Schweiz
YB-Hooligans Fahndung

Die Fahndung nach den Randalen vom März 2013 geht in die nächste Runde: Nachdem die Frist zur Selbstanzeige abgelaufen war, wurden Bilder der Gesuchten verpixelt online gestellt: Melden sich die Täter jetzt immer noch nicht, werden die Bilder unverpixelt publiziert. Bild:

Neues Fahndungsmodell

Internetpranger: St. Gallen fahndet online nach mutmasslichen Hooligans – zunächst mit verpixelten Bildern

11.08.14, 10:10 11.08.14, 17:40

Die St. Galler Polizei fahndet weiterhin nach zehn Berner Fussballfans, die im Mai 2013 beim Spiel FC St. Gallen gegen Young Boys in St. Gallen randaliert und Sachschaden angerichtet haben sollen. Im Internet sind jetzt Bilder der Gesuchten mit verpixelten Gesichtern aufgeschaltet.

Vor einer Woche hatte die St. Galler Kantonspolizei die Fahndung angekündigt. Bis jetzt seien keine Hinweise eingegangen, die zur Identifizierung der gesuchten Personen führten, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Zuerst verpixelt, nächste Phase unverpixelt

Die St. Galler Polizei und die Staatsanwaltschaft machen erstmals von einem neuen, dreistufigen Fahndungskonzept Gebrauch. Die gesuchten YB-Fans hatten zuerst eine Woche Zeit, um sich bei der St. Galler Polizei zu melden. Diese Frist verstrich ungenutzt.

Seit Montag sind Bilder mit verpixelten (unkenntlich gemachten) Gesichtern der Randalierer veröffentlicht. Wenn dies keinen Erfolg bringt, werden in einer Woche dann unverpixelte Bilder publiziert.

Den zehn Gesuchten werden Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Verstösse gegen das Vermummungsverbot vorgeworfen. 28 weitere Randalierer sind schon identifiziert und zum Teil mit Strafbefehlen abgeurteilt.

Schon 28 Randalierer abgeurteilt

Ein Haupttäter erhielt rechtskräftig eine bedingte Geldstrafe von 130 Tagessätzen sowie eine Busse von 1300 Franken. Gegen vier weitere Personen wurden Bussen zwischen 500 und 800 Franken ausgesprochen.

Zehn weitere Strafbefehle gegen YB-Fans sind laut Staatsanwaltschaft noch nicht rechtskräftig. Einzelne weitere Fälle sind entweder noch pendent, oder die Verfahren wurden eingestellt, weil den Betroffenen keine Straftaten nachgewiesen werden konnten. (sda)

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  • 25%Ja. Ich finde das öffentliche Anprangern müsste verboten werden.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • KnechtRuprecht 11.08.2014 15:20
    Highlight Mörder bekommen in den Medien einen Zensur Balken über das Gesicht. Bei Fussballfans reichen jedoch bereits Kleinstdelikte wie Landfriedensbruch, oder Sachbeschädigung um sie öffentlich anzuprangern und das ein Leben lang? Das Internet vergisst ja bekanntlich nie. Die Frage nach der Verhälnissmässigkeit muss gestellt werden. Aber mit den Fussballfans kann man es ja machen. Schöne neue Welt.
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  • SomeoneElse 11.08.2014 12:48
    Highlight Warum muss watson hier mitspielen und die Bilder präsentieren? Verpixelt ist ja bei mindestens einem der hier abgebildeten Fotos praktisch nicht der Fall. Und der Pranger ist wie eine Strafe für Personen, die gar nicht Rechtskräftig verurteilt wurden. "Verstoss gg Vermummungsverbot" soll eine so schwerwiegende Straftat sein, die dieses Vorgehen legitimiert? Niemals!
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    • Hansi Voigt 11.08.2014 18:04
      Highlight Das hat was, dass der Internet-Pranger hier eine Strafe darstellt, die weit über das Strafmass für die effektive Straftat hinausgeht. Watson hat deshalb die gesuchten Personen nachgepixelt, da die Unkenntlichkeit in der Vorlage der Kapo St. Gallen überhaupt nicht mehr gegeben war.
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  • Marcel Baur 11.08.2014 11:31
    Highlight Hoffen wir, dass die Kapo SG diesmal nicht vergisst, die Bilder wieder zu löschen http://marcel-baur.ch/?p=1425
    so wie es die Kapo Luzern schon seit 2012 nicht schafft, die Bilder zu entfernen.
    Was mit all den Online-Medien und privat betriebenen Fahndungswebseiten passiert ist dann nochmals eine andere Frage. Ich hoffe, keiner ist unschuldig und muss die Konsequenzen des Internetprangers tragen
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  • amade.ch 11.08.2014 11:11
    Highlight Eine Mittelaltermethode, die der modernen Strafverfolgung unwürdig ist. Für meinen Geschmack ist ihre Anwendung in den allerseltensten Fällen wirklich verhältnismässig. Zudem ist es fragwürdig, warum sie bei "Hooligans" Anwendung findet, bei anderen Delikten aber nicht.
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