Schweiz

Das Gericht hat am Freitag im Berner Amthaus einen bekannten DJ wegen Anstiftung zu Brandstiftung und versuchtem Versicherungsbetrug zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Bild: KEYSTONE

Gericht verurteilt Berner DJ Christopher S. zu sechs Jahren Haft

Publiziert: 25.11.16, 16:56 Aktualisiert: 25.11.16, 17:55

Ein Berner Gericht hat am Freitag einen DJ unter anderem der Anstiftung zur Brandstiftung und des versuchten Betrugs schuldig gesprochen. Der 47-Jährige aus der Region Bern wurde zu einer Freiheitsstrafe von 72 Monaten, sprich sechs Jahren, verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Hauptangeklagte den Brand in einer Lagerhalle in Ostermundigen BE von 2012 in Auftrag gegeben hatte. Der DJ selber bestritt im Prozess jede Schuld.

Der angeschuldigte DJ zügelte kurz vor dem Brand seine 13'000 Stück grosse Plattensammlung in die Lagerhalle. Verdächtig machte ihn auch, dass er die Plattensammlung ebenfalls nur kurze Zeit vor dem Brand auf 200'000 Franken versicherte.

Da der Angeschuldigte finanzielle Probleme hatte, sah das Gericht auch das Motiv als gegeben an. Weiter zeigten die Untersuchungen zum Brand, dass dieser genau im Bereich der Plattensammlung ausgelöst worden war.

Zwei Cousins haben Brand gelegt

Die Brandstiftung ausgeführt haben laut Gericht zwei Cousins, die ebenfalls auf der Anklagebank sassen. Sie gaben an, mit dem Brand beauftragt worden zu sein, diesen aber letztlich versehentlich ausgelöst zu haben.

Als Auftraggeber bezeichnete einer der beiden zuerst den Besitzer der Lagerhalle. Während des Gerichtsprozesses beschuldigten die beiden aber unisono den Berner DJ.

Die beiden Mitangeklagten erlitten beim Vorfall zum Teil schwere Verbrennungen. Dies, weil die Lagerhalle beim Brand explodierte.

DJ legt Berufung ein

Das Gericht sprach auch diese beiden Männer schuldig. Der Ältere wurde zu einer 42-monatigen Gefängnisstrafe sowie einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt. Der Jüngere kam mit einer bedingten Gefängnisstrafe von 24 Monaten glimpflicher davon: Strafmildernd wirkten sich unter anderem die schweren Verletzungen aus, die er beim Brand erlitten hatte.

Den angeschuldigten DJ verurteilte das Gericht zu einer 72-monatigen Gefängnisstrafe. Der Staatsanwalt forderte nur eine leicht höhere Gefängnisstrafe von 75 Monaten, wie die «Berner Zeitung» in der Ausgabe von Donnerstag schrieb.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Noch im Gerichtssaal kündigte der Anwalt des DJs an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Der Künstlername des Hauptangeklagten lautet DJ Christopher S. Unter diesem Namen nahm er im Zuge des Prozesses gegenüber «Tele Bärn» sowie «20 Minuten» Stellung zu den Vorwürfen. Christopher S. war bis vor einigen Jahre einer der bekanntesten Schweizer House-DJs. (sda)

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34 Kommentare anzeigen
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  • Zäme! 26.11.2016 08:15
    Highlight Tja... so ist es. Töte, vergewaltige oder missbrauche Menschen sexuell, sei pädophil. Und am Schluss bist du dann das Opfer anstatt der Täter.

    Betrüge aber mit Geld... Dann wirst du behandelt als wärst du DER Terrorist der 1000e auf dem Gewissen hat.

    Und das kranke dabei: die richtig Reichen werden vom Staat (Steueroasen) und von Banken dazu motiviert, Geld zu verstecken.

    Da sieht man was unserem Rechtsstaat wichtig ist: Geld! Geld! Geld!

    Hätte er seine Frau vergewaltigt und zerstückelt.. "Psycho", etwas Therapie und gut ist.

