Schweiz

Baselbieter Regierung hält an Handschlagpflicht fest

18.05.17, 17:49 18.05.17, 18:08

In der sogenannten Handschlag-Affäre hat die Baselbieter Regierung die Beschwerde einer muslimischen Familie teilweise gutgeheissen. Die Disziplinarmassnahme gegen einen Schüler wurde wegen eines Formfehlers aufgehoben. An der Handschlagpflicht für Schüler hält die Regierung aber fest.

Weil sich zwei muslimische Burschen an der Sekundarschule Therwil geweigert hatten, einer Lehrerin die Hand zu geben, musste sich die Baselbieter Regierung mit einer Beschwerde der Familie befassen. In einem am Donnerstag publizierten Regierungsentscheid heisst es, beim Handschlag handle es sich «um eine in der hiesigen Gesellschaft übliche Geste» zur Begrüssung und Verabschiedung.

Die Religionsfreiheit werde «durch das Einfordern des Handschlags durch eine Person des anderen Geschlechts zwar tangiert», mit dem Bildungsgesetz des Kantons bestehe jedoch eine gesetzliche Grundlage für die Einforderung des Handschlags, heisst es weiter. Deshalb könne der Handschlag im Kanton Baselland von allen Lehrpersonen eingefordert werden.

Weil einer der muslimischen Schüler auch nach Inkrafttreten der Handschlagpflicht den Handschlag verweigert haben soll, veranlasste die Sekundarschule Therwil Disziplinarmassnahmen. Der Schüler sollte zehn Stunden Arbeit in einer sozialen Institution leisten und mehrmals die Schulsozialarbeit besuchen.

Dagegen wehrten sich die Eltern. Sie begründeten dies damit, dass die Schule keine konkrete Situation nennen konnte, in der der Schüler die Handschlagpflicht verweigert habe. Die Regierung bestätigt dies. Der Regierung sei bekannt, dass eine weibliche Lehrperson des Schülers den Handschlag nicht eingefordert habe. In diesem Punkt wurde die Beschwerde der Eltern gutgeheissen.

Die Eltern müssen Verfahrenskosten von 200 Franken bezahlen. Für das Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsrat erhalten sie dagegen eine Entschädigung von 2000 Franken. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, weil dagegen beim Kantonsgericht Beschwerde erhoben werden kann.

Der Fall der beiden muslimischen Schüler, die einer Lehrerin den Handschlag verweigert hatten, sorgte im letzten Jahr landesweit für Schlagzeilen. Sogar Bundesrätin Simonetta Sommaruga bezeichnete die Verweigerung des Handschlags als inakzeptabel.

(sda)

Lehrer, Bildung, Schule

So viel verdienen Lehrer in der Schweiz

Jedes dritte Kind kann schon vor der Einschulung lesen und schreiben. Good News! Oder etwa nicht?

Endlich wissenschaftlich erwiesen: Je länger die Pausen, desto besser die Noten

Basel: Zoff um Hallenbad – Kanton streicht Binninger Schülern den Schwimmunterricht

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4 Kommentare anzeigen
4
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • ev0lution 19.05.2017 22:22
    Highlight Zum Glück muss ich als Schweizer nicht jedem A... in das Händchen schütteln!
    Was muss es also für diese Menschen nur für eine Befriedigung sein, Ausländer dazu nötigen zu können und wahrschenlich glauben sie, es hätte dann auch noch etwas mit Respekt zu tun?!
    1 3 Melden
    • steinlin 21.05.2017 11:13
      Highlight Eine ganz komische Einstellung haben sie. Wer sich nicht einigermassen anpassen kann, soll schleunigst dorthin gegen wo er herkommt.
      0 1 Melden
    • ev0lution 21.05.2017 14:08
      Highlight @steinlin
      Sehen Sie, genau Sie sind so ein "Mensch" dem ich nie die Hand geben würde!
      Einfach eckelhaft!
      1 0 Melden
    600
  • pedrinho 19.05.2017 13:28
    Highlight "An der Handschlagpflicht für Schüler hält die Regierung aber fest."

    i know, first world problems are problems too

    4 1 Melden
    600

Schweizer Historiker sind alarmiert: Dem Geschichtsfach droht an Schulen der Niedergang

Die Zahl der Geschichtsstudenten bricht ein, der neue Lehrplan 21 wertet das Fach ab. Historiker sorgen sich um den Schulunterricht – und die Demokratie.

Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Die Warnung des spanischen Philosophen George Santayana ist aktueller denn je, denn die Vergangenheit droht in Vergessenheit zu geraten. Die Zahl der Studenten mit Hauptfach Geschichte hat seit 2004 abgenommen, von 4300 auf 2650. Das ist der tiefste Wert seit über 30 Jahren.

Die Entwicklung ist umso erstaunlicher, als die Anzahl Studierender schweizweit wächst. Zudem haben die Hochschulen vielerorts die Lateinpflicht …

Artikel lesen