutlich. Wer die beiden noch nicht vergebenen Regierungssitze erobert, entscheidet sich im zweiten Wahlgang am 27. November. (viw/sda)

33 Kommentare anzeigen
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  • michi martin 23.10.2016 17:44
    Highlight Der Linken und Bürgerlichen geht es in Basel dank der Steuereinnahmen der Chemie viel zu gut, sie geben Sozialgelder und Leistungen aus, die absolut übertrieben sind. Würde ich zum Sozialfall, sofort käme ich mit meinem Bürgerrecht nach Basel zurück und logisch, wähle ich dann auch die Linksbürgerlichen. Basel gewinnt für seine linke Regierung sehr viele Stimmen aus sozialen Unterschichten und Immigranten ( 35,3%). Basel wird als wie mehr ein "Sozialparadies", eine "Multikulti" Metropeole, der Mittelstand von Basel lebt ja bereits in Baselland, gute Nacht Basel.....
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    • Randy Orton 23.10.2016 19:03
      Highlight Zusammenfassung: die Basler Regierung gibt das Geld, welches es vom Volk einsammelt, wieder ans Volk zurück. Du findest das nicht gut.
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    • lucasm 23.10.2016 19:52
      Highlight Selbst steuertechnisch steht bl nicht mehr viel besser da als basel (je nach gemeinde und einkommen sogar schlechter). Bleiben nur noch die nachteile (pendeln zur arbeit, wenig infrastruktur etc).
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    • meglo 24.10.2016 11:35
      Highlight Lieber michi, ich rate dir ab, nach Basel zurückzukehren. Wie wärs mit Oberwil-Lieli als Wunschdestination.
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  • Linus Luchs 23.10.2016 17:32
    Highlight Somm und Frehner beissen sich in Basel die Zähne aus. Die ganze Propaganda in der Baz, auf den üblen Plakaten und in den primitiven Broschüren, die man im Briefkasten vorgefunden hat, hat keinen Erfolg. Die Angstmacherei funktioniert offensichtlich im Dreiländereck nur sehr beschränkt. Zugegeben, ich bin gerade etwas stolz auf meine Heimatstadt.
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    • DJ_Terror 23.10.2016 17:55
      Highlight Basel ist eine Hochburg der Linken das müsstest du wissen als Basler. Da hat man es traditionell als Bürgerlicher schwerer vor allem als SVP Kandidat.
      18 72 Melden
    • Linus Luchs 23.10.2016 18:11
      Highlight DJ_Terror, das weiss ich. Aber diesmal befürchtete ich, die Terrorhysterie könnte auch in Basel Wirkung zeigen und zu einem Rechtsrutsch führen. Umso erfreulicher, ist das nicht passiert.
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  • Triumvir 23.10.2016 16:13
    Highlight Am Montag werden wir dann wohl von Somm und seiner SVP-Parteizeitung namens BaZ oder eher BloZ diverse Artikel und Kommentare über Wahlbetrug etc. des total ganz gemein fiesen linken Wahlvolchs lesen können. Ich kaufe mir schon mal vorsorglich etwas Popcorn 😈😂
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    • pamayer 23.10.2016 18:49
      Highlight Eine grosse tüte!!
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  • Panda_007 23.10.2016 15:50
    Highlight Ohh Eric Weber schafft es nicht mehr? Vielen Dank Basel 😍
    131 2 Melden
    • pamayer 23.10.2016 18:50
      Highlight Gerne !
      45 3 Melden
    • lilas 23.10.2016 19:08
      Highlight Jetzt kann er endlich nach Abu Dhabi! 👍
      39 1 Melden
    • pamayer 23.10.2016 21:07
      Highlight nix abu dhabi!! wer öffentlich die hosen runterlässt, wird dort ohne grosses verfahren gesteinigt.
      21 3 Melden
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  • blobb 23.10.2016 15:35
    Highlight LDP?
    24 4 Melden
    • Platinum 23.10.2016 16:53
      Highlight Das ist die Liberal-Demokratische Partei. Sie gehört so viel ich weiss rechtlich zur FDP Schweiz, tritt aber selbstständig und parallel zur FDP in Basel an.
      30 1 Melden
    • blobb 23.10.2016 18:21
      Highlight Aha, ja macht Sinn :D
      13 2 Melden
    • John Smith (2) 23.10.2016 19:34