    Krank, einfach krank.
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    • Fabio74 26.11.2016 13:57
      Highlight Du schwafelst billige Propaganda nach
      23 3 Melden
    • Brummbaer76 26.11.2016 14:11
      Highlight Die Hauptsache der 6 Jahre kommt von der Anstiftung zur Brandstiftung. Brandstiftung ist ein Verbrechen.
      15 1 Melden
    • FreeK 26.11.2016 17:38
      Highlight Aber klar doch, darum sind auch alle Banker und sonstingen Finanzverbrecher die hauptsächlich für die Wirtschafskrise 2008 verantwortlich sind alle zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden! "Ironie Off"
      7 4 Melden
    • Zäme! 26.11.2016 20:53
      Highlight Freek: in dieser Liga wird Betrug seitens der Banken und der Steueroasen gefördert und grosszügig belohnt.

      Hatte ich oben schon geschrieben. Vielleicht lesen lernen.
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    • FreeK 27.11.2016 10:21
      Highlight Was soll es denn sein? Betrügerischer Konkurs und Versicherungsbetrug ist nur ein Kavaliersdelikt aber Steuerbetrug soll hart bestraft werden? Wenn schon dann sollten Sie konsequenterweise für beide Formen des Betrugs harte resp. milde Strafen verlangen, denn es sind beides Finanz/Geldverbrechen.Im Uebrigen ist er auch wegen Anstiftung zur Brandstiftung verurteilt worden, wäre er nur für den betrügerischen Konkurs verurteilt worden sähe es wohl anders aus, dann hätten Sie wohl auch Kuscheljustiz schreien müssen! Also was darf es denn nun sein?
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    • Zäme! 27.11.2016 11:44
      Highlight Meiner Meinung nach? Natürlich auch harte Strafen für Steuersünder. Aber richtig harte Strafen.

      Finde Steuerwettbewerb sowieso daneben. Ist doch ein Witz dass auch Unternehmen wie Apple, Starbucks, etc. praktisch keine Steuern zahlen. Daher sollten Unternehmen und Private bei Steuerbetrug schmerzhaft bestraft werden.

      Dass er wegen Brandstiftung verurteilt wurde, finde ich i.o. Aber Versicherungsbetrug wird trotzdem extrem hart bestraft.
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    • FreeK 27.11.2016 14:09
      Highlight Die Anstiftung zur Brandstiftung macht sicherlich den Löwenanteil der Strafe aus, vor allem wegen der möglichen Gefährdung des Lebens. Dazu kommt dann noch dass er eben nicht geständig war, sowohl was den Versicherungsbetrug mit der Anstiftung zur Brandstiftung betrifft wie auch der betrügerische Konkurs.
      Wenn man sich das ganze Bild ansieht kommt das schon in Etwa hin, besonders dann wenn man sich für härtere Strafen für Betrüger ausspricht!
      Ich glaube gar dass mir dabei seine Mutter und sein Freund, welche beide von Ihm über den Tisch gezogen wurden, da beipflichten würden.
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  • simiimi 26.11.2016 02:51
    Highlight Hmm, weiss jemand ob die 6 Jahre Gefängnis bedingt oder unbedingt ausgesprochen wurden 🤔?
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    • Madison Pierce 26.11.2016 09:31
      Highlight Über zwei Jahre gehen nur unbedingt.
      12 2 Melden
    • Ivan der Schreckliche 26.11.2016 09:52
      Highlight Bedingte Freiheiststrafen gibt es nur bis 2 Jahren, unter Umständen Teilbedingte Teile bei FS bis zu drei Jahren.
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  • ND_B 25.11.2016 23:05
    Highlight Brandstiftung (spielt nach Gesetz keine Rolle ob "nur" dazu angestiftet oder nicht), muss bei Gefährdung des Lebens anderer (Lager stand in Wohngebiet) laut StGB mit 3 Jahren bestraft werden. Dazu kommt der Versicherungsbetrug.

    Zudem hat Spörri ganz nebenbei noch eine seiner GmbHs absichtlich in den Konkurs getrieben und war im Prozess (trotz wohl ziemlich klarer Beweislage) nicht geständig.

