Schweiz

Nach Chemieunfall: Leck nach Explosion bringt «Gasgeruch mit knoblauchartiger Note» in weite Umgebung Prattelns BL

18.02.16, 09:46 18.02.16, 09:57

Die Explosion in der Chemiefabrik Rohner in Pratteln vom Dienstag hat nachgewirkt: Ein stinkender Stoff trat am Mittwoch beim Aufräumen aus einem Leck aus. Der Gestank breitete sich bis über den Rhein nach Grenzach (D) aus, wo die Behörden Fenster schliessen liessen.

Der Gestank begann am Nachmittag bei Entsorgungsarbeiten, wie der Baselbieter Krisenstab am späten Abend mitteilte. Er stamme von der Substanz Ethaniol, die als riechbarer Markierungsstoff anderen Substanzen beigemischt werde – so wird auch das Koch-Gas zu Hause riechbar gemacht. Gefahr habe jedoch keine bestanden.

Bevölkerung soll Fenster geschlossen halten

Der Gestank war aber so unangenehm, dass der Krisenstab die betroffene Bevölkerung aufforderte, die Fenster geschlossen zu halten. Der Wind trug das Ethaniol dann nordwärts über den Rhein nach Deutschland, wo es auch in Grenzach-Wyhlen unangenehm auffiel, wie Gemeinde und Polizei in der Nacht auf Donnerstag mitteilten.

Gemäss deren Informationen war das olfaktorische Problem – ein «Gasgeruch mit knoblauchartiger Note» – bei der Chemiefirma zunächst beim Belüften eines beschädigten Fasses aufgetreten. Danach aber habe man eine «Leckage» einer Produktionsanlage gefunden und abgedichtet. Anschliessendes Lüften des Gebäudes habe zunächst den Gestank verschlimmert, doch gegen Morgen habe sich dieser verzogen.

googlemaps

Bis nach Grenzach

Die Geruchsbelästigung war selbst in Grenzach – die südbadische Gemeinde stand in Kontakt mit dem Baselbieter Krisenstab – derart intensiv, dass die Feuerwehr eigene Luftmessungen unternahm. Auch diese zeigten keine Gesundheitsgefährdung. Betroffenen empfahl man, Fenster und Türen zu schliessen und Lüftungen auszuschalten.

Am Dienstagmorgen war es bei der Rohner AG zu einer Explosion mit anschliessendem Brand gekommen. Zwei Angestellte wurden dabei verletzt; am Produktionsgebäude entstand grosser Sachschaden. Die Ursache wird noch untersucht. In der Folge war schon damals von unangenehmem Geruch wegen eines Markierstoffes die Rede gewesen. (whr/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Kein Schamgefühl – dieses Trump-Getue von CC macht alles nur noch schlimmer

Cassis muss in der Europapolitik liefern – und den Beschuss von rechts aushalten

Extrem hässliche Menschen erzählen uns, wie es ist, extrem hässlich zu sein

Ständemehr als Stolperstein: Bei der AHV-Reform wird um jeden Swing State gekämpft

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1Kommentar anzeigen
1
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • RodolfoZanzarro 24.02.2016 09:16
    Highlight Was ist "Ethaniol"? Meint ihr "Ethanthiol"? Oder etwa gar das gemeingefährliche "Ethanol"?
    0 0 Melden
    600

Good News für Kiffer: Besitz von 10 Gramm Gras auch laut Bundesgericht legal

Letzte Woche hatte das Bezirksgericht in Zürich einen Angeklagten freigesprochen, der für eine geringe Menge Cannabis eine Ordnungsbusse von 100 Franken erhalten hatte. Verteidigt wurde er vom Jus-Studenten Till Eigenheer.

Eigenheer erhoffte sich, dass das Stadtrichteramt den Fall vor das Obergericht zieht, um einen Grundsatzentscheid zu forcieren. Nun ist dieser aber in einem Fall in Basel gefällt worden.

Das Bundesgericht gab in Lausanne einem Angeklagten Recht, der sich gegen eine …

Artikel lesen