      Highlight Im 19. Jahrhundert gab es zwei bürgerliche Strömungen: Die «Radikalen» und die «Liberalen». Entsprechend hiess die FDP in Basel bis in die 1970er-Jahre (?) «die Radikalen» im Gegensatz zu den «Liberalen» der LDP. In der Praxis war die LDP früher die Vertretung des Basler Adels (der hiess zwar nicht mehr so, war es aber eben halt doch) und die FDP die Partei des Gewerbes. Das ist heute nicht mehr ganz so krass, auch wenn man die «Daig»-Familien immer noch hauptsächlich in der LDP findet.
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  • Platinum 23.10.2016 14:55
    Highlight Eigentlich witzig, dass die FDP 2 Sitze verliert, die ebenfalls liberale LDP aber 5 Sitze gewinnt.
    41 0 Melden
    • Masche 23.10.2016 18:08
      Highlight Die Basler können halt noch differenzieren. Die LDP vertritt Basel, die FDP FDP.
      44 4 Melden
    • Platinum 23.10.2016 18:35
      Highlight Ja, anscheinend gibt es da relativ grosse Unterschiede. Mir persönlich solls recht sein, netto haben die Liberalen 3 Sitze gewonnen. :)
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  • Pokus 23.10.2016 14:43
    Highlight Für die Wahlplakate der SVP müsste man in den Knast kommen. Da stimmt was nicht.
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  • banda69 23.10.2016 14:02
    Highlight Die Investition der Rechtspopulistischen SVP in die BaZ scheint sich nicht auszuzahlen. Gut so.
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    • Bela Lugosi 23.10.2016 14:39
      Highlight MEINE WORTE! Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie anstrengend das ist, mit der BaZ tagtäglich rechtem journalistischen Gemorks ausgesetzt zu sein...
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    • pamayer 23.10.2016 14:54
      Highlight Im Gegenteil: die BAZ geht den Bach runter.
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    • EinePrieseR 23.10.2016 16:42
      Highlight @Bela: mach es wie ich: kündige das Abo..
      50 5 Melden
    • John Smith (2) 23.10.2016 19:36
      Highlight Naja, immerhin hat sie mit ihrer mehrjährigen konzertierten Anti-Wessels-Berichterstattung Wessels in den zweiten Wahlgang gezwungen.
      10 3 Melden
    • meglo 24.10.2016 11:28
      Highlight Die Schlammschlacht gegen Wessels ist wohl kaum etwas, auf das die BAZ stolz sein kann. Wessels wird es trotzdem noch schaffen und Somm kann zurück zu seinem Herrchen auf dem Herrliberg. Er kann seinem Brötchengeber ja am Morgen jeweils die Zeitung und die Pantoffeln bringen.
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  • deleted_337758608 23.10.2016 11:56
    Highlight Eigentlich ein Armutszeugnis für die Demokratie, wenn man bei einer Wahlbeteiligung von weniger als der Hälfte aller Wahlberechtigten von "einer hohen Wahlbeteiligung" spricht.
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    • Pasch 23.10.2016 13:12
      Highlight Stimm ich dir zu, aber liegt auch bitz daran, dass ich mich frage wer sind diese Leute eigentlich... wenn ich mir dir Listen so durchgeschaut hab...
      Für den einfachen Bürger bleibt nur das Resumé ziehen...
      Weber der Pausenclown muss raus und Wessels auch weg, kann sich zuhause sein "Verkehrskonzept" organisieren...
      Wer da jetzt anstelle rein soll und obs dann nicht das grössere Übel wird verbirgt sich im Nebel.
      21 36 Melden
    • Charlie Brown 23.10.2016 13:19
      Highlight @Johnny: Stimme dir zu und verstehe den Blitzüberhang nicht...
      20 30 Melden
    • mashed potatoes 23.10.2016 13:57
      Highlight Die Blitze kommen von den Nicht-Abstimmern, die sich angegriffen fühlen.
      38 24 Melden
    • Flexon 23.10.2016 18:30
      Highlight @Chimpo
      Wahlbeteiligung ZH 2015: 32% Wahlbeteiligung AG 2016: 33% Wahlbeteiligung BS 2016: 43%
      30 0 Melden
    • Charlie Brown 23.10.2016 19:11
      Highlight Demokratische Volksrepublik Korea: 99.9%

      43% ist zwar "relativ" viel. Absolut jedoch ein Armutszeugnis. 11 von 20 Wahlberechtigten nehmen ihr Recht nicht wahr.
      12 4 Melden
    600

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