Schweiz

Bild: KEYSTONE

Verteidiger von Fabrice A. versucht Höchststrafe zu verhindern

19.05.17, 13:56 19.05.17, 16:43

Die Verteidigung des Angeklagten im Prozess um das Tötungsdelikt Adeline hat sich am Freitag gegen eine lebenslängliche Verwahrung ausgesprochen. Der 42-Jährige wolle sich ändern, sagte der Verteidiger.

Der Verteidiger machte sich keine Illusionen über das Schicksal von Fabrice A., der wohl lange hinter Gitter bleiben werde, vielleicht bis an sein Lebensende. Sein Mandant wolle sich dennoch von seinen furchteinflössenden Fantasien befreien, sagte Verteidiger Yann Arnold.

Der Anwalt wies auch den Vorwurf des Vorsatzes zurück. Der Angeklagte habe einzig die Flucht aus dem Gefängnis geplant, nicht aber das Tötungsdelikt. Yann Arnold warf auch die Frage nach dem auf Resozialisierung spezialisierten Zentrum «La Pâquerette» auf.

«Bis wohin geht die Durchtriebenheit von Fabrice A., und wo beginnen die Nachlässigkeiten der Pâquerette?», fragte er im Saal des Genfer Strafgerichts. Er versuchte damit, den Vorwurf zu entkräften, wonach der 42-Jährige sämtliche Angestellten getäuscht und manipuliert haben soll.

Der Anwalt der Angehörigen, Simon Ntah, sah das anders und beschrieb den Angeklagten am Freitagmorgen als Manipulator. Er verlangte wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag die Höchststrafe.

Höchststrafe gefordert

Es handle sich beim Angeklagten um einen Psychopathen, der die Schuld für seine Taten stets anderen zuschreibe und sich nie ändern werde. Simon Ntah schloss sich den Anträgen von Generalstaatsanwalt Olivier Jornot an, der am Donnerstag eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und eine lebenslängliche Verwahrung gefordert hatte.

Fabrice A. bat beim letzten Wort, das dem Angeklagten wie üblich am Ende eines Prozesses eingeräumt wird, nicht um Vergebung. Er habe unerträgliches Leid verursacht und wolle nicht weiteres hinzufügen, sagte er. Er bekräftigte seinen Willen, sich zu ändern.

Auf Freigang getötet

Der Angeklagte muss sich wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung und Diebstahls seit Montag vor dem Strafgericht in Genf verantworten. Er hat gestanden, der Sozialtherapeutin auf einem Freigang am 12. September 2013 die Kehle durchgeschnitten zu haben.

Danach flüchtete er bis nach Polen. Drei Tage nach der Bluttat wurde er an der deutsch-polnischen Grenze verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert. Das Zentrum «La Pâquerette» wurde nach dem Tötungsdelikt geschlossen. Das Urteil wird am Mittwoch eröffnet. (nfr/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Wir können doch nicht einfach die Luft verschmutzen – und nichts dafür bezahlen»

Ein ziemlich gruusiges Bild und die simple Frage: Was ist das?

Aargauer Feuerwehrmann nach Unwetter-Einsatz gefeuert: «So etwas hat's noch nie gegeben»

Wo die USA seit 1946 überall Wahlen beeinflussten

14 Gründe, warum der Surface Laptop der fast beste Laptop ist, den ich je getestet habe

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
Watson ist für mich das Nr. 1 Newsportal und wird es auch bleiben. So weitermachen!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Roaming212 19.05.2017 15:32
    Highlight Ich weiss die Anwälte machen nur ihren Job dennoch sind solche Forderungen einfach nur widerlich. Da fragt man sich doch wie diese Personen überhaupt gerade dastehen können und solche Täter überhaupt verteidigen können.
    5 0 Melden
    600
  • Die verwirrte Dame 19.05.2017 14:44
    Highlight Muss schon schwierig sein, der Job als Verteidiger.

    Du weisst genau, dass dein Mandant ein dreckiges @rsçh!Oç# ist und dennoch musst du alles tun, um ihn möglichst milde davonkommen zu lassen.
    7 0 Melden
    600

Vor Europa-League-Spiel: Schlägereien in der Luzerner Innenstadt

Im Vorfeld des Rückspiels zwischen dem FC Luzern und dem NK Osijek kam es am Donnerstagnachmittag in der Stadt Luzern zu Randalen.

Wie Augenzeugen gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung» berichten, sollen vor dem FCL-Fanlokal Zone 5 «Glasflaschen geflogen, Container und Mülltonnen umgeschmissen» worden sein. Die beiden Fanlager gingen aufeinander los. Die Polizei war vor Ort.

Gegen 17 Uhr habe die Polizei die Fans voneinander getrennt: Ein Kastenwagen und ein Mannschaftsbus der Luzerner Polizei …

Artikel lesen