Schweiz

Ein Grossaufgebot der Polizei an der Unfallstelle am Hafen von La Neuveville. Arthur sieber

Defektes Elektrokabel Schuld an tödlichem Drama im Bielersee

In La Neuveville am Bielersee sind am Montag zwei Frauen und ein Hund ums Leben gekommen, nachdem sie am Hafen ins Wasser gefallen waren. Die Opfer hatten einen Stromschlag erlitten.

16.05.17, 16:37 16.05.17, 19:04

Wegen einem Defekt bei einem Kabel der elektrischen Installation des Hafens in La Neuveville am Bielersee sind am Montag zwei Frauen ums Leben gekommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass wegen dem Defekt der Strom bis zum See gelangen konnte, wie die Kantonspolizei Bern am Dienstag mitteilt.

Erste Abklärungen ergaben, dass sowohl im Geländer des Hafens als auch in dessen unmittelbarer Umgebung und bis zum See eine elektrische Verbindung bestand. Mehrere Personen gaben denn auch imRahmen von Befragungen an, beim Versuch den Opfern zu helfen, einen Stromstoss erlitten zu haben. Zugleich liegen erste Ergebnisse des Instituts für Rechtsmedizinder Universität Bern vor, welche in die gleiche Richtung gehen.

Der Unfall hat sich beim Hafen von La Neuveville ereignet.  google street view

Gefahr behoben

Zugleich liegen erste Ergebnisse des Instituts für Rechtsmediziner Universität Bern vor, welche in die gleiche Richtung gehen. Unterdessen konnte auch Schliesslich die zweite Frau, welche zunächst ins Spital gebracht worden war, dort jedoch verstarb, identifiziert werden. Es handelt sich dabei um eine 53-jährige im Kanton Bern wohnhafte Niederländerin.  Beim ersten identifizierten Opfer handelt es sich um eine 24-jährige Frau ebenfalls aus dem Kanton Bern. Die Gefahr, welche vom defekten Kabel ausging, konnte inzwischen behoben werden.

Das Drama ereignete sich am späten Montagmorgen in La Neuveville, auf Deutsch auch Neuenstadt genannt. Um 11.20 Uhr ging bei der Polizei die Meldung zu einem schweren Unfall ein. Als die Einsatzkräfte und Retter im Hafen eintrafen, hatten Passanten eine der beiden Frauen bereits aus dem Wasser gezogen. Sie verstarb wenig später im Spital. Die zweite Frau konnte von den Einsatzkräften nur noch tot aus dem See geborgen werden.

Polizei sucht weitere Zeugen

Gesucht werden insbesondere Personen, die den Unfall beobachtet haben, den Opfern zu Hilfe kamen oder allfällige Angaben zu Vorfällen in Zusammenhang mit der elektrischen Installation im Hafen von La Neuveville machen können, wie es in der Mitteilung heisst.

Die elektrischen Installationen im Freizeithafen sind erst zwei Jahre alt. Sie wurden von der Gemeinde La Neuveville 2015 auf Ersuchen der Schiffseigentümer eingerichtet, um die Unterhaltsarbeiten an den Booten zu erleichtern, wie Gemeindepräsident Roland Matti auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Unter die Lupe genommen wird der Unfall von La Neuveville auch vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI), dessen Experten am Montag vor Ort waren. Zur konkreten Situation am Hafen von La Neuveville machte das ESTImit Hinweis auf das laufende Verfahren keine näheren Angaben.

Das Inspektorat führt eine Statistik der ihm gemeldeten Unfälle. Demnach handelt es sich beim Unfall von La Neuveville innerhalb der letzten zehn Jahre um den zweiten, dem ESTI bekannten Fall. Im Juni 2013 verstarb im Hafenbecken von Neuenburg ein Schwimmer, nachdem er einen Stromschlag erlitten hatte.

Grund war eine defekte Stromleitung. 2015 wurde deshalb ein Mitarbeiter des Neuenburger Stromversorgers Viteos zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Dem Angestellten wurde vorgeworfen, dass er die Stromtechnik an der Hafenmole nicht kontrolliert habe, obwohl ihm ein Problem mit einem Kabel signalisiert worden war.

Gemäss der Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallation (NIV) müssen elektrische Installationen an Bootsanlegestellen alle fünf Jahre periodisch kontrolliert werden. (whr/sda)

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  • rönsger 16.05.2017 20:06
    Highlight uiuiui, da sterben zwei menschen und ein hund durch einen stromschlag, der möglicherweise wegen menschlichen versagens ausgelöst wurde, und ihr streitet euch über ESTI und den genitiv. erbärmlich. und dass in den 90er-jahren in der selben ortschaft 3'500 menschen wegen einer trinkwasser-verseuchung an schwerem durchfall erkrankten, die ebenfalls auf menschliches versagen zurückzuführen war, darüber spricht niemand. la neuveville: wohin des weges?
    11 7 Melden
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  • falko 16.05.2017 19:22
    Highlight Es heisst "wegen eines Defekts", nicht "wegen einem Defekt"
    8 16 Melden
    600
  • swizz 16.05.2017 18:59
    Highlight Es heisst ESTI, nicht ETSI 🤓
    11 9 Melden
    600
  • sontau 16.05.2017 18:33
    Highlight ESTI, nicht ETSI, watson!
    Ändert natürlich nichts daran, dass das eine total tragische Geschichte ist und ich nicht verstehe, wie so etwas passieren kann im Jahr 2017 in der Schweiz.
    20 7 Melden
    600
  • Quacksalber 16.05.2017 18:14
    Highlight Jede Steckdose muss heute FI gesichert sein. Das würde ich auch von einer Elektroanlage im Hafen erwarten. Traurig.
    34 7 Melden
    • dmark 16.05.2017 21:50
      Highlight Ich weiss nicht wo der Defekt genau auftrat, aber wenn es die Zuleitung vor den/dem Verteiler(n) war, welche einen Defekt hatte, dann war dort auch kein FI.
      2 0 Melden
    • Quacksalber 17.05.2017 08:57
      Highlight Die FI befinden sich bei uns im Sicherungskasten. Das ist Standard.
      1 0 Melden
    • dmark 17.05.2017 10:33
      Highlight Schon klar. Aber die Leitung vorne dran (die in den Sicherungskasten hinein geht) hat keinen RCD bzw. FI, oder? Und wenn du da nun hin langst, dann juckt das eben die FI in deinem Sicherungskasten überhaupt nicht.
      1 0 Melden
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  • Mnemonic 16.05.2017 18:05
    Highlight Das ist fahrlässige Tötung. Punkt.
    29 14 Melden
    • John Smith (2) 16.05.2017 19:25
      Highlight Sie sollten Richter werden. Mit Ihren Schnellurteilen aus dem hohlen Bauch heraus und ohne jede Untersuchung würden Sie uns viel Geld ersparen.
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