Schweiz

Tod nach Party in Wald bei Bern: Sieben Jugendliche liessen Kollegen im Stich und wurden nun vom Gericht verurteilt

06.10.15, 10:19 06.10.15, 16:24

Nach einer Party in einem Wald bei Köniz blieb letzten Herbst ein 15-jähriger Jugendlicher tot liegen. Der Bursche stand unter Drogeneinfluss, bekam gesundheitliche Probleme und starb schliesslich an einem Krampfanfall. Seine Kameraden schlugen nicht Alarm. Nun sind sieben von ihnen verurteilt worden.

Der Neuntklässler hatte zusammen mit anderen Jugendlichen im Herbst 2014 im Büschiwald bei Köniz eine Party gefeiert. Am Morgen danach fand die Polizei bei einem Kontrollgang den toten Jugendlichen.

Im Laufe der Ermittlungen konnten bei ihm Spuren der Droge LSD nachgewiesen werden. In den Tagen nach dem Unglück konnten die Ermittler die Kameraden des 15-Jährigen ausfindig machen und befragen. 

Unterlassung der Nothilfe

Sieben Fälle sind rechtskräftig abgeschlossen. Die Jugendlichen wurden insbesondere wegen Unterlassung der Nothilfe verurteilt. Über die Art und die Höhe der Sanktionen machen die Behörden keine Angaben. Jugendstrafverfahren sind von Gesetzes wegen nicht öffentlich.

Ein achter Fall ist noch beim Jugendgericht hängig, wie Staatsanwalt Christof Scheurer am Dienstag eine Meldung der «Berner Zeitung» auf Anfrage bestätigte.

Im Fall des achten Jugendlichen wurde gegen den erlassenen Strafbefehl Einsprache erhoben. Diesem Jugendlichen wird ebenfalls Unterlassung der Nothilfe vorgeworfen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. In seinem Fall wird es zu einer nicht öffentlichen Gerichtsverhandlung kommen. (whr/sda)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3Alle Kommentare anzeigen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • stiberium 06.10.2015 10:42
    Highlight Todesursache?
    0 12 Melden
    • Oberon 06.10.2015 11:14
      Highlight LSD habe beim Schüler Krampfanfälle ausgelöst, die zum Tod führten.
      12 0 Melden
    • stiberium 06.10.2015 15:55
      Highlight Ich fragte nur so weil beim Lesen des Berichts der Eindruck entsteht LSD ist eine tödliche Droge. Es ist unter gewissen Umständen möglich, dass bei Menschen mit Epilepsie, die Einnahme von LSD Krampfanfälle auslöst.

      Es wurde bereits ergänzt im Artikel, dass er an einem Krampfanfall starb.
      Danke watson
      0 1 Melden

Sommaruga will Stalker und prügelnde Partner in Fussfesseln legen

Rund zwanzig Menschen starben letztes Jahr in der Schweiz wegen häuslicher Gewalt. Mithilfe von elektronischen Fussfesseln und dank neuer Regeln für Gerichtsverfahren will Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) diese Zahl senken.

Stalking und häusliche Gewalt sind in der Schweiz weit verbreitet. Davon zeugen folgende Zahlen:

im Bereich häusliche Gewalt wurden letztes Jahr von der Polizei registriert. Darunter fallen Tätlichkeiten genauso wie Drohungen.

starben letztes Jahr an den Folgen von häuslicher Gewalt. Bis auf eine Ausnahme handelte es sich um Frauen oder Mädchen. Zusätzlich sind in der Statistik 52 versuchte Tötungen verzeichnet.

Nun handelt der Bundesrat. An einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag schlug …

Artikel lesen