    Selbst schuld. In Bern hörte man öfters mal Räubergeschichten über den Typ, wundert mich daher überhaupt nicht.
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  • Gümpeli 25.11.2016 21:29
    Highlight Und jetzt noch weitere 6 Jahre wegen seiner schlechten Musik ;)
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    • Sheez Gagoo 25.11.2016 22:20
      Highlight Da kannst den DJ Antoine grad verwahren, wenn das ein Kriterium sein soll. Und den Bobo hinrichten.
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    • Darkside 25.11.2016 22:33
      Highlight Da müsste man glatt die versammelten Schlager- und Charts-Acts einbuchten. Und U2, dürfte klar sein.
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    • Datsyuk 25.11.2016 23:54
      Highlight Dieter Bohlen und Thomas Anders müssten nach Guantanamo. In einer frühreren Phase meines Lebens habe mir ihre "Musik" aber gerne angehört.. :/
      13 3 Melden
    • Raembe 26.11.2016 05:58
      Highlight Nix gegen BOBO, der war einer meiner Helden in der Kindheit.
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    • zimibimi 26.11.2016 08:55
      Highlight Eine Art Musiker KZ? Hallo JB!
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  • Darkside 25.11.2016 21:12
    Highlight Die Kritiker haben da was nicht verstanden. Es geht nicht um den Versicherungsbetrug, dafür hätte er sicher höchstens eine bedingte Strafe kassiert. Es geht um Anstiftung zur Brandstiftung, und das ist dann doch eine andere Hausnummer. Da geht es um fahrlässige Tötung. Man hat ja gesehen was passieren kann, sogar die zwei ausführenden Täter wurden schwer verletzt. Man stelle sich vor da wären ahnungslose Unbeteiligte im Gebäude gewesen.
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    • Toerpe Zwerg 25.11.2016 23:01
      Highlight Für fahrlässige Tötung fehlen dann ein paar Dinge ... zuallererst der Tote.
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  • x4253 25.11.2016 21:06
    Highlight Mal sehen:
    Art. 221 StGb abs 2 sind schon min. 3 Jahre
    Art. 146 StGb ff sind dann nochmals bis zu 5 Jahre
    dann kommen ja noch weitere Vergehen hinzu (habe aber die ganze Anklageschrift nie gesehen). Da waren aber noch weitere "Strafbare Handlungen gegen das Vermögen" dabei. Insofern nachvollziehbar.

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    • Mastaclod 26.11.2016 00:51
      Highlight Bedenke das Absorptionsprinzip gem. Art. 49 Abs. 1 StGB. Kumulieren gibts nicht.
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  • Dominic Bienne 25.11.2016 19:57
    Highlight 6 Jahre finde ich ziemlich krass... hätte er mal lieber jemanden vergewaltigt, dann käme er besser weg.


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    • pamayer 25.11.2016 20:53
      Highlight Ja, sehr krass im Vergleich zu Sexualstraftäter.
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    • pamayer 25.11.2016 20:55
      Highlight Unser Strafrecht schützt den Besitz wohl besser als die sexuelle Integrität.
      Von besitzenden Männern für besitzende Männer verfasst.
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    • Hierundjetzt 25.11.2016 22:18
      Highlight Pamayer: setzen 1. Nichts begriffen.

      A) ist unser Recht fast 3000 Jahre alt
      B) Wir sind nicht bei Barbara Salesch oder an der youtoube-university
      C) Es gibt im Strafrecht kein besser oder schlechter sondern grauabstufungen, sozialprognosen und Vorstrafen, die bei der Strafbemessung eine Rolle spielen.

      Dominic: nö. Hör auf Sachen zu erfinden. Wenn es Dein Vater war der Dir Gewalt antäte oder ein "Fremder" im Darkroom spielt eben eine Rolle

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    • zimibimi 26.11.2016 08:56
      Highlight Die Schulden hätte er wohl auch nach einer Vergewaltigung immernoch gehabt ;-)
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  • Pisti 25.11.2016 19:38
    Highlight Wirklich sehr verhältnismässig diese Strafe...
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  • Toerpe Zwerg 25.11.2016 19:33
    Highlight 6 Jahre? Ähm, das dünkt mich jetzt arg viel. Da muss noch was Anderes gewesen sein von früher.
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    • Hierundjetzt 25.11.2016 22:19
      Highlight Logisch 😏
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    • Raembe 26.11.2016 06:00
      Highlight Du meinst bestimmt die Zusammenarbeit mit Luca Hänni😂
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    • Toerpe Zwerg 26.11.2016 09:32
      Highlight Mixen ohne angeschlossene Geräte bei Joiz ...
      15 1 Melden
    • Money Matter 26.11.2016 15:43
      Highlight Ja es gab da noch ein verfahren, das von der stylepolizei gegen ihn geführt wurde..
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  • Süffu 25.11.2016 18:48
    Highlight Hahahaha - die Arroganz in Person ist vom Thron gefallen - mein Mitleid hält sich in Grenzen..
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